IN MEMORIAM GIORDANO BRUNO

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Mail an die Giordano-Bruno-Stiftung – Manifest

Posted by Gerhard Altenhoff - Juli 17, 2007

Von: gerhard.altenhoff@email.de
An: info@giordano-bruno-stiftung.de
Kopie: claus.koenigsmark@t-online.de, eugene.vogt@tele2.fr
Datum: 06.07.07 02:35:07
Betreff: Ihr Begrüßungsschreiben Freundes-und Förderkreis / Manifest des evolutionären Humanismus

Inhalt:
Received: from [217.185.162.117] by freemailng5303.web.de with HTTP;
Fri, 06 Jul 2007 02:35:07 +0200
Date: Fri, 06 Jul 2007 02:35:07 +0200
Message-Id: <710866171@web.de>
Sehr geehrter Herr Steffen,
herzlichen Dank für die mir überlassenen Unterlagen.
Das „Manifest des evolutionären Humanismus“ ist mirsehr zu Herzen gegangen, ich kann auch viele der daraus resultierenden Forderungen quasi „blind“ unterschreiben.
Allein, das muß ich in aller Deutlichkeit an dieser Stelle festhalten, die Prämissen stimmen  nicht, deswegen „zieht“ das Konzept des „evolutionären Humanismus“ mächtig „schief“. Es ist auf einen „-ismus“ angewiesen. Und, das ist nun einmal leider so, überall, wo ein „-ismus“ dranhängt, ist Prokrustes drin. Jeder „-ismus“ ist zur Rechtfertigung seiner Existenz und zur „Durchsetzung seiner Ziele“ auf das „Prokrustesbett“ angewiesen. Prokrutes, da haben wir im Prokrustesbett wieder eine unzulässige Reduktion, hatte nicht ein Bett, er hatte zwei, an die er seine „Gäste“ mit Gewalt anpaßte.
Das Manifest des evolutionären Humanismus geht davon aus, daß sich alles in der Evolution durch einen grenzenlosen „Egoismus“ erklären läßt. – Das aber ist nicht so:
Wer war zuerst da? – Die Henne oder das Ei?
Die verblüffende Antwort auf diese Frage lautet: Beide sind gleichzeitig, das Ei hat mit der Henne nichts zu tun. Auch die Henne, so kann man es durchaus darstellen, ist eine „Leihmutter“. Sie ist Leihmutter für die Gene ihrer eigenen „biologischen“ Eltern und für die „biologischen“ Eltern des Hahns, mit dem sie den Misthaufen geteilt hat.
Betrachten wie das einmal näher:
Es gibt Zellen, die sich auf den „Keimbahn“ befinden. Sie sind die einzigen Zellen, die sich teilen können und am Ende der Teilung nur einen halben Chromosonensatz enthalten. Diese Zellen, bzw. die Gattung von „Stammzellen“, die später bei männlichen Organismen zu „Spermien“ und bei weiblichen Organismen die „Eizellen“ bilden, halten sich an besonderen Orten auf, nämlich innerhalb der „Keimdrüsen“. Was tun sie dort? – Wie für Zellen üblich teilen sie sich. Aber sie teilen sich in einer ganz spezifischen Art und Weise. Bei der „Reifungsteilung“, die der Biologe „Meiose“ nennt, halbiert sich der Chromosomensatz.
Die Stammzelle, von denen ein Abkömmling zur „Eizelle wird, nennt der Biologe Oozyte. Sie hat genau vier Nachkommen, von denen drei zugrunde gehen und nur eine als Eizelle „überlebt“.
Ist die Eizelle einmal entstanden, muß sie zusehen, daß sie so schnell wie möglich den „mütterlichen“ Körper verläßt. Tut sie es nicht, fällt sie den Zellen des Immunsystems zum Opfer.
An dieser Stelle zeigt sich wieder einmal der Trugschluß, den die Begriffe der Biologie und Medizin mit ihrem Gleichnis von den „inneren Organen“ heraufbeschworen haben. Die Mehrzahl der „inneren Organe“ sind ungeheuer komplexe Oberflächen. Sie grenzen, obgleich im Inneren eines Organismus befindlich, den „Körper“ nach außen ab: Weder Lunge noch Niere gehören zu den inneren Organen, denn deren „Innenraum“ ist eine Kontaktfläche zur „Außenwelt“. – Mit einem einfachen Bleistift können Sie nachvollziehen, was der teuerste Computertomograph nicht zeigen kann: „Fahren“ Sie mit einen Bleistift einmal über ein 3D-Modell eines menschlichen Körpers. Wenn Sie sich dabei nicht scheuen, auch in die „Körperhöhlen“ vorzudringen, werden sie unschwer feststellen, daß auch die „Schleimhäute“ nicht von dem Organ „Haut“ zu trennen ist. Ohne abzusetzen können Sie von der Fingerspitze über die Lungenbläschen auf jedem beliebigen Weg in die Tentakel der „Fortpflanzungsorgane“ gelangen.
Dort erleben Sie freilich eine Überraschung: Bei der Frau sind es die Tentakel des „Eileiters“, in den sich die Eizelle in ihrem „Kampf ums Dasein“ flüchten muß. Das männliche Pendant ist ein wenig komplizierter organisiert. Auch die Spermien haben „Väter“, das sind die sogenannten Protospermien. Auch sie hinterlassen, wenn sie sich teilen, Zellen mit dem halben Chromosomensatz. Auch diese sind von Anfang an in akuter Lebensgefahr. Deswegen gibt es im männlichen Organismus eine „Blut-Hodenschranke“, die verhindert, daß Zellen des Immunsystems in die „Außenwelt“ vordringen und die neugeborenen Spermien auffressen. – Auch das Innere der Hoden ist „Außenwelt“. Sie können es auf Ihrer „Bleistifttournee“ über die „abführenden Harnwege“ ohne Abzusetzen erreichen.
Die „Keimzellen“ haben ein Schicksal, das sie von den „Körperzellen“, die den Organismus bilden, trennt. Sie beteiligen sich nicht am Gestaltungsprozeß der Klonkolonie. Dafür ist es den gestaltbildenden Zellen unmöglich, ihr Erbgut zu spalten. Sie teilen sich zwar, aber der vollständige Chromosomensatz wird an jede Tochterzelle weitergegeben.
Eileiter, Uterus, Hoden und Samenstränge, das ist für den Körper „Außenwelt“, in den die Eizellen und Spermien nach ihrer Entstehung „flüchten“. Wegen des Fahndungs- und Verfolgungsdrucks durch die Zellen des elterlichen Immunsystems kann man hier tatsächlich das Gleichnis der „Flucht“ zur Verdeutlichung heranziehen.
Jede Befruchtung einer Eizelle, mag sie auch tief im Inneren des „mütterlichen“ Körpers stattfinden, ist extrakorporal. Sie ist eine ganz natürliche „In-Vitro-Fertilisation“. – Nur daß das „Reagenzglas“ aus Zellen besteht und nicht aus Glas.
Unsere überkommene Vorstellung von „Innen“ und „Außen“ hält uns bei der Beurteilung des Fortpflanzungsvorgangs in diesem Punkt zum Narren.
Sie hält uns auch zum Narren hinsichtlich der „biologischen“ Elternschaft. Bei der „Reifungsteilung“ (Meiose) entstehen zwar Zellen, die „nur noch“ den halben Chromosomensatz enthalten. Dieser repräsentiert auch nur eine Hälfte des Erbguts. Aber, und das ist entscheidend, bei der Meiose wird das Erbgut nicht wieder in das des „Vaters“ und das der „Mutter“ getrennt. Die von den „Eltern“ stammenden Gene werden völlig neu kombiniert; zwar nach einem gewissen Schlüssel, aber nie wieder nach „Vater“ und „Mutter“.
Bei der „Reifungsteilung“ werden die Gene der „Großeltern“ in einer Art biologischem „Pokerspiel“ neu gemischt.
Die Gene, die für die Bildung der „elterlichen“ Organismen verantwortlich zeichnen, haben damit nichts zu tun. „Vater“ und „Mutter“ sind unter diesem Aspekt nichts anderes als die Spritze des „Reproduktionsmediziners“. – Gewöhnlich vermeide ich den mechanistisch-reduktionistischen Ausdruck „nichts anderes als“. – Aber, das muß ich noch einmal betonen, hier trifft er ausnahmsweise einmal zu.
Wenn aber bei der Befruchtung die Gene der „biologischen“ Eltern nicht an die unmittelbaren Nachkommen weitergegeben werden, dann ist auch die Vorstellung von den „Eltern“ falsch.
„Biologisch“ mögen „Vater“ und „Mutter“ die „Eltern“ sein, genetisch aber sind sie es mit Sicherheit nicht:
Verfolgt man den Pfad der Gene, so hat jeder vier „genetische Eltern“: Zwei „Großmütter“ und zwei „Großväter“. Diese haben  über die „Mütter“ und „Väter“ ihre Gene an die „Enkel“ zur weiteren Verwendung der Evolution in „die Welt“ gesetzt.
Alle Mütter dieser Welt sind Leihmütter, und zwar für ihre eigenen Eltern und, emotional etwas problematisch, für die „Schwiegereltern“.
Mutter Natur nimmt auf menschliche Weltanschauungen und Ideale keine Rücksicht. Sie hat ihre eigenen Gesetze. Wenn der Mensch nicht in der Lage ist, die Gesetze der Natur zu beachten, dann hat er ein Problem.
Problematisch war für die „klassische“ Biologie die Natur der „Mendelschen Gesetze“, nach denen sich die „Vererbung“ bestimmter Merkmale von Pflanzen und Tieren vollzieht.
Meine Frage, warum die Mendelschen Gesetze so sind, wie sie sind, konnte mir seit meinen Schülertagen niemand beantworten. – Keiner wußte die Antwort.
Wenn man auf eine Frage keine Antwort bekommt, muß man sie suchen. Deswegen sind die obigen Ausführungen zur „Vererbungslehre“ nicht als Antwort auf die Frage zu werten, warum kleine Kinder häufig dem Nachbarn ähnlich sehen.
Da die „Fortpflanzungsbiologie“ viele Phänomene kennt, die mit dem oben beschriebenen Verhaltensmuster „menschlicher“ Klonkolonien eben nicht übereinstimmen, könnte man die Fragestellung eher als „Forschungsansatz“ betrachten. – Als solcher ist sie auch gemeint.
Was aber aufgrund des Gesagten mit an Tödlichkeit grenzender Sicherheit nicht stimmt, ist die Lehre vom „egoistischen Gen“, vom allumfassenden Egoismus, der als „Triebfeder der Evolution“ herhalten muß.
Die „Eltern“ können nicht bestrebt sein, „ihre eigenen Gene“ an die Nachkommen weiterzugeben, weil sie diese eben nicht weitergeben können. Man kann es auch anders ausdrücken:
Die „Eltern“ werden durch Signale, die von den „Keimzellen“ ausgehen, zur sexuellen Aktivität ermuntert. Dabei werden die „Eltern“ im Regelfall bestimmte „Balzrituale“ einhalten. Aus diesem Grunde kann man schon fast behaupten, daß sich die „Kinder“ ihre „Eltern“ gewissermaßen „aussuchen“.
Wessen „egoistischen Gene“ toben sich auf dem Hühnerhof aus? – Das müssen Sie mir einmal erklären, aber bitte so, als wäre ich vier Jahre alt.
Für Ihre freundliche Kenntnisnahme und Bemühungen danke ich im voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Altenhoff

Bismarckstr. 40
41542 Dormagen
Tel. 0 21 33 97 30 29
http://www.advocatusdeorum.wordpress.com

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