IN MEMORIAM GIORDANO BRUNO

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Auszug Leserbrief vom 30.3.2003 – Irak-Krieg

Posted by Gerhard Altenhoff - Juli 17, 2007

DIE WELT
Z. Hd. Herrn Chefredakteur
Jan-Eric Peters
Brieffach 24 10
30.3.2003
10888 Berlin

Irak-Krieg
Sehr geehrter Herr Peters,
(…)
Und nun geht er bald in die dritte Woche, der Krieg, der diplomatisch nicht zu vermeiden war, weil Bush und Blair mit friedlichen Mitteln nicht zu stoppen waren. Sie erinnern sich:

– Es sieht ganz danach aus, als könne der Wahnsinn des Krieges nur noch durch eine Kugel in die Stirn des George W. aufgehalten werden. Aber vielleicht verhält es sich ja wirklich so, wie ich orakelt hatte: „Caesar bräuchte heute die Iden des März nicht mehr zu fürchten, er würde am Zeitungskiosk erledigt.“ – Und genau das, es kristallisiert sich immer mehr heraus, ist die Aufgabe einer freien Presse: Caesaren erledigen. Und Aufgabe der Justiz wird es sein, die Caesaren schadlos zu „entsorgen“.

Es sah nicht nur danach aus, es war so, alle diplomatischen Bemühungen, alles journalistische Gefrage war überflüssig, das aber war bereits im November 2001 sonnenklar:

1.   Da die „Bündnisfrage“ bereits unmittelbar nach dem Anschlag auf WTC und Pentagon gestellt und positiv beantwortet worden war, wurde meines Erachtens bereits am 11.9.2001 von George Bush die Entscheidung getroffen, einen Krieg anzuzetteln. – Ich hatte bereits damals im Familienkreis orakelt, daß die Entscheidung in Richtung Krieg Voraussetzung für das Stellen der Bündnisfrage ist. Alle anderen Entscheidungen waren damit unausweichlich vorgezeichnet und keine eigentlichen Entscheidungen mehr. Als der Kanzler dann die uneingeschränkte Solidarität „Deutschlands“ verkündete und Peter Struck nebst uns allen Amerikaner wurde, bemerkte ich dazu „August ‘14 läßt grüßen.“ Denn Art. 5 des NATO-Vertrages setzt voraus, daß ein Bündnisstaat mit „Waffengewalt“ angegriffen wird. Aus dem Sinn und Zweck der NATO als Verteidigungsbündnis und damit als „Kampfgemeinschaft“, ergibt sich zwanglos, daß der Waffenbegriff des Art. 5 eng auszulegen ist. Waffe im Sinne des Art 5 kann daher nur ein Gegenstand sein, der geeignet und bestimmt ist, Menschen zu töten oder Sachen zu zerstören. Der Schwerpunkt der Definition liegt dabei auf dem bestimmungsgemäßen Gebrauch des Gegenstandes. Panzer und Kanonen taugen zu nichts anderem als zum Töten von Menschen und zur Zerstörung von Sachen. Das gleiche gilt für ein MG oder eine Kalaschnikow. Ein Jagdgewehr fällt hingegen ebensowenig unter den Waffenbegriff des Art. 5 wie ein Küchenmesser. Beide Sachen können zwar ebenfalls als Waffe gegen Menschen eingesetzt werden, allerdings wäre dieser Gebrauch mit der Zweckbestimmung nicht vereinbar. Verkehrsflugzeuge, auch wenn sie als Kerosinbomben zweckentfremdet werden, können demnach ebenfalls keine Waffen im Sinne des Art. 5 sein. Warum verbietet sich eine weite Auslegung des Waffenbegriffs? – Weil sonst ein randalierender Steinewerfer in Nordirland den Bündnisfall auslösen könnte, sofern er Staatsangehöriger der Republik Irland wäre, denn damit käme nach der gegenwärtigen Lesart des Art. 5 der „Angriff“ von „außen“, vorausgesetzt natürlich, der Stein trifft einen Untertanen Ihrer Majestät. Freilich fand der Anschlag auf WTC und Pentagon auf einer anderen Größenskala statt, das rechtfertigt indes keinen Bruch des Rechts und willkürliche Auslegung internationaler Verträge. Für die Anwendung allgemeiner Rechtsvorschriften ist es ja ebenfalls unerheblich, ob eine beschädigte Lokomotive von Krauss-Maffei oder Märklin stammt.

2.   George W. und seine Verbündeten haben dem „internationalen Terrorismus“ den Kampf angesagt und die Zerschlagung von Osamas „internationalem Terrornetzwerk“ angekündigt. Diesem „Endziel“ dienen die Bombardements in Afgahnistan. Die Medien kolportieren diese Propaganda mit großem Eifer unreflektiert mit einer erschreckenden „Selbstgleichschaltung“. Seitdem es das Internet gibt, weiß fast jedes Kind, daß Netzwerke nicht dadurch vernichtet werden können, daß man den einen oder anderen Knoten zerstört. Das Internet ist ja vom Militär dazu erschaffen worden, auch bei großflächigen Störungen der Kommunikation die Nachrichtenübermittlung sicherzustellen. Ein „Enthauptungsschlag“ gegen Bin Laden könnte folglich nur dann dem „internationalen Terrorismus“ Einhalt gebieten, wenn dessen „Netzwerk“ hierarchisch strukturiert wäre wie einst die SS. Des weiteren ist die Behauptung, man könne einen -ismus mit Waffengewalt bekämpfen, unsinnig. Waffen können Wirkung nur gegen Menschen entfalten, nicht aber gegen geistige Konstrukte. Das haben alle Kriege des 20. Jahrhunderts gezeigt. Und es sind dieselben, die vehement für die Errichtung von Mahnmalen eintreten, die die Mahnung des Mahnmals nicht vernehmen wollen.

3.   Wenn eine Resolution des UN-Sicherheitsrates Bomben auf Afghanistan als „Selbstverteidigung“ überhaupt rechtfertigen kann, mit dem Auswechseln der Kriegsziele auf die „Beseitigung“ des Taliban-Regimes ist die Grenze der Verteidigung mit Sicherheit überschritten, zumal die Afghanen Kollateralschäden im eigenen Interesse (!) hinnehmen sollen. Abstruser kann eine Argumentation eigentlich gar nicht mehr sein. Aber weder für den „Führer“[1] noch für seine engsten Vasallen Tony und Gerhard gibt es ein Zurück. Dieses Triumvirat kann die Kampfhandlungen nicht beenden, ohne das Gesicht zu verlieren. – Und sein Gesicht verliert man nicht, egal, wer und wie viele dabei draufgehen. Am 7.10. 2001 war der Point-of-no-return überschritten.

4.   Thorwald Dethlefsen beschrieb die Methodik der modernen Medizin mit den Worten: „In der Technik gibt es viele Warnsysteme, wie beispielsweise eine rote Lampe an einer Gefriertruhe, die dann aufleuchtet, wenn die Temperatur in der Gefriertruhe ungewöhnlich ansteigt. Kein vernünftiger Mensch würde beim Aufleuchten dieser Lampe hingehen, die Birne locker schrauben und beim Verlöschen des Lichtes stolz verkünden, er habe die Gefriertruhe repariert. Bei der »Reparatur« des Menschen wiederholt sich dieser groteske Vorgang jedoch ständig. Kaum leuchtet ein Symptom auf, schon bringt der Arzt es zum Verschwinden und verbucht diesen Trick als einen Therapie-Erfolg.[2]  Doctores Bush – Blair – Schröder versuchen gegenwärtig, mit der sozialen Krankheit Terrorismus in verblüffend ähnlicher Weise fertigzuwerden. Allein, die Opfer militärischer Antibiotika sind Menschen. Und – Thomas Jefferson hat es in der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika ausdrücklich niedergelegt – alle Menschen haben unveräußerliche Rechte. – Ja sind denn Afghanen keine Menschen? – Offensichtlich nicht, denn der Schutz der Menschenwürde durch das Grundgesetz wird ihnen augenscheinlich ebensowenig zugestanden wie das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit:

5.   40 Milliarden US-$ hat Cowboy George in seiner Satteltasche. Das ist etwa das vierzigfache des Betrages, den Spender und öffentliche Haushalte in aller Welt für die Flüchtlinge in Afghanistan bislang zusammenkratzen konnten. Nach jüngsten Schätzungen hat der texanische Racheengel bereits 2 Mrd $ aus seiner Kriegskasse im wahrsten Sinne des Wortes verpulvert. Angenommen, in Afghanistan gäbe es 6 Millionen Kinder, dann hätte George W. jedes Kind mit bereits $ 333,33 auf dem Luftwege beglückt. Bislang rund $ 10,– pro Tag.. – Eine tolle humanitäre Leistung. Wie schön wäre es, wenn man Bomben auch essen könnte. Auch aus diesem Mißverhältnis der Beträge ergibt sich der Wille des Mr.Bush zum Waffengang, also zum rücksichtslosen Töten von Menschen. Ferner ergibt er sich aus dem Umstand, daß er sich im Kongreß die Kriegskasse hat füllen lassen, während er als aufrechter Amerikaner seine Landsleute aufforderte, Opfer zu bringen und für die Hinterbliebenen des WTC-Anschlages zu spenden. Für jeden, der im WTC zu Tode kam, kassierte der Feldherr Bush vom amerikanischen Steuerzahler fast 10.000.000 Dollar! – Hinzu kommen die Milliarden, die der britische und der deutsche  Steuerzahler für die „dauernde Freiheit“ der Afghanen aufbringen soll.

Gerhard Schröder hat sich später formal aus dem Triumvirat zurückgezogen und bei seinen „Amtskollegen“ prompt das Gesicht verloren. Dennoch ist er weiter am Krieg beteiligt, wenn auch nur als einer, der „Schmiere“ steht; das sei hier nochmals wiederholt.

Der 7.10. sollte Ihnen ins Auge fallen, er ist so wichtig wie der 4.7. Der 4.Juli ist der Geburtstag meiner Mutter, der 7. Oktober der meiner Frau. Und der 11.9. ist der Geburtstag meiner Stiefenkelin.

Lassen wir das Mysterium der Geburtsdaten einmal weg: Fakt ist, daß die tumben Deppen beider Seiten wie vorhergesagt aufeinander eindreschen und die Medien wie gebannt danebenstehen. Sie suchen Informationen, die sie nicht bekommen, sie bekommen statt dessen Informationen, nach denen sie nicht gesucht haben. Und sie verkaufen das Ganze nach außen als „Berichterstattung“. Es werden  Fragen gestellt, die schon längst keine mehr sind. Sie erinnern sich:

Und es soll niemand glauben, der Konflikt sei noch „beherrschbar“, wenn der erste Schuß erst einmal gefallen ist. – Im August 1914 waren meine Großväter ebenso wie der spätere Gefreite Hitler vom „Spaziergang nach Paris“ überzeugt. Am 26.3.2003 äußerte sich ein in Landstuhl behandelter Kriegsversehrter der US-Streitkräfte dahingehend, daß er die Schüsse, die auf ihn abgegeben worden wären, nicht verstehen könnte. ER wäre doch schließlich in den Irak gegangen, um das irakische Volk zu befreien. – Kann mir mal einer erzählen, welch ein Monstermärchen die Lakaien der texanischen Giftspritze den eigenen Soldaten aufgetischt hat? – Der Vormarsch der kaiserlichen Truppen fräste sich 1914 an der Marne fest, 60 km vor Paris, der Stadt, die nur einen „Spaziergang“ entfernt gewesen war…

Noch am 25.3.2003 beklagte sich George W., daß die US-Truppen von Gegnern angegriffen würden, die „sich nicht an die Spielregeln hielten“. – Ja, was denkt der Mann denn? – Haben sich russische, jugoslawische oder französische Widerstandskämpfer an „die Spielregeln“ gehalten?

Erschreckend in diesem Zusammenhang ist, daß die Medien diese durchaus Goebbelssche Sichtweise der Ereignisse stützen, denn da ist die Rede von als „Zivilisten verkleideten Kämpfern“. – Vor 60 Jahren waren „als Zivilisten verkleidete Kämpfer“ noch „heldenhafte Partisanen“.

 

Im allgemeinen ändern sich mit dem Ort und der Zeit der Ereignisse auch der Blickwinkel, unter dem ein Ereignis gesehen wird. Fixiert man indes die Kamera der Geschichte und beobachtet alles aus einer Perspektive, ist das Bild ein völlig anderes. – Sie erinnern sich an das „Urteil des jüngsten Gerichts“?:

 

Und seit dem 11.9.2001 befindet sich das Urteil in der Phase der Vollstreckung. – Ob es richtig oder falsch ist, interessiert nicht mehr, – es ist rechtskräftig. Damit ist es unabhängig von allen menschlichen Regungen ohne jedes Erbarmen zu vollstrecken. – Und in der „aufgeklärten“ und „westlichen“ Welt scheint es keinen dafür geeigneteren „Vollstrecker“ zu geben als

 

 

George W. Bush.

 

Er hat sich für diesen Posten schließlich durch seine Tätigkeit als Gouverneur von Texas als hervorragend geeignet erwiesen, er hat Todesurteile gleich Dutzendweise vollstrecken lassen. Diesmal aber wird er das Urteil zu Ziffer 1.) an sich selbst vollstrecken, denn er schickt sich an, so zu handeln, wie man es von einem überheblichen Südaffen, der sich mit Gewalt alles passend macht, erwartet: er schickt sich an, „den Irak“ auf das Prokrustesbett zu legen.

Volltreffer! – Wie vorausgesagt hat die texanische Giftspritze ihr Amt als Vollstrecker wahrgenommen. Erbarmungslos und ohne Rücksicht auf Verluste. Homo sapiens sapiens hat mit G. W. Bush endgültig und unwiderruflich den Planeten Erde verlassen, Australopithecus superbus Procrustes hat seinen Platz im Evolutionsgeschehen eingenommen. – Keinen Ehrenplatz, eher „unter ferner liefen“…

Sie können sich sicher vorstellen, daß ich trotz allem herzhaft lachen mußte, als George Dabbelju am 26.3.2003 vor seinen Truppen in Tampa/FLA verkündete, daß über Saddam und den Irak das “jüngste Gericht“ kommen würde. – Der Mann merkt nun wirklich nichts mehr, denn auch für ihn gilt, was Paulus an die Römer schrieb: sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten (Römer 3, 23). Bush wird in die Geschichte eingehen als Australopithecus superbus Procrustes Nummer 2, denn die Nummer 1 bin und bleibe ich:

Soweit ein Mensch etwas wissen kann, weiß ich, daß ich ein Australopithecus superbus Procrustes bin. Ich weiß auch, daß ich keine angeborene Tötungshemmung habe. Obgleich ich dies Gott sei Dank nie testen mußte, ergibt sich das ganz einfach aus den Mendelschen Gesetzen: Meine Großväter waren für Kaiser, Volk und Vaterland Feld ins gezogen; mein Vater und seine vier Brüder für Führer, Volk und Vaterland. Und es hätte nicht viel gefehlt – ich wäre Berufssoldat geworden. Nur der Sauhafen, der damals unter „Einsatzkompanie“ firmierte, brachte mich von diesem Gedanken ab. Auf der anderen Seite habe ich auch noch nie von einem Kriegsdienstverweigerer gehört, der sich auf eine angeborene Tötungshemmung berufen hätte. Wenn ich weiß, daß ich keine Tötungshemmung habe, kann ich mich schlecht für Institutionen stark machen, für deren Existenz die fehlende Tötungshemmung unabdingbar ist. Ganz im Gegenteil:

 Als Jurist gewöhnt man sich sehr schnell daran, Menschen zu „beurteilen“, Verhaltensweisen hier und jetzt als rechtswidrig oder verwerflich einzustufen, die an anderen Orten unseres Heimatplaneten gang und gäbe sind. Ein Jurist lernt aber auch, daß man die Verpflichtung haben kann, Gefahrenquellen zu beseitigen oder zumindest soweit unter Kontrolle zu halten, daß Leib und Leben oder Sachwerte Dritter nicht gefährdet werden. Und es kann für den Einzelnen die Pflicht bestehen, vor einer von ihm erkannten, aber nicht beherrschbaren Gefahrenquelle zu warnen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, die Gefahrenabwehr Mutter des Polizeirechts. Das weggeschossene Gesicht und verstreute Fleischfetzen sind die Mutter der Erkennungsmarke. Allein daraus ergibt sich als größte Gefahrenquelle für Leib, Leben und Sachwerte Dritter zwanglos das Militär und vor allem diejenigen, die Angriffsbefehle unterzeichnen. Angesichts der Bilder aus Irak erspare ich mir hier eine ausführliche Begründung.

Als Mensch, als „Patriot“ kann und muß ich, Australopithecus superbus Procrustes Nr. 1, meine Mitmenschen vor dieser gigantischen Gefahrenquelle warnen. Warum als „Patriot“? – Nun, mein „Vaterland“, meine „Patria“ ist der Planet Erde. Und ein anderes „Vaterland“ kann auch kein anderer Mensch haben. Denn die vielen Vaterländer und Nationen mit ihren bunten Fähnchen sind nichts als Hirngespinste, die keinerlei Bezug zu der Welt haben, in der, mit der und von der wir leben. Die politischen „Eliten“ aller Herren Länder sind nichts anderes als lebensgefährliche Sozialparasiten – Abschaum! Fahnen und selbst leibhaftige Präsidenten und Kanzler sind nicht mehr als der Geßlerhut für 6 Mrd. Artgenossen. – Sie verbreiten mit ihrer Macht Angst und Schrecken, aber Respekt, den verdienen sie nicht.

  Die Nummer 1 kann nun schlecht hergehen und der ungezogenen Nummer 2 die dringend notwendigen Leviten lesen. Da sei der Secret Service vor. Es ist aufgrund der Machtverteilung in der Welt also vollkommen ausgeschlossen, daß ich als „Schimmelreiter“ ins Oval Office einziehe und das ungezogene Äffchen Georgie Dabbelju an den Ohren  zum ICC nach Den Haag schleife. Dennoch läßt sich der Schimmel zumindest schon einmal satteln:

11. Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß: Treu und Wahrhaftigkeit, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit.

12. Und seine Augen sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Kronen; und er trug einen Namen geschrieben, den niemand kannte als er selbst.

13. Und er war angetan mit einem Gewand, das mit Blut getränkt war. Und sein Name ist: Das Wort Gottes.

14. Und ihm folgte das Heer des Himmels auf weißen Pferden, angetan mit weißem reinen Leinen.

15. Und aus seinem Munde ging ein scharfes Schwert, daß er damit die Völker schlage; und er wird sie regieren mit eisernem Stabe; und er tritt die Kelter, voll vom Wein des grimmigen Zornes Gottes, des Allmächtigen,

16. und trägt einen Namen geschrieben auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte: König der Könige und Herr aller Herren.

– Soweit die Offenbarung des Johannes, Kapitel 19:

Das Heer des Himmels auf weißen Pferden weckt zumindest bei mir die Assoziation mit den Fahrzeugen der Vereinten Nationen und der Presse. Und beide Institutionen werden langfristig mit den Mitteln von Treu und Wahrhaftigkeit die Wiederanpassung der Menschheit an das Prinzip des geringsten Zwangs und die Einhaltung reziproken Verhaltens in der reglobalisierten Wirtschaft bewachen  müssen. Dazu muß das „Wort“ – der Spruch des Richters, die Feder des Journalisten – die Gewalt der Waffe brechen. Das Recht muß mit der Macht brechen, damit die Mächtigen nicht ständig das Recht brechen können. Den Anfang aber muß die Presse machen, das scharfe Schwert des Wortes.

Stanley Milgram, dessen Experiment wieder einmal ein Feldversuch mit Hunderttausenden von unfreiwilligen Probanden folgt, hat gezeigt, wie man die Bereitschaft zum unbedingten Gehorsam drastisch senken kann: Nämlich durch das Auftreten einer zweiten Autorität, die zur befehlenden in Widerspruch tritt. Es wäre also an der Zeit, daß der Pabst, die Pariarchen, die Imame, aber auch die Rabbiner dieser Welt den Soldaten die Befolgung militärischer Befehle verbieten. Dieselbe Aufgabe müßte auch der UN-Sicherheitsrat wahrnehmen und die Befehle der Kriegsparteien einfach für Null und nichtig erklären. – Aber einstweilen wird es nicht dazu kommen, weil die Menschheit nach wie vor von ihrem Abschaum „regiert“ wird.

Geben Sie sich einen Ruck und der WELT-Öffentlichkeit die Antwort auf die Frage: Was kostet der Krieg? – Nicht 75 Mrd. US-$, die der Kongreß gefälligst zu bewilligen hat! Nein er kostet Menschenleben und wird von George W. Bush  und seinen Spießgesellen in aller Welt finanziert aus Mitteln, die sie ihren eigenen Landsleuten zuvor gestohlen und abgepreßt haben. Angesichts der Unsummen, die im Irak nutzlos in Wärme umgewandelt werden, haben die Bürger keinen realisierbaren Schadenersatzanspruch gegen ihre „Führer“. Aber die Bürger der Welt haben gegenüber der freien Presse einen Anspruch, nämlich den auf die Wahrheit.

„Wer die Wahrheit geigt, dem haut man die Geig’n auf den Kopf“, das muß jeder Chefredakteur einer Zeitung wissen, wenn er seinen Sessel einnimmt. Und genau das ist das Risiko, das er eingehen muß, und für das er erheblich besser bezahlt wird als ein Soldat, der die Rübe hinhalten muß.

Mit freundlichen Grüßen


[1] der westlichen Welt

[2] Dethlefsen, Schicksal als Chance, München 1986 S 150

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