IN MEMORIAM GIORDANO BRUNO

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Mail an die Giordano-Bruno-Stiftung – G.B.-Institut

Posted by Gerhard Altenhoff - Juli 17, 2007

Von: gerhard.altenhoff@email.de
An: info@giordano-bruno-stiftung.de
Datum: 11.07.07 00:25:24
Betreff: Gründung des Giordano-Bruno-Institut für rechtswissenschaftliche Grundlagenforschung.
Inhalt:
Received: from [217.185.162.77] by freemailng5301.web.de with HTTP;
Wed, 11 Jul 2007 00:25:24 +0200
Date: Wed, 11 Jul 2007 00:25:24 +0200
Message-Id: <712666148@web.de>

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Lieber Herr Steffen,
Ich habe mit sofortiger Wirkung das

Giordano-Bruno-Institut für rechtswissenschaftliche Grundlagenforschung

ins Leben gerufen.
Initiiert wurde das Giordano-Bruno-Institut für rechtswissenschaftliche Grundlagenforschung durch die Entscheidung der Glaubenskongregation, die katholische Kirche wäre die einzig wahre Kirche.
Diese Haltung ist dieselbe wie zu Brunos Zeiten, sie offenbart erneut die Überheblichkeit des Menschen und seine Neigung, alles, was nicht paßt, passend zu machen.
Die von der Glaubenskongregation verbreitete Auffassung läßt sich in einem Satz zusammenfassen: „Ich will nicht mehr dein Bruder sein, drum schlag‘ ich dir den Schädel ein.“ – Dieser Attitüde ist Bruno schließlich zum Opfer gefallen, weil die „weltlichen“ Richter das von der Kirche gewünschte Urteil gefällt und willfährige Henker es vollstreckt hatten.
Ähnliches darf sich – auch in veränderter und „abgemilderter“ Form nicht wiederholen, denn es hat sich zu oft wiederholt: Der bekannteste Fall dieser Wiederholung ist der Fall Filbinger. Er tat bei der Vollstreckung von Todesurteilen nur seine „Pflicht“. – Das taten Pontius Pilatus und die Henker Jesu übrigens auch. Hätte der Papst sie gefragt, warum sie Jesus ans Kreuz schlugen, hätten sie mit Sicherheit geantwortet: „Was damals Recht war, kann heute kein Unrecht sein!“
De jure darf sich die römische Kurie nicht einmal als „Glaubensgemeinschaft des Friedens“ bezeichnen, denn der von ihr mit Vehemenz beanspruchte „Alleinvertretungsanspruch“ für das „wahre Christentum“ wurde durch den Codex Theodosianus mit den Mitteln der „Staatsgewalt“ in Rom eingeführt:
Wir haben beschlossen, daß überall und in allen Städten auf der Stelle die Tempel geschlossen werden und daß, dadurch daß allen der Zutritt verboten wird, den Verworfenen die Freiheit genommen wird, sich zu vergehen. Wir wollen auch, daß sich alle der Opfer enthalten. Wenn aber jemand etwas derartiges begehen sollte, so soll er durch das rächende Schwert hingestreckt werden. Das Vermögen des Hingerichteten soll dem Fiskus anheimfallen, und die Leiter der Provinzen sollen ähnlich bestraft werden, wenn sie es versäumen, diese Verbrechen zu ahnden. (Codex Theodosianus 16,10,4)
Der „Paragraphenterror“ des Codex Tehodosianus war schon zum damaligen Zeitpunkt nicht neu. Er wurde schon von Aristoteles beschrieben. – Er zieht sich seit den Anfängen der Antike als roter Faden durch die Kulturgeschichte.
Obwohl die Regelungen des bürgerlichen Rechts von einer Beobachtungsgabe zeugen, die sich nur über Jahrtausende entwickelt haben kann, hat bis heute kein Rechtswissenschaftler sich mit den natürlichen Grundlagen des menschlichen Verhaltens beschäftigt; im Gegenzug ist bisher noch kein Humanethologe oder vergleichender Verhaltensforscher angetreten, den biologischen Hintergrund des Rechts zu beleuchten.
Forschungsbedarf ist in nahezu unermeßlichem Umfang vorhanden, denn zur Zeit wird das „Gesetz“ in aller Welt bedenkenlos als reines Herrschaftsinstrument eingesetzt und nicht als Mittel, das Ziel größtmöglicher Gerechtigkeit zu verwirklichen.
Über das Verhältnis von Recht und Gesetz hatte sich u.a. auch Rechtsanwalt Gottfried Wilhelm Leibniz Gedanken gemacht:
Das Bonner Grundgesetz bindet zwar den Richter an Recht und Gesetz, was aber „Recht“ ist, teilt das Grundgesetz nicht mit. Auch auf den Universitäten gibt es keine Vorlesung über „Recht“. Ich kenne auch keinen Juristen, mit dem man über die nachfolgenden Worte Leibnizens diskutieren könnte, weil sie im gewöhnlichen Juristengehirn nicht präsent sind:

Ebenso steht es mit der Gerechtigkeit. Wenn dies ein fester Ausdruck ist, der eine bestimmte Bedeutung hat, mit einem Worte, wenn dies Wort nicht einfacher, sinnloser Schall ist, wie »blitiri«, dann wird sich dieser Ausdruck oder dieses Wort »Gerechtigkeit« doch irgendwie definieren oder durch einen verständlichen Begriff erklären lassen. Aus jeder Definition aber kann man, indem man sich der unbestreitbaren logischen Regeln bedient, sichere Folgerungen ziehen. Und eben das tut man im Aufbau der notwendigen und streng beweisenden Wissenschaften, die nicht von den Tat­sachen, sondern allein von der Vernunft abhängen, wie dies für die Logik, die Metaphysik, die Arithmetik, die Geometrie, die Wissenschaft von der Bewegung und auch für die Wissenschaft vom Rechte gilt. Denn diese alle haben ihr Fundament nicht in Erfahrungen und Tatsachen, sondern dienen dazu, von den Tatsachen selbst Rechenschaft zu geben und sie im voraus zu regeln; und das hätte für das Recht selbst dann Geltung, wenn es auch in der ganzen Welt kein Gesetz gäbe.
Der Fehler derer, welche die Gerechtigkeit von der Macht abhängig gemacht haben, kommt zum Teil daher, daß sie Recht und Gesetz verwechselt haben. Das Recht kann nicht ungerecht sein — das wäre ein Widerspruch —, aber das Gesetz kann es sein. Denn das Gesetz wird durch einen Machtspruch eingeführt und aufrechterhalten. Und wenn es der Macht nun an Weisheit oder gutem Willen fehlt, so kann sie recht schlechte Gesetze einführen und aufrechterhalten. Zum Glück für das Ganze der Welt sind die Gesetze Gottes stets gerecht, und er ist imstande, sie aufrechtzuerhalten, wie er das auch zweifellos tut, obgleich dies nicht stets in sichtbarer und unmittelbarer Weise geschieht, wofür er sicherlich gewichtige Gründe hat.
Es handelt sich also darum, endlich den Formalgrund der Gerechtigkeit und den Maßstab zu bestimmen, an dem wir die Handlungen abmessen müssen, um zu erfahren, ob sie gerecht sind oder
nicht. Nach allen vorhergehenden Erörterungen nun konnte man diesen schon voraussehen: »gerecht« ist, was in gleichem Maße der Weisheit und der Güte gemäß ist. Die Güte geht darauf aus, das größtmögliche Gute zu erreichen; um dies jedoch zu erkennen, bedarf sie der Weisheit, die nichts andres als die Erkenntnis des Guten ist, so wie die Güte nichts andres ist als die Neigung, allen Gutes zu erweisen und das Böse zu verhindern, wofern es nicht für ein größeres Gutes oder zur Verhinderung eines größeren Übels notwendig ist. Es wohnt demnach die Weisheit dem Verstande und die Güte dem Willen, die Gerechtigkeit somit ihnen beiden inne. Die Macht ist etwas ganz andres. Wenn sie jedoch hinzutritt, so bewirkt sie, daß aus dem Rechte eine Tatsache wird, und daß, was sein soll, auch wirklich existiert, soweit wenigstens, als die Natur der Dinge dies erlaubt. Und eben dies ist Gottes Tätigkeit mit Bezug auf die Welt.
Da aber die Gerechtigkeit auf das Gute geht, und Weisheit und Güte, die vereint die Gerechtigkeit bilden, sich auf das Gute beziehen, so wird man fragen, was denn eigentlich das wahre Gute ist. Ich antworte, daß es nichts andres ist, als was der Vervollkommnung der verstandesbegabten Substanzen dient. Demnach sind offenbar Ordnung, Zufriedenheit, Freude, Güte und Tugend ihrem Wesen nach etwas Gutes und können niemals schlecht sein, während die Macht, von sich aus, gleichfalls ein Gut ist, weil es, wenn alles übrige gleichbleibt, besser ist, sie zu haben, als sie nicht zu haben. Sie wird indessen ein sicheres Gut nur dann, wenn sie mit Weisheit und Güte vereinigt ist . . . Man wird also vielleicht sagen können, daß die Vorschrift, niemand Unrecht zu tun, »neminem laedere«, die des sogenannten ius strictum ist, daß es indessen eine Forderung der Billigkeit ist, auch am rechten Platze Gutes zu tun, und daß eben dies der Sinn der Vorschrift ist, die uns befiehlt, jedem das zukommen zu lassen, was ihm gehört, »suum cuique tribuere«. Was aber hier das Rechte ist, das läßt sich aus der Regel der Billigkeit oder der sozialen Gleichheit erkennen: »Quod tibi non vis fieri aut quod tibi vis fieri, neque aliis facito aut negato.« Es ist dies die Regel der Vernunft sowohl wie unsres Herrn. Versetze dich an die Stelle des andern und du wirst den rechten Gesichtspunkt einnehmen, um zu beurteilen, was gerecht ist oder nicht. (Leibniz, von der Allmacht und Allwissenheit Gottes und der Freiheit des Menschen –1670-1671, zitiert nach Friedrich Heer, Leibniz, Hamburg-Wandsbek 1958, S. 194)
Die Form der „Rechtswissenschaft“, die sich seit der Antike gebildet hat und sich in erster Linie den von einer Phantasiefigur mit den Mitteln der „Staatsgewalt“ gesetzten „Normen“ beschäftigt, ist für die Lösung der zwischenmenschlichen Probleme, die sich nicht erst seit der „Globalisierung“ ergeben haben, völlig ungeeignet.
Der Forschungsansatz des Instituts ergibt sich aus der Frage, warum der Ablauf eines Beutezugs der Pygmäen, die zu den ältesten Völkern gehören, sich mit den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches detailgetreu beschreiben lassen:

Merkwürdigerweise finden wir das, was wir weiter oben als Team beschrieben haben, unter dem Begriff Gesellschaft im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) wieder; dort findet sich unter § 705 folgende Definition der Gesellschaft:
„Durch den Gesellschaftsvertrag verpflichten sich die Gesellschafter gegenseitig, die Erreichung eines gemeinsamen Zweckes in der durch den Vertrag bestimmten Weise zu fördern,…“
Lassen wir den Gesellschaftsvertrag als Rechtsinstitut einmal weg, so haben wir hier eine Beschreibung des Musters des ursprünglichen Jägertrupps. Demzufolge bestimmt das BGB, in § 726, daß die Gesellschaft endet, wenn der Zweck erreicht ist oder die Erreichung des Zwecks unmöglich geworden ist. – Und jetzt wird es interessant, denn in § 734 BGB regelt das Gesetz die Verteilung der „Beute“. Spontan würde man meinen, daß die Verteilung des Überschusses (Beute) einer Gesellschaft zu gleichen Teilen erfolgen würde. Das Gesetz sagt in § 734 BGB jedoch, daß der Überschuß den Gesellschaftern nach dem Verhältnis ihrer Anteile gebührt. Dem Gießkannenprinzip, das alle „gleich“ behandelt, folgt das Gesetz also nicht, vielmehr tariert es die Verteilung des Gewinns sehr fein aus.
Daß es sich bei der Gewinnverteilung im Rahmen der bürgerlich-rechtlichen Gesellschaft um ein aus unvordenklichen Zeiten stammendes Muster handelt, wird durch einen verblüffend ähnlichen Beuteverteilungsschlüssel der Pygmäen im südlichen Afrika belegt:
„Bei den Bayaka-Pygmäen gehört ein bei der Treibjagd erbeutetes Tier auf jeden Fall dem Besitzer des Netzes, in dem es sich gefangen hat. Der Töter bekommt Kopf und Hals. Das sind meist die älteren Männer, die mit ihren Speeren hinter dem Netz in Wartestellung hocken. Wer sonst beim Töten mitgeholfen hat, bekommt ein Stück Brust. Der Netzbesitzer, dem nach Traditionsrecht der ganze restliche Körper gehört, behält im allgemeinen einen Keule und alle Innereien einschließlich der Gedärme, bei den Pygmäen eine echte Delikatesse. Den Rest des Körpers teilt er dann nach eigenem Ermessen unter den an der Jagd beteiligten Leuten auf. Bei den Efe-Pygmäen im Ituri hat der Schütze auch Anrecht auf den Hauptteil der Beute, nämlich auf das Lendenstück mit den Hinterläufen. Der Organisator der Jagd erhält den Rücken, der Eigentümer des Hundes, der das Wild aufgestöbert hat, bekommt Kopf und Hals. Der Rest wird an die übrigen Jagdteilnehmer verteilt. Man sollte annehmen, daß es sich in den verschiedenen Gemeinschaften um festgelegte Regeln handelt, doch ganz ohne Streit geht eine solche Verteilung der Beute nie aus. Auch bei den Bayaka-Pygmäen war ich häufig Zeuge, wie es beim Verteilen zu wilden und lautstarken Streitereien kam. Man beschimpfte sich mit den übelsten Verbalinjurien, zumal es den Pygmäen an einem lockeren Mundwerk nicht fehlt. Man bedrohte sich auf Distanz mit den Fäusten und ging auch einmal aufeinander los, ohne daß es dabei aber zu wirklichen Handgreiflichkeiten kam. Man blieb meist in etwa 2 m Abstand voneinander stehen und drohte und schimpfte mit einer ausdrucksstarken Gesichtsmimik. Dabei wurde laut und für alle hörbar hoch und heilig verkündet, daß man niemals mit dem da auf die Jagd gehen werde. Doch am gleichen Abend noch, ins Wohnlager zurückgekehrt, saßen alle wieder friedlich am Feuer vor ihren Hütten, verspeisten den Gemüse-Eintopf mit dem wohlschmeckenden Flesich und stopften sich genüßlich schmatzend die Bäuche voll. Wer beim Verteilen der Gazelle im Wald zu kurz gekommen war oder gar nichts abbekommen hatte, konnte dann spätestens beim Abendessen seinen Anteil verzehren…“
In dieser Schilderung können Sie nicht nur die Ähnlichkeit des Musters bei der „Beuteverteilung“ in einer reinen Jäger- und Sammlerkultur und bei der „zivilisierten“ Variante erkennen, Sie sehen auch den hohen Respekt, den das Eigentum des erfolgreichen Jägers genießt, was wiederum die Nahtstelle zu unseren felltragenden Vettern erahnen läßt. Die Ähnlichkeit eines von hochgebildeten Juristen ersonnenen Gesetzes  und naturverbundenem Gerechtigkeitsempfinden zeigt überdies, wie nahe wir alle den Pygmäen sind, die als einer der ältesten lebenden Volksstämme gelten. Wir mit unserer „fortschrittlichen“ Zivilisation sind im sozialen Bereich keinen Schritt weiter! – Die Fülle von Gerichtsentscheidungen zu § 734 BGB belegt nämlich ebenfalls unsere Nähe zu den Pygmäen.
Die Parallele der Verhaltensweisen rechtfertigt den Schluß, daß es sich um ein Verhalten handelt, das einer biologischen Wurzel entspringt und damit in den Tiefen des menschlichen Gehirns verankert ist. Es ist damit der Natur des Menschen zuzurechnen. Der hier wie dort auftretende Streit belegt ebenfalls, daß hier nicht kaltes Kalkül und nüchterner Verstand am Werke sind, sondern emotionale Antriebsmuster.
Das „Austarieren“ der Anteile, das Gewichten von Geben und Nehmen hat innerhalb der menschlichen Gemeinschaften überall auf der Welt einen hohen Stellenwert. Eibl-Eibesfeld hat das anhand vieler Beispiele aus verschiedenen Kulturkreisen und im Rahmen von Untersuchungen mit Kindern nachweisen können.  Das Phänomen des Austauschs wird unter dem Begriff des reziproken Altruismus diskutiert. – Selbstverständlich passen die Ergebnisse der Humanethologie nicht in unsere vom Streit über die Richtigkeit miteinander wetteifernder Ideologien geprägte Zeit. Also schweigt man sie am liebsten tot und leugnet die Ergebnisse weg. Denn nur mit dem Homo oeconomicus, dem streng egoistisch und streng rational handelnden Menschen, lassen sich Ideologien von Kapitalismus bis Kommunismus rational begründen und verteidigen.
Und dennoch finden wir in unserer Zivilisation eine genaue Entsprechung für das Muster des reziproken Altruismus:
Sie gehen frühmorgens zum Büdchen. „Eine Bild-Zeitung, bitte.“ – „Siebzig Pfennig.“ – „Danke, Tschüs!“ – „Vielen Dank auch, schönen Tag!“ In diesem Augenblick haben Sie den ersten Vertrag des Tages schon hinter sich. Gegen Mitternacht verspüren Sie Hunger und bestellen eine Pizza. Wenn Sie den Pizzafahrer bezahlt haben, war das für diesen Tag der letzte Vertrag.
Wir sind unablässig damit beschäftigt, Verträge zu schließen und zu erfüllen. Das System des Gebens, damit der andere gibt, ist die Keimzelle dessen, das weltweit unter dem Begriff Zivilrecht bekannt ist. Es ist vollkommen gleichgültig, in welchen Winkel der Welt sie sich begeben. Überall, wo Sie auf Menschen treffen, können Sie deren reziproken Altruismus mit den dürren Worten der §§ 145 ff  des § 305 BGB beschreiben: Die §§ 145 ff BGB beschreiben das Zustandekommen eines Vertrages durch die unmißverständlich erklärte Willensübereinstimmung zweier oder mehrerer Menschen. § 305 BGB spiegelt das Bedürfnis des Menschen zu reziprokem Verhalten wider: „Zur Begründung eines Schuldverhältnisses sowie zur Änderung des Inhalts eines Schuldverhältnisses ist ein Vertrag zwischen den Parteien erforderlich, soweit nicht das Gesetz ein anderes vorschreibt.“
Sie werden unschwer feststellen, daß Vertrag etwas damit zu tun hat, daß man sich verträgt. Denn nur wer sich mit einem anderen verträgt, kann einen mit diesem übereinstimmenden Willen haben.
Allerdings wird die Unzahl von Verträgen, in die der Mensch in seinem Leben verwickelt wird, in der Regel nicht bemerkt. Daß es sich um „Schuldverhältnisse“ handelt, merkt der Mensch erst, wenn bei dessen Abwicklung etwas schiefläuft. – Bleiben wir bei unserem Beispiel: wenn Sie die Pizza in Empfang nehmen, dem Boten aber die Tür vor der Nase zuschlagen anstatt zu bezahlen, verletzen Sie die Regeln. Der Bote wird aber nicht zum Gesetzbuch greifen um festzustellen, gegen welche Regel Sie verstoßen haben, sondern sich spontan fürchterlich aufregen. Das wiederum zeigt, daß der gegenseitige Vertrag, wie ihn das BGB beschreibt, kein Konstrukt der Ratio des Menschen ist; seine Wurzeln reichen vielmehr tief in den animalischen Teil des menschlichen Gehirns hinein.
Damit kam allerdings nichts grundsätzlich Neues in die Welt, denn das Prinzip des gegenseitigen Vertrages ist den Juristen unter der Bezeichnung Synallagma geläufig, die biologische Entsprechung heißt Symbiose. Auch die Partner in einer Symbiose geben, weil und damit der Partner gibt.(G. Altenhoff, Australopithecus Superbus – der Mensch im Licht nichtlinear-thermodynamischer Evolution)
Grundlagenforschung bedeutet, wie der Name schon sagt, den Dingen auf den Grund zu gehen. In der Rechts- wie in den Geisteswissenschaften ist das „Tieftauchen“ indes nicht weit verbreitet. – Bislang wird in stupider Einfalt immer wieder versucht, ein beliebiges Einzelbild eines Films aus sich heraus zu erklären. Der ganze Film, der die Szene erhellen könnte, wird einfach hinwegprokrustiert.
Bevor man über die Gültigkeit von Theorien diskutiert, muß man prüfen, ob die Prämissen, auf denen sie beruhen, tragfähig sind.
In der Rechtswissenschaft der Gegenwart, deren Horizont mit dem „Willen des Gesetzgebers“ erreicht ist, stimmen die Grundannahmen mit Sicherheit nicht.
Deswegen ist ein Institut, das sich auf dem Gebiet der Geisteswissenschaft, insbesondere der Rechtswissenschaft, mit Grundlagenforschung befaßt, nicht nur sinnvoll, es ist zwingend erforderlich.
Aus diesem Grunde wurde das Girodano-Bruno-Institut  ins Leben gerufen, wenn auch die personelle und sachliche Ausstattung zur Zeit noch sehr dürftig ist.
Die Anschrift lautet:
Giordano-Bruno-Institut für rechtswissenschaftliche Grundlagenforschung
Bismarckstr.40
41542 Dormagen
Tel. 02133 97 30 29
Sie können entscheiden, entweder trägt die Girodano-Bruno-Stiftung mit ihrem Anspruch auf Verwirklichung eines evolutionären Humanismus die Personal- und Sachkosten des Instituts, oder sie tut es nicht. – Wie dem auch sei, die Forschungsergebnisse des Giordano-Bruno-Institus sind bereits jetzt der Zeit soweit voraus, wie der Namenspatron seiner eigenen Zeit.
Mit der „modernen Version“ des Scheiterhaufens bin ich seit meinen Erlebnissen auf Rügen bestens vertraut. – Ein zweites Mal, das können Sie mir glauben, lasse ich mich nicht ans Kreuz nageln.
Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Altenhoff
Bismarckstr. 40
41542 Dormagen
Tel. 0 21 33 97 30 29
http://www.advocatusdeorum.wordpress.com

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