IN MEMORIAM GIORDANO BRUNO

Hier finden Sie alles, was Sie eigentlich nicht lesen dürften

„Kulturzeit“ – ohne „Kultur“?

Posted by Gerhard Altenhoff - Januar 11, 2008

Liebes Kulturzeit-Team,
herzlichen Dank für die Sendungen vom 9. und 10.1. 2008. Sie bieten Anlaß, gleich zu mehreren Themata in einer Weise Stellung zu nehmen, die deren innere Verbundenheit aufzeigt.
Merkwürdig, aber am Tag, als Wilhem Busch die Augen für immer schloß, wurde Simone de Bouvoir geboren.
Wilhelm Bush war nicht nur Vater der Comics, in gewisser Hinsicht war er ein Visionär dessen, was unter dem Namen „Weltfrieden“ bekannt geworden, aber noch lange nicht verwirklicht ist. Für mich ist „bewaffneter Friede“ eines der wichtigsten Gedichte der Literaturgeschichte überhaupt:

Ganz unverhofft an einem Hügel
trafen einst sich Fuchs und Igel.
Halt! rief der Fuchs, du Bösewicht,
kennst du des Königs Ordre nicht?
Ist nicht der Frieden längst verkündigt
und weißt du nicht, daß jeder sündigt,
der immer noch gerüstet geht?
Im Namen seiner Majestät:
Geh her und übergib dein Fell! –
Halt! – sprach der Igel, nicht so schnell.
Laß dir erst deine Zähne brechen,
dann wollen wir uns weitersprechen.
Und schnell macht er sich kugelrund,
schließt seinen dichten Stachelbund.
Und trotzt getrost der ganzen Welt –
bewaffnet, doch als Friedensheld.

Es spiegelt die Verteidigungsstrategie der NATO zur Zeit des „Kalten Krieges“ ebenso wider wie die schon zu Buschs Zeiten geübte Verteidigungsstrategie der Schweiz.
Dieses Gedicht wurde von mir auch in meinem Schreiben vom 20.02.2003 an den Chefredakteur der WELT zitiert. – Wer konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, daß kaum 6 Wochen später ein Vers entstand, der von Wilhelm Busch für seinen „Namensvetter“ George Dabbelju hätte gedichtet sein können, aber einen Tag nach meinem 49. Geburtstag, am Tag nach dem „allgmeinem Dienstschluß“ für Saddam Hussein und seine Armee spontan entstand. Die Soldaten des George W. warteten voller Verwirrung in den Straßen Bagdads auf einen Häzuserkampf vom Kaliber .45 Berlin. – Aber es kam niemand:
Ist der Feind weg über Nacht,
bist du um den Sieg gebracht.
Und so war es auch, denn erst seitdem George W. sein „Mission Acclompished“ in die Welt hinausposaunt hatte, begannen die GI zu fallen wie die Fliegen…
Verkehrte Welt.

So verkehrt, wie die Welt, die Simone de Bouvoir mit ihrem „Feminismus“ zu ändern versuchte. Madame de Bouvoir machte den Fehler, dem nahezu jede Philosophin/jeder Philosoph zum Opfer fällt. Sie versuchte, den vorläufigen Endpunkt eines evolutionären Prozesses aus sich heraus zu erklären und die Mißstände, die sich daraus ergaben, zu „bekämpfen“.
Mme. De Bouvoir konnte freilich unsere engsten Verwandten in der übrigen Tierwelt, die Bonobos, nicht kennen. – Hätte sie sie gekannt, ihr Satz: „eine Hure tut’s für Geld, eine Ehefrau für ein Taschengeld“ wäre etwas anders formuliert worden. Bonobofrauen sind nämlich durch die Bank „Prostituierte“. Sie haben keinerlei Bedenken, Sex gegen Nahrung einzutauschen.
Auf der anderen Seite kennen Bonobofrauen keine „Ehe“. Die „Ehe“ als Institution ist mehr als „widernatürlich“. Sie zementiert in allen „großen“ und vielen „kleinen“ Religionen die Stellung der Frau als „Handelsware“.
Es bedarf freilich der Gewalt, um Frauen zur widernatürlichen Unzucht mit unliebsamen Geschlechtspartnern zu zwingen. – In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, daß in der Natur durchgängig das weibliche Geschlecht darüber entscheidet, welches „Männchen“ beim Sex „zum Zuge“ kommt. – Die Gewalt, mit der die natürliche weibliche Sexualität unterdrückt wird, reicht bis hin zur Verstümmelung der Geschlechtsorgane.
Es gibt keinen deutlicheren Hinweis darauf, daß der „moderne“ Mensch völlig aus der „Art geschlagen“ ist. Konrad Lorenz sprach von der „Verhausschweinung“ des Menschen; – das „Verkampfhunden des Neandertalers“ dürfte eher zutreffen.
Wenn es einem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika jemals einfallen sollte, mit seinen Atomwaffen die Welt in die Steinzeit zurückzubomben, dann möchte ich bitte ins Neandertal. Denn die Fellhütten der Neandertaler waren, wie die Behausungen in den vorangegangenen Jahrmillionen der „Menschwerdung“, nichts anderes als Sexclubs.
Ich gehe weit über die Kulturkritik de Bouvoirs hinaus, wenn ich behaupte, daß die Institution „Ehe“ die älteste Menschenrechtsverletzung überhaupt ist. Und das Bild, das am 18.12.2007 die Zeitungen füllte, ist eines der Zeugnisse für die Richtigkeit dieser These. – Was meinen Sie denn, was dem Mädchen in der „Hochzeitsnacht“ widerfuhr? – Marco W. saß dafür im Gefängnis, obwohl seine Partnerin zwei Jahre älter war und durchaus freiwillig mit ihm Sex hatte!

Kultur als „Staatsziel“ ins Grundgesetz?
Diese Frage stellt sich seit dem „Nievenheimer Manifest“ vom 19.12. 2007 nicht mehr. Das Grundgesetz hat gemäß Artikel 146 GG nur noch solange Gültigkeit, bis eine Verfassung in Kraft tritt, die das deutsche Volk in freier Entscheidung beschlossen hat. – Und an dieser Verfassung wird gearbeitet. –Ob es den „Berufspolitikern“, mit denen sich die Redakteure von „Kulturzeit“ immer noch zu unterhalten pflegen, paßt oder nicht.
Es sei mir der dezente Hinweis darauf erlaubt, daß auch die Sendung „Kulturzeit“ in diesem Zusammenhang ein Problem hat: Die Redakteure benutzen die Begriffe „Kultur und „Politik“ ohne jede handhabbare Definition. – Deswegen sind „Kultur“ und „Politik“ jedweder inhaltlichen Manipulation unterworfen. Dabei sind beide Begriffe vor dem Hintergrund der Evolution eindeutig bestimmbar:
Politik ist das Organisieren der Erledigung von Gemeinschaftsaufgaben. – So steht es auch im „Nievenheimer Manifest“ – Wenn Sie fragen, was denn „Gemeinschaftsaufgaben“ seien, so schauen Sie doch bitte einmal im Katalog der „versicherbaren Risiken“ nach.
Kultur ist die Gesamtheit aller erlernten Verhaltensmuster. – Im Hinblick auf diese Begriffsbestimmung der Kultur dürfte mir die Zustimmung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie sicher sein. – Ich habe dort freilich nicht angefragt, ob ich den Begriff „Kultur“ so definieren darf; dafür brauche ich weder von denen noch von irgend jemand anderem eine Lizenz.

Erst recht brauche ich dazu keine Erlaubnis von dem Mann, den sie ebenso falsch wie ungeniert als „Staatslenker“ bezeichnet haben: Gerhard Schöder. Dessen „Kulturstaatsminister“ Nie da – Rümelin konnte für sich das in Anspruch nehmen, was Ludger Vollmer ungeniert vor dem „Visa“-Untersuchungsausschuß zu Protokoll gegeben hatte:

„Ich war Staatsminister im Auswärtigen Amt. Als solcher war ich dem Herrn Fachminister gegenüber nicht weisungsgebunden und den Mitarbeitern gegenüber nicht weisungsbefugt.“
Ja kann mir denn einmal jemand verraten, wofür der Mann überhaupt Geld gekriegt hat? –

Eigentlich ist der von Ihnen beschworene „Staatslenker“ Schröder eher ein Fall für „NANO“, denn für „Kulturzeit“:
Vor mehr als 50 Jahren berichtete Adolf Portmann in seinem Werk „Das Tier als soziales Wesen“ über folgende Begebenheit, zu der anzumerken ist, daß Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen „Führern“ weder beabsichtigt noch zufällig sind:
„Während der Brunft (Dezember 1952) mußte der sechsjährige α-Schaufler (Albino) abgetan werden, da er einen Spießer und eine Kuh tödlich geforkelt hatte. Das α-Männchen wurde deshalb in Sichtweite der anderen Tiere abgeschossen. Durch den Abschuß entstand im Rudel eine merkliche Entspannung, und bald wurde die α-Stellung vom vierjährigen β-Bock, der regelmäßig mit dem α-Bock gekämpft hatte, eingenommen. Am toten Tier trennte man den Kopf ab, um ihn später im Fell zu präparieren. Das Stück wurde einige Tage für das Rudel unsichtbar in einem benachbarten Schopf aufbewahrt. Nun brachte man den Kopf außerhalb am Gitter des Geheges in der Höhe eines zur Kampfstellung geneigten Kopfes an. Die Geweihzacken wurden zu diesem Zweck in die Maschen des Gitters festgeklemmt. Sobald das Rudel den Kopf wieder erblickte, flüchtete es, soweit das Gehege gestattete. Bald darauf näherte es sich aber vorsichtig dieser Stelle, wobei der neue Leithirsch der Herde voranging. Er patrouillierte in einer Distanz von zwei Metern vor dem Kopf hin und her, indem er ihn seitlich anäugte. Schließlich wendete er sich ihm frontal zu und versuchte mit ihm zu kämpfen. Als aber kein Gegenstoß erfolgte, verzichtete er sehr bald auf diesen „Kampf“, versuchte es noch ein zweites Mal und nahm dann schließlich nie mehr eine Kampfstellung ein. Auch die übrigen Männchen und weiblichen Glieder der Herde wurden nun vom neuen α-Hirsch an den Kopf herangelassen. Sie näherten sich furchtsam, auf eine Distanz von höchstens 50 Zentimeter.
Nun wurden vor dem aufgehängten Kopf, innerhalb des Geheges, in verschiedenen Distanzen Roßkastanien, ihr Lieblingsfutter, ausgelegt. Bis auf eine Entfernung von ein bis zwei Metern wagten sich nun sämtliche Tiere heran, um Kastanien aufzunehmen. Näher wagte sich einzig der neue α-Hirsch. Es konnte also in diesem Fall beobachtet werden, daß vom α-Tier-Symbol (Kopfgeweih) immer noch eine autoritative, Distanz gebietende Wirkung ausging.
Der Kopf wurde dann einige Stunden entfernt und am selben Tag wieder aufgehängt. Das Verhalten des Rudels war ungefähr dasselbe, nur daß diesmal der junge Leitbock es wagte, die Geweihenden seines ehemaligen Rivalen zu beschnuppern.“
Eine Ähnlichkeit mit einem einbalsamierten Papst ist ebenfalls nicht beabsichtigt, aber auch nicht eben zufällig; weil der „Tod“ im limbischen System steckt.
Als „beherrschende Lebensform“ und „rational“ denkender Mensch werden Sie einwenden, so einfach könne es nicht sein, weil sich der Mensch dank seines Denkvermögens von den Tieren erheblich unterscheide.
Ich halte dagegen: „So einfach ist das!“ – Ein von Konrad Lorenz begründeter Zweig der Verhaltenswissenschaften nennt sich „Humanethologie“, die Lehre vom menschlichen Verhalten. Lorenz war auch Mitbegründer der „vergleichenden Verhaltensforschung“. Aber weder Konrad Lorenz noch seine Jünger haben jemals „Organethologie“ betrieben. Sie haben sich lediglich mit dem geäußerten Verhalten der Gesamtorganismen beschäftigt. Demgegenüber beschäftigt sich die „vergleichende Anatomie“ mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der Gestaltgebung der verschiedenen Organe. Vergleicht man jedoch das Verhalten der Organe miteinander, so kommt man ohne Schwierigkeiten zu der Feststellung, daß sich das Herz eines Damhirsches dem eines Menschen ähnlich verhält. Dasselbe gilt für Magen, Leber, Darm, Lunge, Niere etc. etc. bis hin zu den Muskeln, Bindegeweben und Knochen. Auch das Gehirn eines Damhirsches verhält sich ähnlich wie ein menschliches Gehirn. Es hat eine kleinere Großhirnrinde, aber es hat ein limbisches System und einen Mandelkern; es verfügt also über die Strukturen, in denen Gefühle „gemacht“ werden.“ (G. Altenhoff, der Schnitter ging über den Jordan, S. 70ff)

Pünktlich zum „Wahlkampfauftakt“ meldet sich der abgeschlagene Kopf der Republik zurück und erhebt Ansprüche auf die Roßkastanien. – Und siehe da, das Rudel, „Medien“ genannt, zollt dem Geweih des Verendeten immer noch den Respekt, den er sich im Leben nicht verdient hatte.

Taryn Simons Bilder zeigen das Verborgene, das nur deswegen nicht offensichtlich ist, weil Propanganda und Demagogie die Aufmerksamkeit vom Wesentlichen ablenken. Was Frau Simons zeigt, sollte man ernst nehmen, wir brauchen eine „Kultur des Hinsehens“, und zwar des genauen Hinsehens – so wie Zille es tat.

Und wenn Klaus Staeck meint, es gäbe keine Künstler mehr, die in die Hinterhöfe hineinblickten, so irrt er. Wenn ich mich recht entsinne, ist der Staeck ebenso Jurist wie ich. – Und ich schätze, daß Collagen, die am Computer entstanden, denen mit Papier, Schere und Uhu geschaffenen durchaus ebenbürtig sind: fotos.web.de/willem.tell/politik „Deutsche Arbeiter! –Die SPD will Euch Eure Villen im Tessin wegnehmen“ – Das war einer der von Staeck entworfenen Slogans. – Damals schon Populismus im besten Schröder-Stil.

Wie der Trick aller Populisten und Demagogen (was ja dasselbe ist) funktioniert, erfahren Sie unter http://advocatusdeorum.wordpress.com/bilderratsel/
Daß es klappt, wußte bereits vor mehr als 2.500 Jahren Aristoteles; – er hatte allerdings trotz seiner psychologischen Studien noch keine Ahnung davon, wie der Trick funktioniert:
Die fünfte Art der Demokratie ist diejenige, in der zwar die bisher genannten Bestimmungen auch gelten, der ausschlaggebende Faktor aber der Wille der Menge ist, nicht das Gesetz. Dies ist da der Fall, wo die Volksbeschlüsse als solche Geltung haben, nicht das Gesetz. Dies ist die Folge der Wirksamkeit der Demagogen. Denn in den Demokratien, wo riach dem Gesetze regiert wird, ist kein Raum für Demagogen, sondern die tüchtigsten Bürger stehen an der Spitze. Wo aber die Gesetze nicht in Geltung stehen, da gedeihen die Demagogen. Denn hier wird das Volk zum Monarchen, indem es ein einheitlicher, aus vielen zusammengesetzter Souverän wird. Denn die Menge ist hier Herr; nicht der einzelne, aber die Gesamtheit. Ob Homer an der Stelle, wo er sagt, „Vielherrschaft sei nichts Gutes1″, diese Art der Demokratie gemeint hat oder eine Verfassung, bei der eine Mehrheit von Gebietern je für sich herrscht, muß dahingestellt bleiben. Ein solches Volk, das tatsächlich Monarch ist, sucht seine Herrschaft in der Weise auszuüben, daß es sich nicht dem Gesetz unterstellt, und wird so despotisch. Bei ihm stehen die Schmeichler in Ehren, und es entspricht unter den verschiedenen Formen der Monarchie der Tyrannis. Deshalb trägt es auch ganz denselben Charakter: beide vergewaltigen die tüchtigeren Bürger, die Volksbeschlüsse sind das, was dort persönliche Befehle sind, und der Demagog und der Schmeichler sind dieselbe Menschenart und entsprechen einander. Beide haben bei beiden die einflußreichste Stellung: die Schmeichler bei dem Tyrannen und die Demagogen bei einem solchen Volke. Diese sind daran schuld, daß die Volksbeschlüsse und nicht die Gesetze den Ausschlag geben, da sie alles vor das Volk bringen. Sie gewinnen dadurch den Vorteil, daß sie großmächtige Herren werden, da das Volk Herr über alles ist, sie selbst aber Herren über die Meinung des Volks; denn die Menge schenkt ihnen Glauben. Erhebt man gegen einen Beamten eine Beschuldigung, so sagt man, das Volk müsse über ihn zu Gericht sitzen, und das Volk nimmt diese Berufung mit Freuden an. Das bedeutet aber den Ruin aller Ämter. Gegen eine solche Demokratie erhebt man offenbar mit Recht den Vorwurf, sie sei keine Verfassung mehr. Denn wo das Gesetz nicht herrscht, besteht auch keine Verfassung. (Aristoteles, Politik, Verfassungsformen)
Ernst Morizt Arndt fügte aus seiner Sicht ergänzend hinzu:

Daß man mir vor dem unschuldigen Worte nicht erschrecke!
Demokrat, demokratisch, Demokratie sind durch die Klänge der letzten zwanzig Jahre und durch den Mißbrauch, den man mit diesen Klängen getrieben hat, für die Herzen und Ohren aller Guten zu einer Art Rattenpulver geworden; in ihnen selbst liegt nichts Abscheuliches, sie beziehen sich allein auf das Große und Allgemeine, was man Volk nennt, und die besten Kaiser und Könige und alle edle Menschen haben ja auch immer nur bekannt, daß sie für das Volk da sind und für das Volk und mit dem Volke regieren. Das Volk ist ebenso heilig, als der Pöbel unheilig ist. Jemand, der wünscht, daß für das Volk und durch das Volk geherrscht werde, heißt Demokrat; jemand, der wünscht, daß durch den Pöbel und mit dem Pöbel geherrscht werde, heiß Ochlokrat. Ein solcher ist redlichen Herzen nicht nur Rattenpulver, sondern sie möchten auch, dass ihm Rattenpulver gegeben würde, damit die Gesellschaft des Ungeziefers los werde, das nur blutige und greuelvolle Taten erzeugen kann.
(EMA, über künftige ständische Verfassungen in Deutschland, 222)
Politischer Unverstand offenbart sich in Reden, Schriften und Anordnungen, in leerer Gedankenlosigkeit, die noch mit Seifenblasen spielen kann, welche gleich Gedanken aussehen, aber keine Gedanken sind; wir sehen immer das Entfernteste und Schimmernde, weil wir das Nahe und Wahre zu sehen nicht den Mut haben. So sehr sind wir von der Würde und Freiheit unserer Altvordern ausgeartet.
(EMA, über künftige ständische Verfasssungen in Deutschland, 200)
– Paul Wazlawick hat dem Thema ein ganzes Buch gewidmet: „Wie wirklich ist die Wirklichkeit?“

Also, liebes Kulturzeit-Team, wie wirklich ist die Wirklichkeit nun wirklich , die von der „Kulturzeit“ dem Zuschauer als „real“ präsentiert wird?

Mit freundlichen Grüßen

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Gottes Segen – eine „Holschuld“?

Posted by Gerhard Altenhoff - Juli 25, 2007

Von: advocatus.deorum@planet.ms

An:k.koltermann@st-pankratius.de,b.kirfel@st-gabriel-delrath.de,johnkallarackal@hotmail.com, Jacalackal2001@yahoo.com, achimschatzl@aol.com
Kopie:kardinal@erzbistum-koeln.de,ralf.meister@wort-zum-sonntag.de, presse@erzbistum-koeln.de, deutsch@vatiradio.va

 

Datum: 26.12.06 03:20:31

 

Betreff: FW: Weihnachtsbotschaft 2006
Inhalt:
Received: from [217.254.73.4] by freemailng5301.web.de with HTTP;
Tue, 26 Dec 2006 03:20:31 +0100
Date: Tue, 26 Dec 2006 03:20:31 +0100

Message-Id: <614637436@web.de>
—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: gerhard.altenhoff@email.de

 

Gesendet: 25.12.06 03:08:22
An: pfarrerin.meyer-claus@t-online.de, Michael.Parpart@gmx.de, thor-schmidt@gmx.de, RalfDuechting@aol.com,
CC: bodo.kaiser@evdus.de, landesbischoefin@evlka.de, email@max-planck.com, kardinal@erzbistum-koeln.de, ralf.meister@wort-zum-sonntag.de, hpolitycki@web.de, briefe@schaufenster-online.de, deutsch@vatiradio.va

 

Betreff: Weihnachtsbotschaft 2006

 

Fürchtet Euch nicht und frohe Weihnachten,
Seit der Konfirmation meines Stiefenkels Sebastian im Mai 2006 war mir klar, daß ich den Wortlaut des Segens am Schluß des Gottesdienstes nicht mehr richtig in Erinnerung hatte. An diesem Tag war mir ganz besonders der ständige Gebrauch des Konjunktivs übel aufgestoßen. Also machte ich es zu meinem festen Vorsatz, auch hier die Vorzeichen umzukehren und den Segen in den Indikativ zu setzen, wodurch sich ein vollständig anderes Bild des Verhältnisses, das ein Mensch zur Schöpfung hat, ergibt. – Bestärkt wurde ich in diesem Entschluß durch eine Taube. Auf dem Heimweg vom Gottesdienst flog diese seitlich auf unseren Wagen zu, ich bremste ab, was sie nicht zu stören schien. Dann aber schwenkte sie in Fahrtrichtung ein und flog wie ein Lotse in etwa einem Meter Abstand vor dem Wagen her. Nach 40 bis 50 Metern kippte sie über den rechten Flügel und entfernte sich wieder.
Je näher Weihnachten rückte, desto ofter dachte ich daran, wieder einmal in die Kirche zu gehen, um mir den genauen Wortlaut des Segens zu merken. – Das brauchte ich jedoch nicht, denn ich bekam ihn mit dem Gemeindebrief „Brücken bauen“, Ausgabe Dez/Jan/Feb „frei Haus“ geliefert. Ralf Düchting hatte ihn in seiner Betrachtung über die vielfältigen Formen des Segens sogar noch typographisch vervorgehoben. – Und wieder dieser Konjunktiv.
Sezten wir den Segen nunmehr in den Indikativ:
Der Herr segnet und behütet dich, der Herr läßt leuchten sein Angesicht über dir und ist dir gnädig. Der Herr erhebt sein Angesicht auf Dich und gibt dir Frieden.
Ralf Düchting liefert die etymologische Herkunft des Wortes „Segen“ dankenswerter Weise gleich mit, das lateinische „signare“ Ralf Düchting übersetzt das „signare“ doch reicht einseitig mit „das Zeichen des Kreuzes schlagen“. – Das aber bedeutet „signare“ mit Sicherheit nicht, denn ware diese Übersetzung auch nur annähernd richtig, hätten alle „Signale“ dieser Welt Kreuzesform. „Der kleine Stowasser“, das Standardlateinwörterbuch an deutschen Schulen läßt eine vielfältige deutsche Übersetzung des „signare“ zu: einkerben, einschneiden, eindrücken, mit Zeichen versehen, bezeichnen, siegeln,versiegeln, prägen, auszeichnen, schmücken, kenntlich machen; – und schlußendlich – : beobachten, bemerken. In der letztgenannten Bedeutung wird es vor allem vom Dichter Vergil verwendt: aliquem oculis signare: jemanden mit den Augen bezeichnen = beobachten. „Beobachten“ in diesem Sinne ist nicht mit „Bespitzeln“ gleichzusetzen, sondern vielmehr mit dem „Im-Auge-behalten“. Diese Art von Beobachtung ist Voraussetzung des Behütens. Wer behütet, der ist auf der Hut, er schaut auf der einen Seite nach seinen Schützlingen, auf der anderen nach möglichen Gefahren.
An dieser Stelle taucht als Paradebeispiel unweigerlich der „Bulle“ auf. Der Leitstier einer Rinderherde behütet zusammen mit den anderen Stieren die Herde. Stiere sind die wahren „Natural Born Cowboys“. Der Leitstier entscheidet im Zweifel darüber, ob eine unbekannte Situation gefährlich ist oder nicht. Er hat damit allein die Verantwortung. Er ist der „Herr“ der Herde, aber im Unterschied zu den „Herren“ und „Führern“ des Menschengeschlechts erteilt er keine Befehle und erwartet keinen Gehorsam. Und im Sinne des Stiers will ich das Wort „Herr“ hier verstanden wissen. – Der Herr segnet und behütet, und zwar in dem Sinne, daß er dafür sorgt, daß der Prozeß des Leben auf unserem Planeten seit fast vier Milliarden Jahren ohne jede Unterbrechung fortdauert. Und er wird weitergehen, wenn es das Muster „Mensch“ längst nicht mehr geben sollte. Denn auch der Mensch ist nur eine „Spezies“. Auch dieses Wort ist lateinischer Herkunft und bedeutet ursprünglich „Bild, Abbild“. – Heute würden wir vielleicht sagen: „Katalogbild“. Wir als Individuen mögen uns für „sterblich“ halten, aber wir sind bei aller Indivialität (Unteilbarkeit) Erscheinungen des „Lebens“.
Daß der Herr sein Angesicht leuchten läßt, hat man wohl am besten anläßlich der Trauerfeier von Papst Johannes-Paul II gesehen. Die Wolken rissen auf und die Sonne kam hervor. – Aber keiner der Anwesenden schien das bemerkt zu haben. Gnädig ist der Herr ohnehin, man braucht ihn nicht darum zu bitten, denn das deutsche „gnädig“ ist ursprünglich kein „Gnadenerweis“, kein Verzicht auf Strafe, der lateinische Ursprung dieses Wortes lautet schlicht und ergreifend „Gefälligkeit“. Das lateinische „gratia“ kann freilich viel mehr bedeuten: Anmut, Liebreiz, Beliebtheit, Gunst, Ansehen, Freundschaft, Liebe, Wohlwollen, Dank und Erkenntlichkeit. – Unser Lehnwort „gratis“ entspringt ebenfalls dieser Wurzel. Und wie oft bekommen wir von der Natur etwas „gratis“? – Denken sie im nächsten Sommer einmal darüber nach, wenn sie von einem Brombeerstrauch am Wegesrand naschen. Denken Sie darüber nach, daß der Schnee, der Ihnen das Vergnügen des Skifahrens beschert, gratis ist. Und denken Sie an die große Sonnenbank, die Ihnen der Himmel gratis zur Verfügung stellt. – Aber selbst wenn Sie das Wort „gnädig“ mit „Verzicht auf Strafe“ gleichsetzen wollen, stimmt die Sache immer noch. In der Natur gibt es keine „strafende Gewalt“. Die „Strafe“ ist ein Phänomen, das unseren verkrüppelten Tausch-und-teile-Instinkt entspringt. – Dies hier näher auszuführen, würde freilich zu weit führen, halten wir einfach fest, daß „Strafen“ eigentlich wider die Natur ist und allein deswegen Gott keine „strafende Instanz“ sein kann, gegenüber der man um „Gnade“ winseln müßte. Der Herr erhebt sein Angesicht auf dich und gibt dir Frieden. – Wenn dir jemand begegnet, dir ins Auge schaut und zu dir sagt: „Ich habe hier ein Paket für dich, da steht „Frieden“ drauf“; was machst du dann? – Klar, du nimmst es an.
Mit dem Paket „Frieden“ ist das aber so eine Sache, wenn der „Friedensempfänger“ die Kalashnikow in der Hand hat, kann der den Frieden nicht annehmen, er könnte ihn annehmen, aber dazu müßte er die Waffe fallen lassen.
Der Frieden paßt nicht in die geballte Faust. Der Frieden paßt auch nicht in die „pronierte Hand“ (bei der sozialen Dominanzgeste „pronierte Hand“ weist die Handfläche der geöffneten Hand nach unten, die Fingerspitzen liegen tiefer als das Handgelenk.) Der Frieden paßt nur in die „non-habeo“-Hand,sie ist geöffnet und die Handfläche weist nach oben.
Spricht man den Segen in der Indikativform, so wird am Ende eindeutig: Bezüglich des Friedens ist der Mensch in Annahmeverzug. – Und da hilft auch nicht der Segen am Ende des Gottesdienstes.
Und wenn der Papst, der traditionell seinen Besuchern die „pronierte Hand“ zwecks Huldigung anbietet, am 24.12.2006 meint, die Menschen sollten mehr für den Frieden tun, dann fühle ich mich persönlich angegriffen:
Es begab sich aber zu der Zeit, da der „EXPRESS“ in seiner Ausgabe vom 22.12.2006 titelte: Heute gilt’s drum: Sex für den Weltfrieden. Noch am selben Abend entstand das Bild, in dessen Zentrum der Neandertaler stand. Sein Konterfei hatte ich der BILD entnommen, und zwar der Ausgabe vom 16.6.2006, in der sie die Frage beantwortet wissen wollte: „Wer ist der echte Neandertaler“ und mit dem Slogan verbunden, den ich schon vor einigen Jahren dem Neandertaler in den Mund gelegt hatte: Kuscheln statt Killen.
Am 23.12.2006 deckte ich mich bei Tabakwaren Biecker (Tabakladen bei EDEKA) mit Vorräten für die Feiertage ein. Wenn Sie am 27.12.,2006 dorthingehen, werden auch Sie dort ein Exemplar der Zeitschrift „Die NRW-STIFTUNG“ finden. Auf der Titelseite der verschmitzt lächelnde Neandertaler und der Hinweis: „Neues aus dem Neandertal“. Als ich das Bild sah, entfuhr mir spontan: „Das darf doch nicht wahr sein!“ – Keiner konnte mit meiner Bemerkung etwas anfangen. Aber man wird sich sicher noch an meine Erzählung erinnern, wie das verschmitzte Lächeln zustandekam: man hat dem guten Mann bei der Gesichtsrekonstruktion die Geschichte von Bill Clinton und Monica Lewinsky erzählt…“
Die Seite 2 hatte ich noch nicht gesehen, und auch Sie werden erstaunt sein, was Sie da zu sehen bekommen. Um Sie nicht aber länger auf die Folter zu spannen, habe ich das Bild herauskopiert und an diese Mail angehängt. Der Segen des Neandertalers
Meine Mail mit dem „Original-Neandertaler“, die an EXPRESS und BILD ging, werde ich im Anschluß an Sie weiterleiten. Achten Sie bitte genau auf Datum und Uhrzeit.
Ein schöneres Go! Für diese Zeilen kann der größte Ketzer aller Zeiten sich nur wirklich nicht wünschen.
Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Altenhoff
— Ostern ist expoliv! – So die Botschaft auf der Titelseite des Pfarrbriefs von St. Odilia Gohr zu Ostern 2006. – Laut Titelbild fliegen die „Trümmer“ dieser Explosion vom Kreuz weg.
Weihnachten ist wesentlich explosiver. Das ergibt sich aus dem Titelblatt des Pfarrbriefs „Brücken Bauen“ der evangelischen Kirchengemeinde Norf-Rosellen-Nievenheim. Dieses zeigt einen sich entfaltenden Farn. Der Farn wiederum ist ein schönes Beispiel für die nichtlinear-dynamischen („chaotischen“) Eigenschafen der Natur. Denn das „Chaos“ ist – entgegen dem allgemeinen Gebrauch dieses Wortes.- nicht „regellos“, sondern unterliegt strengen Gesetzmäßigkeiten, die uns Menschen freilich überwiegend verborgen bleiben, weil wir mit unseren beschränkten Möglichkeiten nicht in der Lage sind, alle erforderlichen Daten zu erfassen. – Ist es Zufall, daß der Farn mit der Jahreslosung 2007 verbunden wird?
Gott spricht: Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht? (Jesaja 43,19a)
Nur muß mir mal einer erzählen, wo ich in Jesaja 43, den Vers 19a finde. – in jedem Gesetzbuch findte sich mit Sicherheit ein erwähnter § 4711a. – Aber Jesaja 43, 19a ist zumindest in der Lutherbibel nicht zu finden:
19. Denn siehe, ich will ein Neues machen; jetzt soll es aufwachsen, und ihr werdet’s erfahren, daß ich Weg in der Wüste mache und Wasserströme in der Einöde,
20.daß mich das Tier auf dem Felde preise, die Schakale und Strauße. Denn ich will Wasser in der Wüste und Ströme in der Einöde geben, zu tränken mein Volk, meine Auserwählten
Im 43 Kapitel lehnt Gott vor allem das „Opfer“ ausdrücklich ab:
23. Mir hast du nicht gebracht Schafe deines Brandopfers noch mich geehrt mit deinen Opfern; mich hat deines Dienstes nicht gelüstet im Speisopfer, habe auch nicht Lust an deiner Arbeit im Weihrauch;
24. mir hast du nicht um Geld Kalmus gekauft, mich hast du mit dem Fett deiner Opfer nicht gesättigt. Ja, mir hast du Arbeit gemacht mit deinen Sünden und hast mir Mühe gemacht mit deinen Missetaten.
25.Ich, ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht.
26.Erinnere mich, sage an, wie du gerecht willst sein.
Ich kann mir nicht helfen, aber dieses Zitat sieht ein wenig anders aus als das der Jahreslosung für 2007, es ist einfach umfassender.
Es ist ebenso interessant wie verblüffend, es auf diesem Wege zu erfahren:
Schon Jesaja hatte herausgefunden, daß „der da oben“ sich von den Menschen keine „Allgemeinen Geschäftsbedinungen“ aufnötigen läßt. Das „Opfer“, das erbracht wird, soll schließlich seit Urzeiten die jeweilige Gottheit „gewogen“ machen und zu der vom Menschen vorgestellten Gegenleistung veranlassen. Das aber ist, Jesaja ist darin beizupflichten, der jeweiligen Gottheit nichts als ein Dorn im Auge und lästig.
Aber, ich sagte es bereits, Gott straft nicht. Er kennt weder ein „Strafgesetzbuch“ noch ein „Gesetz über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen“. Der Mensch braucht die „Stafe Gottes“ weder zu erwarten noch zu fürchten, er kann freilich auch nicht erwarten, daß Gott seine „Allgemeinen Geschäftsbedingungen akzeptiert.
Wenn man dann noch die „unmittelbare Vorgeschichte“ der Jahreslosung mit einbezieht, wird der Widerwille Gottes gegen den Unverstand des Menschen, vor allem gegen das Militär, noch deutlicher:
16.So spricht der Herr, der im Meer Weg und in starken Wassern Bahn macht;
17.der ausziehen läßt Wgen und Roß, Heer und Macht, daß sie auf einem Haufen daliegen und nicht aufstehen, daß sie verlöschen, wie ein Docht verlischt
18.Gedenket nicht an das Alte, und achtet nicht auf das Vorige!
„Gedenket nicht an das Alte, und achtet nicht auf das Vorige“; – dieser Satz kann nicht bedeuten, daß man die Geschichte vergessen soll, vielmehr ist es eine unzweifelhafte Aufforderung zum Tabubruch, zum Bruch mit den „geheiligten“ Traditionen.
Wegen Jesaja 42 kann ich auch nicht beleidigt sein, weil der Papst die Menschen zum Eintreten für den Frieden aufgefordert hat, meinen persönlichen und unorthodoxen Eintritt für Frieden und Menschenrechte aber geflissentlich übersieht.
Aber nach seiner „Weihnachtsbotschaft“ muß ich die Frage stellen.
„Ist nicht der Papst derjenige, der den Weg in den Weltfrieden dadurch eröffnen könnte, daß der katholischen „Soldaten“ den Gehorsam verbietet?“
Und diese Frage zu stellen, bedeutet, sie zu bejahen.
Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Altenhoff

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Der Kardinal – ein Hüter seines Bruders?

Posted by Gerhard Altenhoff - Juli 24, 2007

Von: gerhard.altenhoff@email.de
An: kardinal@erzbistum-koeln.de
Datum: 09.12.06 01:46:19
Betreff: Ungewitter über Kardinal Meissner

 Received: from [217.185.174.117] by freemailng5303.web.de with HTTP;
Sat, 09 Dec 2006 01:46:19 +0100
Date: Sat, 09 Dec 2006 01:46:19 +0100
Message-Id: <603242156@web.de>
Lieber Kardinal Meissner,
ich schätze, Sie haben mit Ihrem Verbot, multireligiöse Feiern zuzulassen, voll daneben gegriffen.
Das kann vorkommen, sollte Sie aber dazu veranlassen, sich ein paar Gedanken zu machen, ob „Verbote“; im Sinne des Schöpfers sind.
Dieser hat nämlich alle Menschen gleich geschaffen, wie das MPI für evolutionäre Anthropologie in Leipzig herausgefunden hat
„;Seit kurzem zählt man sechs Milliarden Menschen auf der Erde – verteilt über alle Kontinente sowie auf unzählige, nach Hautfarbe, Sprache, Religion, Kultur und Geschichte unterscheidbare Gruppen. Doch diese bunte Vielfalt ist nur „Fassade“. Denn auf molekulargenetischer Ebene, das zeigen jüngste Analysen an Schimpansen (Science, 5. November 1999), durchgeführt am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, bietet die Menschheit ein überraschend einheitliches, geradezu „familiäres“ Bild: Verglichen mit ihren nächsten tierischen Verwandten, den Schimpansen, sind alle derzeit lebenden modernen Menschen immer noch „Brüder“ beziehungsweise „Schwestern“…“;
So das Statement der Presseerklärung, die von der Max-Planck-Gesellschaft am 4.11.1999(!) zur Veröffentlichung freigegeben wurde. Sie finden es als PDF-Datei in der Anlage.
Wenn wir alle, Sie und ich, ich sage besser Du und ich, Brüder und Schwestern sind, wer soll denn da von woher die Befugnis haben, den Bruder oder die Schwester vom Tisch des Herrn zu weisen?
Muß es nicht vorrangiges Ziel aller Konfessionen sein, den Kindern in der sich reglobalisierenden Welt wieder beizubringen, auch im „Fremden“ den „Bruder” bzw. die „Schwester“ zu erkennen?
Ist es nicht an der Zeit, dem „globalisierten“ Wahnsinn des „globalen Bürgerkriegs“ ein Ende zu setzen?
Ich habe oben den Begriff „Konfession“ benutzt, denn es gibt auf dem Planeten keine unterschiedlichen „Religionen“.Juden, Christen, Moslems, Buddhisten, oder die Anhänger der verschiedensten „kleineren Religionen“, sie haben nur unterschiedliche „Konfessionen“, unterschiedliche Glaubensbekenntnisse.
Von „religio“ ist jedoch bei kaum einer etwas zu spüren:
Katholische wie evangelische Theologen haben Latein gelernt. Sie haben aber offenbar vergessen, was „religio“ in seiner ursprünglichen Bedeutung meint: „Bedenken, Skrupel“. Bedenken gegenüber dem eigenen Handeln und Skrupel gegenüber den Mitmenschen und dem Planeten, der unser aller Leben garantiert.
Bei Karl Kéreny (Antike Religion) fand ich übrigens die schönste Übertragung des lateinischen „religio“; – „wählerische Behutsamkeit“.
„Behutsamkeit“, das hat viel mit „Hüten“ zu tun. „Hüten“ aber heißt aufpassen, nicht kommandieren. Insofern ist jeder Stier einer Rinderherde ein besserer Hüter als jeder Episcopos.
Eine Art „rechtsvergleichender“ Betrachtung über die Verfassung eines Bienenstaats, eines Löwenrudels, einer Rinderherde und des „Staates“ finden Sie unter http://www.lulu.com/advocatusdeorum.
Dort finden Sie auch die überraschende Antwort Gottes auf Kains Frage: „Soll ich meines Bruders Hüter sein?“
Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Altenhoff

 

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Der Tag, an dem dem Papst der Hut hochging

Posted by Gerhard Altenhoff - Juli 24, 2007

 

Von: „kardinal@erzbistum-koeln.de“ <kardinal@erzbistum-koeln.de>

An: advocatus.deorum@planet.ms

Kopie:

Datum: 18.08.05 22:42:25

Betreff: [www.erzbistum-koeln.de] Ihre Nachricht an den Erzbischof von Köln!

Inhalt:

Received: from [213.131.237.15] (helo=server715.mivitec.net)

by mx22.web.de with esmtp (WEB.DE 4.105 #297)

id 1E5rDT-0008Qv-00

for advocatus.deorum@planet.ms; Thu, 18 Aug 2005 22:42:23 +0200

Received: from server715.mivitec.net (localhost [127.0.0.1])

by server715.mivitec.net (Postfix) with ESMTP id 0D6833FA17

for ; Thu, 18 Aug 2005 22:42:21 +0200 (CEST)

Message-ID: <5085579.1124397741052.JavaMail.tomcat@localhost>

Date: Thu, 18 Aug 2005 22:42:21 +0200 (CEST)

From: „kardinal@erzbistum-koeln.de“

To: advocatus.deorum@planet.ms

Subject: =?ISO-8859-1?Q?[www.erzbistum-koeln.de]_Ihre_Nac?=

=?ISO-8859-1?Q?hricht_an_den_Erzbischof_von_K=F6ln!?=

Mime-Version: 1.0

Content-Type: multipart/related;

boundary=“—-=_Part_202_10369893.1124397741051″

Sender: kardinal@erzbistum-koeln.de

Vielen Dank für Ihre Nachricht an den Erzbischof von Köln!

Auf dem Internetserver http://www.erzbistum-koeln.de wurde das Kontaktormular wie folgt ausgefüllt:

Anrede Herr

Vorname Gerhard

Nachname Altenhoff

Straße / Nr. Karl-Küffler-Str. 41

PLZ / Ort 41542 Dormagen

Telefon 02182 60 23 8

E-Mail advocatus.deorum@planet.ms

Ihre Nachricht Lieber Kardinal Meissner,

im Wege der Geschäftsführung ohne Auftrag und handelnd als Vertreter ohne Vertretungsmacht möchte ich Sie bitten, Papst Benedikt XVI. auch im Namen der olympischen Götter am Rhein zu begrüßen. Die etwas stürmische Begrüßung durch Aeolos hat Benedikt XVI. wohl als solche nicht wahrnehmen können.

 

Ferner bitte ich Sie, dem Papst die Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft zu überreichen, aus der hervorgeht, daß alle lebenden Menschen als „Brüder“ bzw. „Schwestern“ anzusehen sind. Ohne jede Ausnahme.-Ich übermittele die genannte Presseerklärung an Ihre Pressestelle.

 

Sie werden sich sicher die Augen reiben und fragen wollen, wie denn einer von den und für die olympischen Götter sprechen kann. Die Antwort ist ganz einfach: Sie haben sich bei mir zurückgemeldet. Den Anfang machte Zeus, der meine uralte theologische Frage beantwortete, nämlich die, ob Götter dadurch verschwinden können, daß niemand mehr an sie glaubt. Die Antwort kam am 4.Juli 2004. An diesem Tag feierte meine Mutter ihren 80. Geburtstag. Und an diesem Tage ging mein Orakel in Erfüllung: Ich hatte gefrotzelt, nur die Deutschen oder die Griechen könnten Europameister werden, weil Zeus mit den Griechen und Gott mit den Dummen wäre. Zeus war bekanntlich mit den Griechen. Aber er kam nicht allein. Das erkennt man am Namen des Torschützen: Angelos Charisteas. Wir müssen einen kleinen Umweg über Limerick machen und einen Limerick zu Rate ziehen

 

Es war mal ein Mann aus Frechen,/der konnte Vokale nicht sprechen,und war er mal blau/sprach er zu seiner Frau:/Rch mr dn Npf, ch mss brchn.

 

Und jetzt nehmen Sie bitte Herr Charisteas die Vokale weg: Chrsts! Und dann auch noch Angelos! –

 

Anfang 2005 kamen Apollo, Dionysos, Nike und Eros als Abbildungen auf Zuckertütchen zu mir. Kurz darauf erkrankte Papst Johannes-Paul II. Am 28.3.2005 ergab sich dann die Gelegenheit, Johannes-Paul II auf die Problemtik der Stellvertretung aufmerksam zu machen. Wegen der weiteren Einzelheiten verweise ich auf meine Mail, die Sie unter http://www.blogall.de/advocatus_deorum finden.

 

Johannes-Paul II starb wenige Stunden, bevor am 3.April der Planet Jupiter seine größte Nähe zur Erde erreichte. Und er starb zu einem Zeitpunkt, die eine Beerdigung an meinen 51. Geburtstag ermöglichte. Ihnen sind sicher noch die Bilder in Erinnerung, wie der Himmel aufriß und der Wind im Evangelium blätterte und es anschließend zuklappte. War es „bloß“ der Wind oder war es Aeolos, der Akteneinsicht nahm? War es „bloß“ der Wind, der Benedikt XVI heute die Kappe entwendete. Oder hat sich Aeolos zur Begrüßung einen Scherz mit dem Mann erlaubt, dem auch das Etikett Ponifex Maximus angeheftet wird? – Ich gehe davon aus, daß Sie wissen, auch Caesar bekleidete einst dieses Amt!

 

Es ist schon ganz witzig: bei aller Vielfalt der olympischen Götterwelt verstößt diese nicht gegen die Existenz des Einen. Die Elementarteilchenphysiker haben immerhin einen ganzen „Teilchenzoo“ entdeckt, doch, Einstein hat es eindeutig dargelegt, alle Materie ist nur ein Aspekt des Einen. Klicken Sie ruhig einmal die Homepage der Schöpfung an, die sie unter http://www.bundesadel.de finden. Dort finden Sie das Theologen sehr vertraute Dreifaltigkeitsdiagramm in Verbindung mit dem Bifurkationsmuster der sogenannten logistischen Funktion. Und Sie finden unter dial 9-11 eine Bilanz der Zufälle, die allerdings nur bis zum 6.1 2004 reicht und ihren Ausgangspunkt in der Offenbarung des Johannes hat. Am 27.1.2004, am 59. Jahrestag der Befreiung des Lagers Auschwitz, wurde ich im Sinne der Religion stigmatisiert. Aber nicht mit den Wundmalen Christi, vielmehr das Stigma im Sinne von Offenbarung 22,4: …und sein Name wird an ihren Stirnen sein:

 

Es war ein ganz gewöhnlicher Tag an der Costa Blanca. Mit gewöhnlichen Straßenschuhen ausgerüstet wollte ich einen Laden betreten. In einer ganz gewöhnlichen Fuge zwischen Gehwegplatten blieb ich mit der Schuhspitze hängen und geriet ins Straucheln. Ich konnte den allfälligen Sturz allerdings mit meinen ausgestreckten Händen nicht mehr abfedern, weil mein Kopf schon gegen den Rahmen der Schiebetür geschlagen war. Wie zum Beweis der Richtigkeit des mechanistischen Weltbildes hielt die Statik der Dynamik des Zusammenpralls stand. Das dynamische System erlitt den Schaden, denn die schlagartige Berührung des dynamischen Systems Gerhard Altenhoff mit der Rahmenkante löste in dessen Kopfhaut eine Druckwelle aus, die zu einer rund 15 cm langen Platzwunde führte. Das wäre eigentlich nicht weiter erwähnenswert, wenn der von der Trefferfläche zur linken Augenbraue führende Riß in der Kopfschwarte sich nicht rund einen halben Zentimeter unterhalb des Haaransatzes geteilt hätte: Aber so wurde mir – im wahrsten Sinne des Wortes – mit einem Schlag das Bifurkationsmuster auf die Stirn geprägt. Die gesamte Fortsetzung der Bilanz der Zufälle schicke ich als PDF-Datei an Ihre Pressestelle.

 

Lieber Kardinal Meissner, zum Abschluß noch zwei kleine unbedeutende Zufälle. Den einen rief ein Klecks Fassadenfarbe, der auf meine Uhr getropft war , den anderen eine Clematispflanze hervor:

 

Nachdem ich die Fassadenfarbe von meinem Uhrarmband entfernt hatte, blieb in den Vertiefungen ein Kreuz hängen. Und die Clematis hat inzwischen die Gartendusche, die ich zu Beginn des Sommers in ihrer Nähe abgestellt hatte, fest im Griff und erinnert an das Schlußbild des Films „Quo Vadis“, das den umrankten Stab des Petrus zeigt…

 

Für Ihre freundliche Kenntnisnahme und Bemühungen danke ich im voraus.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Gerhard Altenhoff

 

Quisquis fuit ille deorum?

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Der Stein flog durch das Fenster

Posted by Gerhard Altenhoff - Juli 24, 2007

Mein „Eröffnungsplädoyer“ zum Thema Schöpfung und Evolution beginnt mit den Worten:

 

 

 

Nur ein Steinwurf

 

Jüngstes Gericht!

 

 

 

Ja, ich habe die Krone der Schöpfung kaputt gemacht, mit einem Steinwurf. Aber ich konnte nichts dafür, daß der Stein getroffen hat. Vielleicht habe ich auch den Homo sapiens sapiens[1] auf dem Gewissen, trotzdem kann ich ruhig schlafen. Ich habe Homo sapiens sapiens zwar zu fassen versucht, aber als ich seiner habhaft werden wollte, war er verschwunden wie das Einhorn. (Australopithecus Superbus – der Mensch im Licht nichtlinear-thermodynamischer Evolution)

 

Als ich im Sommer 1999 diese Worte in die Maschine tippte, konnte ich nicht ahnen, daß ich meine „Prozeßrolle“ in diesem Verfahren gründlich verkannt hatte. Im Laufe der Zeit mutierte ich vom vermeintlichen „Angeklagten“ zu einer Art „Chefankläger“. Ich hätte mir auch nie träumen lassen, daß sich irgendwann einmal die Gelegenheit ergeben würde, den Stein, der die Sache ins Rollen gebracht hatte, durch ein offenes Fenster mitten hinein in den Vatikan werfen zu können. Die Gelegenheit ergab sich, als Johannes Paul II. erkrankte. Der himmlische Webmaster traf die Entscheidung, dem Papst eine unmittelbare E-Mail-Adresse zuzuweisen:

 

 


 

[1] Biologischer Name des heutigen Menschen (dt. der weise, weise Mensch)

 

 

 

 

 

Von: souveraen@deutschland.ms
An: redaktion@express.de, leserbriefe@rheinische-post.de
Kopie: heutejournal@zdf.de, info@phoenix.de, info@weltderwunder.de, der.souveraen@gmx.de
Datum: 01.04.05 00:06:27
Betreff: Der Papst und das Ostererdbeben.

 

Inhalt:
Received: from [217.185.247.90] by freemailng5301.web.de with HTTP;
Fri, 01 Apr 2005 00:06:27 +0200
Date: Fri, 01 Apr 2005 00:06:27 +0200
Message-Id: <276110838@web.de>
Der Planet ist pünktlich. – Diese Feststellung wird für Sie zunächst einmal nichtssagend sein. Deswegen bitte ich Sie, folgende Mail genau zu lesen.
Von: souveraen@deutschland.ms
An: johannes_paul_ii@vatican.va
Kopie:
Datum: 28.03.05 00:22:01
Betreff: Genesungswünsche / Osterbotschaft

 

Inhalt:
Received: from [62.134.124.252] by freemailng5302.web.de with HTTP;
Mon, 28 Mar 2005 00:22:01 +0100
Date: Mon, 28 Mar 2005 00:22:01 +0100
Message-Id: <274305517@web.de>

 

Meinen Gruß und meine besten Genesungswünsche zuvor!
Wenn ich richtig gerechnet habe, ist der dritte Tag nach dem Freitag der Montag. Also ist heute (28.3.2005) der Tag der Wiederauferstehung; und damit ist es der Tag der eigentlichen Osterbotschaft:
Stell’ Dir vor, Du suchst nach einem Argument, mit dem Du belegen kannst, daß die Weihnachtsbotschaft „Fürchtet Euch nicht“ mit der „Osterbotschaft“ identisch ist. Und nun stell’ Dir vor, Du schaltest am Karfreitag des Jahres 2005 den Fernseher ein, in dem zufällig auf dem Sender „Phoenix“ (der „Wiederauferstandene“ der griechischen Mythologie!) ein Interview mit Noam Chomsky läuft. Und stell’ Dir vor, Chomsky stellt den Satz in den Raum: „Wenn Du die Leute unter Kontrolle halten willst, mach’ ihnen Angst“. Und nun stell’ Dir vor, genau das ist das „Missing Link“ zwischen der Weihnachts- und der Osterbotschaft. – Du wirst es nicht glauben und sagen: „so ein Zufall.“
„So ein Zufall“, das hätte ich bis vor wenigen Jahren auch gedacht. Aber dieser „Zufall“ steht mit anderen „Zufällen“ in einem bemerkenswerten, wenn nicht gar merkwürdigen Zusammenhang. Die Klammer bilden zwei Erdbeben, die im Abstand von exakt einem Jahr, nämlich am 26.12.2003 und am 26.12.2004 stattfanden. Diese beiden Erdbeben folgten unmittelbar auf zwei Handlungen meinerseits:
Am 25.12.2003 speiste ich die Verklammerung der Evolutionstheorie, der Schöpfungsgeschichte, wie Ovid sie überliefert hat, und des Johannesevangeliums in das Netz der Netze ein:
In nova fert animus mutatas dicere formas
Corpora; di, coeptis – nam vos mutastis et illas –
Adspirate meis primaque ab origine mundi
ad mea perpetuum deducite tempora carmen
(Von den Gestalten zu künden, die einst sich verwandelt in neue
Körper, so treibt mich der Geist. Ihr Götter, da ihr sie gewandelt,
Fördert mein Werk und lasset mein Lied in dauerndem Flusse
Von dem Beginn der Welt bis auf meine Zeiten gelangen)
(Ovid, Metamorphosen)
steht am Anfang der nichtlinear-thermodynamischen Variante der Evolutionstheorie.
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort, steht an dessen Ende. Sie können es nachlesen unter http://www.bundesadel.de.
Keine 24 Stunden später legte der Planet Erde die Stadt Bam in Schutt und Asche. Eine nach „menschlichen Maßstäben“ uneinnehmbare Festung, die zu allem Überfluß in einem „Gottesstaat“ liegt.
Was sich zu Weihnachten des Jahres 2004 ereignete, entnehmen Sie bitte den nachfolgenden Zeilen. Sie werden sehen, am Ende landen Sie wieder in Bam:
>>Eigentlich sollte Sie der Kern der nachfolgend wiedergegebenen Faxe bereits am 25.12.2004 per E-mail erreicht haben. Technische Schwierigkeiten waren der Grund dafür, daß das nicht geschehen konnte. Heute bin ich dankbar dafür, denn das Ding, das ich ursprünglich in die Welt setzen wollte, pflanzt sich in nahezu wunderbarer Weise selbst fort, es ist damit zwar zur „Propaganda“ geworden, aber nicht ohne auf den Ursprung des Begriffes „Propaganda“ hinzuweisen. Das lateinische Wort „propagare“ bedeutet „sich fortpflanzen“, es bedeutet nicht, Lügen in die Welt zu setzen. Dies vorausgeschickt, betreibe ich gerne Propaganda:
5.1.2005

 

Welt am Sonntag
Via Fax 030 25 91 77 81 1

 

Welt am Sonntag vom 2.1.2005
1.) Dünne Kruste zwischen glühendem Kern und All
2.) Schockwellen aus dem Meer
3.) Würzburg versunken
4.) Welchen Sinn haben Tod und Leiden
5.) Sechs Tage statt Millionen Jahre
6.) Menschen – die ewigen Säuglinge
7.) El Niño stoppt Hitlers Armeen
8.) Echte Intelligenzbestien

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Ich kann verstehen, wenn Sie sich die Augen reiben angesichts eines Leserbriefes, der zu gleich acht scheinbar zusammenhanglosen Artikeln einer einzigen Ausgabe der WELT AM SONNTAG Stellung nimmt. Wenn Sie sich die Augen genügend gerieben haben und wieder klar sehen können, werden Sie nach der Lektüre dieses Schreibens die Zusammenhänge erkennen.
Nachdem nunmehr feststeht, daß der Tsunami vom 26.12.2004 so gut wie alle Länder der sogenannten „zivilisierten“ Menschheit getroffen hat, muß ich mich ernsthaft fragen, ob Euch da nicht jemand zeigen wollte, wie klein und unbedeutend der Mensch im Verhältnis zum planetaren Gesamtsystem ist, auf dem, mit dem und von dem er lebt. Die Frage hat ihren Ausgangspunkt im „Weihnachtsbeben“ von Bam (Iran), das am 26.12.2003 einen sogenannten „Gottesstaat“ schwer traf und in einem Weihnachtsgruß, den ich 2004 per E-Mail übermitteln wollte, dies aber nicht konnte, weil mein W-Lan-Router seinen Dienst versagte. Daß das zweite Weihnachtsbeben in Folge die Menschheit als „globales Dorf“ hinstellen würde, hatte ich zwar geahnt, aber beim Abfassen des nachfolgend wiedergegebenen Fax nicht gewußt:

 

Dormagen, 28.12.04

 

DIE WELT
Via Fax 030 25 91 71 60 8

 

WELT KOMPAKT
Via Fax 030 25 91 73 99 9

 

Es gibt schon merkwürdige Dinge: Im Zusammenhang mit der „Flutkatastrophe“ schlug ich bei Frank Press/Raymond Siever „Allgemeine Geologie“ wegen der Einzelheiten des Wesens der Richter-Skala auf und stolperte über folgende Worte:
„Gischtend und schäumend schwoll das Meer im Hafen an, und die Schiffe, die vor Anker lagen, zerschellten. Flammen- und Aschenwirbel erfüllten die Straßen und Plätze; die Häuser stürzten ein, die Dächer brachen auf die Grundmauern nieder, und die Fundamente barsten. Dreißigtausend Einwohner jeden Alters beiderlei Geschlechts wurden unter den Trümmern begraben und zermalmt.“ (Voltaire, Candide, aus dem Französischen von Walter Widmer; Deutscher Taschenbuchverlag, 1980) – Im Anschluß an dieses Zitat führen die Autoren aus:
„Voltaire beschrieb die zerstörenden Auswirkungen eines Erdbebens anhand detaillierter Berichte über das große Erdbeben von Lissabon. Dieses Erdbeben, bei dem 30.000 Menschen umkamen, ist nicht nur wegen seiner tragischen Folgen unvergessen, sondern auch, weil es für die beginnende Aufklärung eine entscheidende Rolle gespielt hat – jene Epoche, in der kirchliche Dogmen und Aberglaube zunehmend durch Beobachtung und vernünftige Erklärung von Naturereignissen ersetzt wurde. „ – Bei Press/Siever findet sich ein Kupferstich aus Lotters geographischem Atlas von 1755, der die Zerstörung von Lissabon durch das Erdbeben und den Tsunami vom 1. November 1755 darstellt.
Weder erwarte ich es, noch würde ich auch nur darauf wetten, daß das 2. Weihnachtsbeben in Folge zu einem „Umdenkungsprozeß“ führen wird, in dem der Mensch sein Verhältnis zur Natur grundlegend ändert. Es wäre freilich an der Zeit.
Noch am 25. Dezember 2004 saß ich an folgendem Entwurf Entwurf einer Mail, die ich nicht loswerden konnte, weil WLAN-Router auch nicht immer das tun, was die Werbung verspricht. Eigentlich sollte folgende Botschaft an die Redaktionen bis hin zu deutsch@vatiradio.va und ornet@ossrom.va gehen:

 

Liebe „Brüder“ und „Schwestern“,
eigentlich hatte ich ja nur vor, Ihnen ein frohes Weihnachtsfest zu wünschen. Dann aber kam mir der Fernsehpfarrer Fliege in die Quere. Vor einigen Tagen flimmerte eine „Fliege“-Sendung über den Bildschirm, in der über die Begegnung von Menschen und Engeln berichtet wurde. In diesem Zusammenhang fiel mir ein, daß in der Weihnachtsgeschichte ein Engel eine Rolle spielt, die in der Konzentration des Weihnachtstrubels auf die Person Jesu ein wenig unter die Räder gekommen ist. Bei näherer Betrachtung spielt dieser Engel sogar die Hauptrolle im Weihnachtsgeschehen, denn er spricht:
„FÜRCHTET EUCH NICHT!“
Das ist die eigentliche Weihnachtsbotschaft: „Fürchtet Euch nicht vor Gott, dem Herrn, denn der will Euch nicht ans Leder“.
Das „Bild des Jahres“ zeigt ein Kind aus dem Sudan, und zwar ein Kind, um das sich weder die geweihten noch die bewaffneten Hüter der Menschenrechte und der Nächstenliebe kümmern.
Vor diesem Hintergrund halte ich die Zeit für gekommen, mit Nachdruck an den soeben genannten Kern der Weihnachtsbotschaft zu erinnern.
Den Nachdruck erzeugen:
Erstens eine Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft aus dem Jahre 1999. Darin wird mitgeteilt, daß alle lebenden Menschen so eng miteinander verwandt sind, daß sie als „Brüder“ und „Schwestern“ angesehen werden müssen, Über diese Pressemitteilung bin ich gewissermaßen „gestolpert“, denn ich hatte sie nicht gesucht. Sie kam so unaufgefordert auf mich zu wie ein Schreiben vom Finanzamt, lehrte mich aber, daß „Gottes Sohn“ bzw. „Gottes Tochter“ jeden Tag geboren werden. Derzeit hat Jesus rund sechs Milliarden Brüder und Schwestern. Meines Wissens hat Jesus auch zu keiner Zeit einen „Alleinvertretungsanspruch“ darauf erhoben, Gottes Sohn zu sein.
Zweitens eine Art „Formular“ das mir unter 200.000 Cliparts ähnlich unaufgefordert und noch überraschender entgegensprang. Es handelt sich dabei um ein Diagramm, das die Dreifaltigkeit Gottes verdeutlichen soll. Wie es in einem Formular üblich ist, brauchte ich nur drei Worte einzusetzen, und schon war die Evolution kraftschlüssig mit Gott verbunden – Es hat allerdings noch mehr als ein Jahr gedauert, bis mir dämmerte, daß sich dahinter die Erneuerung der Weihnachtsbotschaft verborgen hatte. Und wieder waren es nur drei Worte, die ich einfach in das vorgegebene Formular einsetzte. Schauen Sie nach! (siehe Anhang)
Wenn Sie mich fragen, kann ich Ihnen nur empfehlen, die „besinnliche Zeit“ zwischen den Jahren dazu zu nutzen, zur Be-Sinnung zu kommen. – Aber Sie brauchen mich nicht zu fragen und auch nicht zur Be-Sinnung zu kommen. Sie können weitermachen wie bisher. Die Wege liegen fest, die Entscheidung, welchen Sie gehen wollen, liegt bei Ihnen.
(Nachfolgend ist der Inhalt der Pressemitteilung des MPI wiedergegeben, Sie finden es auch als html-Datei im Anhang)
PRI B 17/99 (63) 4. November 1999
Kam der moderne Mensch durch ein „Nadelöhr“?Die heutige Menschheit fing ganz klein an / Schimpansen sind genetisch wesentlich vielfältiger als Menschen zeigen neue DNA-AnalysenSeit kurzem zählt man sechs Milliarden Menschen auf der Erde – verteilt über alle Kontinente sowie auf unzählige, nach Hautfarbe, Sprache, Religion, Kultur und Geschichte unterscheidbare Gruppen. Doch diese bunte Vielfalt ist nur „Fassade“. Denn auf molekulargenetischer Ebene, das zeigen jüngste Analysen an Schimpansen (Science, 5. November 1999), durchgeführt am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, bietet die Menschheit ein überraschend einheitliches, geradezu „familiäres“ Bild: Verglichen mit ihren nächsten tierischen Verwandten, den Schimpansen, sind alle derzeit lebenden modernen Menschen immer noch „Brüder“ beziehungsweise „Schwestern“…Eine neue Studie aus dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig läßt folgern, daß Schimpansen-Unterarten im Vergleich zum Menschen eine höhere genetische Vielfalt haben – eine Feststellung, die früheren Forschungsergebnissen über die genetische Diversität von Schimpansen widerspricht. Diese Forschungsergebnisse haben Auswirkungen auf eine Reihe heftig debattierter Fragen, die vom Ursprung des modernen Menschen bis hin zum Schutz der Menschenaffen reichen. Die Untersuchungen untermauern auch die Theorie, daß kulturelle Unterschiede zwischen Schimpansenpopulationen wahrscheinlich nicht das Ergebnis einer genetischen Variation zwischen diesen Gruppen sind. Die Molekulargenetik macht es heute möglich, die Entwicklungsgeschichte von Lebewesen zu rekonstruieren. Grundlage dieser „molekularen Ahnenforschung“ ist die Tatsache, daß die Erbinformationen an Desoxyribonukleinsäure – kurz DNA – gebunden sind: an lange Kettenmoleküle, die ähnlich einer Schrift aus nur vier verschiedenen Bausteinen, den Nukleotiden oder „genetischen Buchstaben“, zusammengesetzt sind.Im Zug der Vererbung werden „Abschriften“ dieser molekularen Texte von einer Generation an die nächste weitergegeben. Doch dabei treten Mutationen auf, sozusagen „Kopierfehler“, und zwar mit einer für jede Spezies ziemlich konstanten Häufigkeit. Anhand vergleichender Sequenzanalysen – das heißt, aus der Zahl der molekularen Abweichungen innerhalb jeweils entsprechender DNA-Abschnitte – lassen sich deshalb die entwicklungsgeschichtlichen Abstände und Verwandtschaftsverhältnisse zwischen verschiedenen Lebewesen ermitteln.Nach diesem Prinzip bestimmten und verglichen Prof. Svante Pääbo, Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, und seine Mitarbeiter die genetische Variationsbreite von Schimpansen und Menschen. Als „Vergleichstext“ zogen sie dafür jeweils einen Abschnitt auf dem X-Chromosom heran, eine als Xq13.3 bezeichnete Sequenz. Sie untersuchten damit erstmals die DNA im Zellkern – im Unterschied zu früheren Analysen, die sich auf die DNA in den Mitochondrien bezogen. Die Mitochondrien-DNA weist höhere Mutationsraten auf als die DNA des Zellkerns und zeigt demnach evolutionäre Ereignisse auf kürzeren Zeitskalen.Das mag mit ein Grund dafür sein, daß Pääbo und seine Mitarbeiter zu überraschenden, neuen Einsichten gelangten, die zum Teil älteren Befunden widersprechen. Die Forscher analysierten die Xq13.3-Sequenz von drei Unterarten der Schimpansen in Ost-, Zentral- und Westafrika sowie ihrer nahen Verwandten, den Bonobos. Ebenso wurde die Xq13.3-Sequenz von insgesamt 70 Menschen untersucht, die allen großen Sprachgruppen auf der Erde angehörten.Das bedeutsamste Ergebnis dieser Vergleiche: Die Xq13.3-Sequenz wies bei den Schimpansen eine fast viermal so hohe Variabilität und damit ein fast dreimal so hohes Alter auf wie der entsprechende DNA-Abschnitt beim Menschen. Oder anders ausgedrückt: Zwei beliebig ausgewählte Menschen, die unterschiedlichen Sprachgruppen irgendwo in der Welt angehören, sind miteinander enger verwandt als zwei Schimpansen, die geographisch nahe nebeneinander in Afrika leben.Diese erstaunlich geringe genetische Variabilität und ungemein enge Verwandtschaft aller Menschen läßt sich am einfachsten durch einen evolutionären „Flaschenhals“ erklären: durch eine Art „Nadelöhr“ auf dem Entwicklungsweg des heutigen modernen Menschen. Dieser Engpaß dürfte erst vor vergleichsweise kurzer Zeit, vor einigen hunderttausend Jahren, durchschritten worden sein – und damit lange nach der vor etwa fünf Millionen Jahren erfolgten Abspaltung der Hominiden von den Schimpansen.Noch vor dieser Schlüsselstelle zweigten alle älteren Nebenlinien der Hominiden, darunter auch der Neandertaler, vom Entwicklungsweg ab. Und nur eine vergleichsweise kleine Population, vielleicht Überbleibsel eines vorhergehenden Zusammenbruchs, passierte schließlich den Flaschenhals, der zum heutigen, modernen Menschen führte – der dann in der Folge alle älteren „Hominiden-Modelle“ aus dem Feld schlug.Weitere Ergebnisse aus der Analyse der Xp13.3-Sequenz betreffen die Beziehungen zwischen Schimpansen und Bonobos. Diese beiden getrennten Arten stehen sich offenbar näher als man bislang aufgrund anderer DNA-Analysen annahm: Einige Unterarten von Schimpansen sind genetisch voneinander weiter entfernt als jeweils vom Bonobo – ein Zeichen dafür, daß beide Primaten erst vor relativ kurzer Zeit getrennte Entwicklungswege eingeschlagen haben.Außerdem schließt man aus der breiten genetischen Diversität innerhalb von Schimpansengruppen, daß „kulturelle“ Unterschiede zwischen solchen Populationen nicht genetisch begründet, sondern durch kulturelle Evolution bedingt sind – sich also ähnlich wie beim Menschen durch Tradition, durch Weitergabe erlernten Verhaltens, ausgeprägt haben.Als nächstes Forschungsvorhaben wollen die Wissenschaftler am Max-Planck-Institut in Leipzig auch die Xp13.3-Sequenz anderer Primaten, etwa der Gorillas oder Orang-Utangs, unter die Lupe nehmen. Die Frage ist, ob diese Primaten in puncto genetischer Variabilität mehr dem Schimpansen oder dem Menschen ähneln – ob also der moderne Mensch oder der Schimpanse unter den Primaten der „Sonderfall“ ist…Originalarbeit: Kaessmann, H., Wiebe, V., Pääbo, S. „Extensive Nuclear DNA Sequence Diversity Among Chimpanzees.“ Science 5 November 1999 Weitere Auskünfte erhalten Sie gern vonProf. Svante PääboMax-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, LeipzigTelefon: (03 41) 99 52 – 500Fax: (03 41) 99 52 – 2 01e-mail: paabo@eva.mpg.deImpressum: Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.PressereferatPostfach 10 10 6280084 MünchenTel.: 089/2108-1275, Fax: 089/2108-1207e-mail: presse@mpg-gv.mpg.de, Internet: http://www.mpg.dePressesprecher: Dr. Bernd WirsingBiologie, Medizin: Dr. Christina Beck, Walter Frese, Beatrice FroeseChemie, Physik, Technik: Eugen Hintsches (Chef v. Dienst), Dr. Andreas TrepteGeisteswissenschaften:Dr. Bernd WirsingISSN 0170-4656

 

Die erste Version, in der die drei Prinzipien der Evolution noch mit „Kommunikation, Kooperation und Harmonie“ bezeichnet werden und eine andere räumliche Anordnung aufweisen, fand ihren Weg ins Internet am 25.12.2003. Keine 24 Stunden später lag die Stadt Bam (Iran) in Schutt und Asche.
Die Umstände, die dazu führten, daß das Dreifaltigkeitsdiagramm erst am 25.12.2003 ins Netz gehen konnte, waren so merkwürdig, daß ich sie in meine „Bilanz der Zufälle“ noch nachträglich einbezogen habe, die Sie unter http://www.bundesadel.de „Dial 9-11“ finden.
Diesmal war der Planet überpünktlich, er hat mich gewissermaßen überholt: Es war mir nur gelungen, zwei Exemplare des ergänzten Dreifaltigkeitsdiagramms als Weihnachtskarte abzusetzen. Der Planet hat dieser Botschaft ein Gesicht verliehen und zeigt, wenn man die allgemeine Hysterie und Übertreibung „Jahrhundertkatastrophe“ etc wegläßt, wie gnädig der Planet im Gegensatz zum Menschen ist. Das ergibt sich unmittelbar aus den Eigenschaften der sogenannten Richter-Skala:
„Die Magnitude ist ein logarithmisches Maß für die Stärke eines Erdbebens. Wenn sich die Magnitude um 1 erhöht, bedeutet das eine Zunahme der Amplitude einer Bodenbewegung (oder der seismischen Wellen) um den Faktor 10. Folglich erzeugt ein Erdbeben der Magnitude 6 Bodenbewegungen, die zehnmal größer sind als bei einem Beben der Magnitude 5. Die Energie, die in Form seismischer Wellen freigesetzt wird, nimmt sogar um den Faktor 33 für jede zusätzliche Magnitude zu.“ (Press/Siever, Allgemeine Geologie, 1995 S. 414)
1000 Tonnen Sprengstoff erzeugen ein Erdbeben der Magnitude 4. Beim 2. Weihnachtsbeben lag die Magnitude bei 9. Wenn mein Taschenrechner nicht versagt hat, wurde dabei eine Energie freigesetzt, die 39.135,353 Megatonnen TNT entspricht (1 Megatonne ist gleich 1 Million Tonnen). Mutter Erde hat hier mit der Sprengkraft von 39.135.353.000 t TNT auf den Tisch gehauen. In Zehn Zentner-Bomben ausgedrückt, sind das achtundsiebzig Milliarden zweihundertsiebzig Millionen Siebenhundertsechstausend Bomben. – Selbst wenn auf der Welt jede Sekunde eine Zehn-Zentner Bombe vom Band rollen würde, man käme in 30 Jahren nicht einmal auf eine Milliarde Exemplare!
In Anbetracht der freigesetzten Energie ist die Zahl der Todesopfer nachgerade lächerlich. 57.000 Tote – das war im Zweiten Weltkrieg mitunter die „Tagesproduktion“ der alliierten Luftstreitkräfte!
Die „schlimmste Naturkatastrophe aller Zeiten“ ist nicht einmal eine Katastrophe, denn in der Natur gibt es keine Katastrophen. Eine Katastrophe in diesem Zusammenhang ist allenfalls die Reaktion unserer Politiker auf ein stinknormales Ereignis im ununterbrochenen Gestaltungsprozeß unseres Heimatplaneten: Sie sind unfähig, mit den Herausforderungen der Natur fertig zu werden. Es ist wie eine kleine Offenbarung: Am 26.12.2004 flitzten die Beileidstelegramme an die Regierungen der „betroffenen“ Staaten durch die Kabel. Nun stellt sich heraus, auch „Deutsche“ zählen zu den Opfern. Welch ein Wehgeschrei wird da in Berlin angestimmt von denen, denen Einzelschicksale am Arsch vorbeigehen! – Und sie erweisen sich als unfähig, Politik zu machen – wenn man Politik definiert als das Organisieren der Erledigung von Gemeinschaftsaufgaben.
Wie der Zufall es so will, läuft gerade im WDR – Fernsehen die „Luftschlacht um England“. Diese, ich will es einmal so ausdrücken, war der Auftakt zur Jahrmillionen-Katastrophe, die über die Menschheit hereinbrach. Sie verdeutlicht zudem den Unterschied zwischen Mensch und Natur: Die Natur fragt nicht nach Paß und Nationalität, wenn Sie den Sensenmann in Marsch setzt.
Mit einer Neufassung des Jesus-Zitats „was ihr getan habt einem meiner geringsten Brüder, das habt ihr mir getan“ möchte ich Sie mit Ihrer Entscheidung über den einzuschlagenden Weg alleine lassen: „Was einem einzelnen Menschen zustößt, berührt die gesamte Menschheit. Und die gesamte Menschheit hat die Lasten zu schultern, die zur Beseitigung des Schadens erforderlich sind.“
Da fällt mir gerade ein – und nun möchte ich wirklich zum Schluß kommen – daß als größte Gefahr für die Helfer Landminen gelten. Gehen wir einmal davon aus, daß eine Mine ein Kilogramm Sprengstoff enthält. Dann braucht man zur Erzeugung eines Erdbebens der Magnitude 9 weit über 39 Billionen Landminen. Angesichts dieser Größenordnung ist es durchaus verfehlt, ein „Gott, sei uns gnädig“ zu flehen, angesichts dieser Größenordnung wäre es angebracht zu konstatieren: Gott ist uns gnädig. Wenn wir uns weiter so danebenbenehmen, kann die Frage nur lauten: Wie lange noch?
Mit freundlichen Grüßen
(Ende des Zitats)
Ich darf an dieser Stelle meine soeben zitierten Worte wiederholen: „Wie der Zufall es so will, läuft gerade im WDR – Fernsehen die „Luftschlacht um England“. Diese, ich will es einmal so ausdrücken, war der Auftakt zur Jahrmillionen-Katastrophe, die über die Menschheit hereinbrach. Sie verdeutlicht zudem den Unterschied zwischen Mensch und Natur: Die Natur fragt nicht nach Paß und Nationalität, wenn Sie den Sensenmann in Marsch setzt.“ Die Bilder aus Südostasien zeigen es mehr als deutlich, nicht nur bei der Geburt sind alle Menschen gleich; der Tod macht sie so gleich, gleicher geht’s nicht. Die gefundenen Leichen sind kaum zu identifizieren, demzufolge können sie auch nicht eindeutig einer „Religion“ zugeordnet werden. Da fanden Menschen ein „nasses“ Grab oder ein Massengrab, die unter „ordnungsgemäßen“ Umständen niemals auf diese Weise hätten „bestattet“ werden dürfen. – Spuken die jetzt, finden deren Seelen keine Ruhe? – Oder ist die „ordnungsgemäße Bestattung“ vielleicht ein Bedürfnis der Lebenden? – Ich persönlich bevorzuge die zweite Variante. Die Lebenden brauchen das Abschiedsritual, nicht die Toten.
„Die Natur fragt nicht nach Paß und Nationalität, wenn Sie den Sensenmann in Marsch setzt.“ Das 2. Weihnachtsbeben bestätigt diesen Teil meiner Aussage. Allerdings muß ich mich bezüglich des ersten Teils korrigieren. Die „Luftschlacht um England“ war nicht der Auftakt zur „Jahrmillionen-Katastrophe“. Die Jahrmillionen-Katastrophe hatte ihren Ursprung in der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika. Diese löste einen „geistigen“ Tsunami aus, der die französische Revolution zur Folge hatte, die ihrerseits den Ursprung des globalen „Völkermords auf Gegenseitigkeit“ bildet, der bis heute andauert. Kein vom Planeten Erde selbst hervorgerufenes Ereignis hat jemals so viele Menschen in den Tod getrieben wie die Idee von der „Nation“. Die „Aufteilung“ der Menschheit in „Nationen“ spiegelt sich in der „Aufschlüsselung“ der Toten und der „Trauerbeflaggung“ wider. Am 26.12.2004 kamen weder Horst Köhler noch Gerhard Schröder auf die Idee, Trauerbeflaggung für die Opfer des Tsunamis anzuordnen. Ein Beileidstelegramm an die Regierungen der betroffenen „Staaten“ reichten allemal aus. Dieses Verhalten zeigt, und ich unterstreiche das: den Verfassern solcher Beileidstelegramme geht das Schicksal der Betroffenen am Arsch vorbei! Die Toten haben von einer zugesagten Soforthilfe nichts. Die Lebenden brauchen sie. Es sind mindestens eine Million Menschen obdachlos und haben ihre Existenz verloren. Die „Soforthilfe der Bundesregierung“ teilt jedem Obdachlosen in der Region E 20,– zu. – Sehr großzügig. Soll davon auch noch der Wiederaufbau finanziert werden?
Wenn Sie sich recht erinnern, ist der Begriff „Jahrhundertflut“ schon anläßlich des Oder-Hochwassers verwendet worden. Dieses Ereignis war um einige Magnituden kleiner als der Weihnachts-Tsunami. Dennoch war die Hilfsbereitschaft groß. Bereits zum damaligen Zeitpunkt war ein wissenschaftlicher Beleg dafür erbracht worden, daß es angesichts derartiger Ereignisse keinerlei „Spendenaufrufe“ bedarf, um der Hilfsbereitschaft auf die Sprünge zu helfen. Diese ist vielmehr tief in der menschlichen Natur verankert. Wenn Sie wollen, können Sie auch das unter http://www.bundesadel.de nachlesen. Und zwar unter „Zum Nach-Denken“/ „Die Flut und die Ebbe“.
Man hört in den Reden der Politiker von einer Katastrophe, deren Ausmaß die Grenzen des Vorstellbaren überschreite. Das ist falsch. Man kann jedem Ereignis, das als Katastrophe wahrgenommen wird, eine Magnitude zuordnen. Man braucht nur einen endlosen Streifen Papier und einen Bleistift. Für jeden Toten macht man auf diesem Streifen einen Strich, und zwar im Abstand von einem Millimeter. Gehen wir der Einfachheit halber von 150.000 Toten anläßlich des 2. Weihnachtsbebens aus. Unsere Strichliste ist 150 Meter lang. Die Strichliste der Toten des 2. Weltkrieges ist schon 55 km lang, sie reicht vom Düsseldorfer Schloßturm bis zum Kölner Dom. Rechnet man die Opfer des Experiments „Sozialismus“ hinzu, die auf 80.000.000 geschätzt werden, verbindet die Liste den Schloßturm mit dem Deutschen Eck in Koblenz. – Wohlgemerkt: nicht Luftlinie, sondern Straßenkilometer! – Übersteigt nun die zweite „Jahrhundertflut“ in diesem Jahrzehnt tatsächlich die Grenzen von „unser aller Vorstellungsvermögen“ (Zitat G. Schröder)?
Ich glaube nicht. Um allein die Zahl der Kriegstoten des 2. Weltkriegs zu erzeugen, benötigen „Naturkatastrophen“ vom Ausmaß des 2. Weihnachtsbebens, vorausgesetzt, sie treten regelmäßig einmal jährlich auf, mindestens 366 Jahre.
Der Bifurkationspunkt in der Weltgeschichte, der die Menschheit in die erste „Globalisierung“ schlittern ließ, ist leicht auszumachen: Der 4. Juli 1776. Es war die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika. Sie war das Beben, das den Tsunami des globalen Bürgerkrieges auslöste, der bis heute andauert. Die Menschheit wurde in eine Vielzahl von „Nationen“ zerschlagen und die Welt in ein globales Vernichtungslager verwandelt. Der Krieg wurde zum Völkermord auf Gegenseitigkeit. Auschwitz ist seitdem überall.
Wie lange würden jährliche „Jahrhundertfluten“ der gegenwärtigen Größenordnung wohl brauchen, um auf die Summe der seit dem 4. Juli 1776 durch Einwirkung „staatlicher Gewalt“ Getöteten zu kommen?
„Würzburg versunken?“ – Zahlenmäßig ja, intentionsmäßig nein! – Wenn Sie vom Blitz erschlagen werden, wenn Sie in einen Fluß fallen und ertrinken, sind Sie nicht „gemeint“. Sie sterben, weil Sie an einem Ort sind, an dem ein ganz gewöhnliches Naturereignis stattfindet. Demgegenüber waren die Menschen, die bei den Angriffen auf Würzburg, Hamburg, Schweinfurt, München, Köln, Düsseldorf, Rostock, Essen, Dortmund, Berlin etc. sterben mußten, durchaus „gemeint“. Hinter jeder Fliegerbombe, hinter jeder MG-Salve steckt jemand, der die Absicht hat, andere Menschen zu töten. Das ist der Unterschied: nicht ein einziges der „Flutopfer“ mußte sterben, weil es ein Mensch war, der im Zeitpunkt des Todes einen „falschen“ Paß hatte. Im zweiten Weltkrieg mußten die Würzburger ihr Leben lassen, weil sie aus Sicht der Bomberpiloten den „falschen“ Paß hatten. Mit anderen Worten: Im Gegensatz zu den Menschen, die Kriege anzetteln, „fordert“ die Natur keine „Todesopfer“. Die Verwendung dieses Begriffes weckt falsche Vorstellungen, ist jedoch ein Hinweis darauf, daß wir sprachlich geradezu genötigt sind, nichtlinear-dynamischen (chaotischen) Systemen „menschliche“ Eigenschaften anzudichten:
„(…)wir lassen das Feuer wüten, den Sturm toben, den Fluß über die Ufer treten. An der Nordseeküste holt sich der „Blanke Hans“ gelegentlich seine Opfer, Vulkane „speien“ Feuer. Und die Evolution „schafft“ Lebewesen.
Wenn wir uns also mit Dingen „befassen“, die wir nicht „begreifen“ können, billigen wir ihnen nahezu automatisch eine Subjektqualität zu, sie werden als handelnde Person wahrgenommen. Auch hier stehen wir wieder nicht allein da; Sie haben es am Beispiel der Schimpansen gesehen, die wütend auf den „Wettergott“ losgegangen sind.
Von der Personifizierung können wir nicht einmal lassen, wenn es um komplexe Strukturen und Zusammenhänge geht, die der Mensch selbst erst geschaffen hat. Wir reden davon, „der Krieg“ sei der Vater aller Dinge; „die Technik“ versage hin und wieder. Ob Wirtschaft, Politik, Medizin, Justiz oder Gesellschaft. All diesen Dingen, die wir nicht unmittelbar „fassen“ können, verleihen wir den Status einer Persönlichkeit. Sie können das ganz einfach daran feststellen, daß man diesen „Personen“ für alles Mögliche und Unmögliche die „Schuld“ in die Schuhe schieben kann.“ (G. Altenhoff, Australopithecus Superbus Procrustes – Der Mensch – ein Hologramm der Evolution, unv. Manuskript, 2001)
Wenn Colin Powell meint, er hätte ein solches Ausmaß der Zerstörung noch nie gesehen, sollte er einmal darüber nachdenken, daß „sein“ Präsident mit wesentlich geringerem Energieaufwand einen um einige Magnituden größeren Schaden verursachen und mehr Menschenleben „fordern“ kann als alle bekannten Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche zusammen. Er braucht bloß auf den „roten Knopf“ zu drücken. Und es wird die treffen, die aus Sicht „Amerikas“ den „falschen“ Paß besitzen.
Bezüglich der Verwendung von ungerechtfertigten Superlativen stehen sich Politik und Presse in nichts nach, was zu erheblichen Fehlvorstellungen führen kann. Ein Phänomen, das bereits Konfuzius vertraut war:
(Der Schüler) Zi-lu sprach zu Konfuzius:
„Wenn Euch der Herrscher des Staates Wei die Regierung anvertraute – was würdet Ihr zuerst tun?“
Der Meister antwortete: „Unbedingt die Namen richtigstellen.“
Darauf Zi-lu: „Damit würdet Ihr beginnen? Das ist doch abwegig. Warum eine solche Richtigstellung der Namen?“
Der Meister entgegnete: „Wie ungebildet du doch bist, Zi-lu! Der Edle ist vorsichtig und zurückhaltend, wenn es um Dinge geht, die er nicht kennt.
Stimmen die Namen und Begriffe nicht, so ist die Sprache konfus. Ist die Sprache konfus, so entstehen Unordnung und Mißerfolg. Gibt es Unordnung und Mißerfolg, so geraten Anstand und gute Sitten in Verfall. Sind Anstand und gute Sitten in Frage gestellt, so gibt es keine gerechten Strafen mehr. Gibt es keine gerechten Strafen mehr, so weiß das Volk nicht, was es zu tun und was es lassen soll. Darum muß der Edle die Begriffe und Namen korrekt benutzen und auch richtig danach handeln können. Er geht mit seinen Worten niemals leichtfertig um. (Konfuzius Gespräche XIII,3).
Stellt man die Namen und Begriffe richtig, ergibt sich ein vollkommen anderes Bild des Planeten auf dem, mit dem und von dem wir leben:
Die Erde ist eine flüssige Kugel, deren Oberfläche aus einem Hauch gefrorenen Gesteins besteht. (Die Begriffe „Schmelzpunkt“ und „Gefrierpunkt“ hängen allein vom Blickwinkel ab.) Alles ist in Bewegung, der Mensch hat gegenüber dem Planeten keinen Anspruch auf gleichbleibende Verhältnisse.
Die „Schockwellen aus dem Meer“ bieten nach dem oben Gesagten keinen Anhaltspunkt für irgendwelche Spekulationen über die freigesetzte Energie. Eine wahrheitsgemäße Berichterstattung hätte sich an der Richterskala orientiert und die wahrhaft unvorstellbare Größe des Energieumschlags anläßlich eines Neuner-Bebens offenbart. Die freigesetzte Energie übersteigt dabei tatsächlich unser aller Vorstellungskraft. Sie zeigt den Menschen in all seiner Bedeutung in System der Natur: Weder im Guten noch im Bösen kann der Mensch seiner Mutter Erde auch nur am Nagellack kratzen!
Tod und Leiden haben keinen „Sinn“. Tod findet nicht statt. Das, was wir als „Tod“ wahrzunehmen glauben, ist lediglich die zeitliche Grenze eines nach einmaligen Merkmalen definierbaren Musters. „Leiden“ läßt der Mensch, nicht die Natur. Die Religionen der Welt haben keine Erklärung für das 2. Weihnachtsbeben. Sie können es auch nicht haben, weil sie die Welt nicht so sehen können, wie sie ist. Sie können die Welt nicht so sehen wie sie ist, weil sie ohne Ausnahme versuchen, die Welt so zu „machen“, wie es ihrem Weltbild entspricht. Bestes Beispiel ist das Ptolemäische Weltbild, das von der katholischen Kirche bis heute nicht offiziell ad acta gelegt wurde. Die Erde, die bereits von Ovid als Kugel mit fünf Klimazonen beschrieben worden war, hörte unter dem Regime der Päpste zwangsweise auf zu existieren. Die Erde wurde plattgedrückt und als Scheibe verkauft. – Wer das nicht glauben wollte, ging in Flammen auf. – Wie lange würden Sie sich plattdrücken lassen?
Neben dem Christentum bemühen sich auch all die anderen Religionen, deren „Angehörige“ von der „Jahrhundertflut“ betroffen sind, ihre Vorstellung von der „wahren“ Religion anderen Menschen – gelinde gesagt – zumindest sehr nahe zu bringen. Sie alle verkennen dabei den Ursprung des Wortes Religion. Das lateinische „religio“ bedeutet schlicht und ergreifend „Respekt, Skrupel“. – Angesichts der allseits herrschenden – und im sogenannten Kapitalismus sogar propagierten – Skrupellosigkeit müssen den Religionen der Welt die Worte fehlen.
Hast Du Worte? – Da steht in der Bibel: „Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbild“. Darwin hält dagegen: „Auch der Mensch ist ein Produkt der Evolution“! Neben Darwin und der Bibel gibt es noch einen Dritten, dessen Existenz kaum bekannt ist, dessen Schöpfungsgeschichte jedoch an Präzision nicht zu überbieten ist: Ovid. In seiner Schöpfungsgeschichte (Metamorphoses 1, 33-51) beschreibt er die Erde zutreffend als Kugel mit fünf Klimazonen. In Metamorphoses 1, 82-84 beschreibt Ovid die Aussaat der Menschheit, die seiner Meinung nach aus göttlichem Samen hervorging. :
„Denn sie (die Saat) mischte des Iapetus Sohn mit dem Wasser des Regens, formte sie dann nach dem Bild der alles regierenden Götter.“ (Übersetzung von Herrmann Breitenbach)
Wer hat denn nun recht? – Die Bibel? Darwin? Ovid? – Fragen Sie den Papst! Aber nehmen Sie ihn ausnahmsweise einmal in seiner Eigenschaft als Pontifex Maximus ins Kreuzverhör. In dieser Eigenschaft ist er nämlich nicht Stellvertreter Christi auf Erden, sondern bekleidet heute noch ein heidnisches Amt, das vor ihm schon Julius Caesar innehatte. – Die Kreationisten der Zukunft müssen sich in Zukunft nicht nur gegen Darwin behaupten, sondern einen Zweifrontenkrieg führen, denn ich behaupte einfach einmal, daß Ovid recht hat! Zeus feierte am 4.7.2004 sein Comeback, als er den Ball seines „Boten“ Angelos Charisteas ins Tor der Portugiesen lenkte. „Angelos“ – dieses griechische Wort ist Ursprung des deutschen „Engel“ und bedeutet nun einmal „Bote“. Am 26.12.2004 meldete sich dann Poseidon als Herrscher der Meere mit einem gewaltigen Paukenschlag zurück und fordert Respekt ein. –
Sie schütteln den Kopf? – Selbstverständlich kann ich diese Behauptung nicht beweisen, aber können Sie das Gegenteil beweisen? Können Sie beweisen, daß es da tatsächlich niemanden gibt, der Euch Eure Stellung innerhalb des planetaren Gesamtsystem drastisch vor Augen führen will? – Der Mensch ist weder die „Krone der Schöpfung“ noch die „beherrschende“ Lebensform des Planeten. Vielleicht war es auch Thors Hammer, der am 26. Dezember vor Sumatra niedersauste? – Können Sie mir die Frage beantworten? – Eben weil diese Frage nicht zu beantworten ist, muß die Frage gestellt werden, ob nicht überhaupt die Frage nach dem Wesen von Schöpfung und Schöpfer von Anfang an falsch gestellt wurden. Wie gesagt, der Sprachinstinkt zwingt uns dazu, den Phänomenen Feuer, Wasser, Luft und Erde „Leben“ einzuhauchen. Warum sollte das dynamische System „Leben“ davon ausgenommen sein?
Sowohl die biblische als auch die Darwinsche und Ovids Schöpfungsgeschichte laufen auf dasselbe hinaus: Der Mensch ist ein Abbild der Evolution. Damit ist er ein Geschöpf der Schöpfung, die ihrerseits mit dem Schöpfer identisch ist. Das Problem liegt eigentlich darin, daß der Mensch sich Gott nach seinem Ebenbild geschaffen hat. Und in aller Welt akzeptieren die Menschen das Bild, das ihnen Hohepriester, Pontifices Maximi, Imame und Päpste von Gott malen. Selbst die „moderne“, angeblich „objektive“ Wissenschaft übernimmt kritiklos das Bild der Evolution, das Darwin skizziert hat. Wie die Kreationisten verteidigen sie es mit Zähnen und Klauen, will sagen: mit Hilfsannahmen jeglicher Art wird die „natürliche Zuchtwahl“, die „Selektion“ als Wirkprinzip der Evolution verteidigt. Dadurch werden die Anhänger Darwins stets gezwungen sein, nach dem evolutionär „Nützlichen“ zu fragen, wie es auch in Ihrem Beitrag „Menschen – die ewigen Säuglinge“ getan wird. Und das ist der größte Fehler, der Darwinisten jemals unterlaufen ist.
In der Evolution finden Nützlichkeitserwägungen nicht statt.
„Wir hatten bereits festgestellt, daß auch die Marktwirtschaft ein laminares System mit drei variablen Größen ist. Diese bestimmen in ihrem Zusammenwirken die „ökonomische Vernunft“, die vom Willen und Einfluß des Menschen unabhängig ihre Wirkung entfaltet. Der Verständlichkeit halber bleiben wir auch hier bei den Begriffen Spannung, Strom und Widerstand. Der „Schwarze Freitag“ an der New Yorker Börse hat aller Welt gezeigt, daß die „unsichtbare Hand“ des Adam Smith gelegentlich Ohrfeigen austeilt. Daneben gibt es offenbar noch eine weitere unsichtbare Hand, deren Ohrfeigen hauptsächlich die Pharmaindustrie treffen, nämlich immer dann, wenn ein Krankheitserreger gegen ein Medikament immun wird. Folglich wird diese Hand auch von der belebten Natur gesteuert.
Womit wir wieder beim Thema wären. Die Resistenz von Krankheitserregern gegen Antibiotika beruht auf Anpassung von Mikroorganismen. Darwin hat gezeigt, daß die gottgewollte Ordnung der Organismen ein fortlaufender Prozeß ist. Darwin und seine Nachfolger sagen, Mutation und Selektion seien die beiden Triebkräfte der Evolution. – Pardon, aber auch die Evolution ist nicht linearer als die Wirtschaft und nebenbei höchst dynamisch. Ausgerechnet sie soll von nur zwei Variablen abhängig sein? – Da stimmt doch etwas nicht.
Hat Darwin sich vertan? – Wir werden sehen. – Aber gießen Sie sich bitte erst einmal eine Tasse Kaffee ein. Oder, wie Charles Darwin gesagt hätte: „pour out the coffee.“ – In wörtlicher Übersetzung bedeutet das: „Gieß den Kaffee aus.“ Wie können Engländer den Kaffee ausgießen, ohne ihn gleich wegzuschütten? Des Rätsels Lösung ist einfach: die englische Sprache betrachtet den Sachverhalt aus der Sicht der Kanne, in deutscher Sprache wird derselbe Vorgang aus der Tassenperspektive geschildert.
Also wechseln wir in diesem Zusammenhang einmal die Blickrichtung und betrachten die Ergebnisse menschlicher Selektion. Wir finden sie in jedem Supermarkt. Wenn wir nur die dort angebotenen Äpfel mit denen vergleichen, die relativ „wild“ auf den Apfelbäumen der Kleingärtner wachsen, fällt sofort auf, daß die gezüchteten Exemplare Monotonie ausstrahlen. – Das ist auch nicht verwunderlich, denn die Äpfel im Supermarkt müssen gewisse Normen einhalten.
Milchkühe werden von den Züchtern auf immer höhere Milchleistungen hin gezüchtet; manche der bedauernswerten Kreaturen können fast nicht mehr laufen, wenn sie nicht regelmäßig gemolken werden; und die Eierproduktion hat das biologisch vertretbare Maß mehr als erreicht. In der Land- und Forstwirtschaft sind allenthalben Monokulturen anzutreffen.
Ist Ihnen einmal aufgefallen, daß Haustiere im Gegensatz zur zugehörigen Wildform ärmer an Merkmalen sind? – Ist Ihnen aufgefallen, daß es bislang nicht gelungen ist, Rinder, Schweine oder Hühner zu züchten, die außer Stillsitzen und Fressen keine Bedürfnisse haben?“ (G. Altenhoff, Australopithecus Superbus Procrustes – Der Mensch – ein Hologramm der Evolution, unv. Manuskript, 2001)
Darwin hat den Fehler begangen, das Verhalten der Tier- und Pflanzenzüchter in die Natur zu projizieren. Seine wissenschaftlichen Schüler sind ihm nachgetrottet wie eine Rinderherde hinter dem Leitstier. – Auch ich habe einmal zu diesen Leuten gezählt.
Rolf H. Latussek hätte sich kein besseres Thema aussuchen können als die Koevolution von Rindern und Menschen. Diese bezieht sich nämlich ausschließlich auf in der Kuhmilch enthaltene Proteine. Im Gegensatz zum Menschen sind bei Rindern die sozialen Instinkte trotz der über Jahrtausende währenden Züchtung intakt geblieben. Die Uria-Rinder von Ostendorf sind der lebende Beweis dafür. Diese Herde besteht aus Hausrindern, die lebt wie eine Wildrindherde. Im Gegensatz zu vielen Wildtieren, die, in „Gefangenschaft“ geboren, unfähig werden, in „freier Wildbahn“ zu überleben, verfügen unsere Hausrinder noch immer über das gesamte Verhaltensrepertoire, das ihnen ein Überleben ohne menschliche Obhut gewährleistet. Ehe wir sie in Scheiben schneiden, sollten wir uns von den Rindviechern lieber eine Scheibe abschneiden!
Die Frage allerdings, ob der Mensch ein ewiger Säugling sei, ist indes zu bejahen, allerdings in einem etwas erweiterten Sinn:
„Unsere Vorfahren waren wesentlich intelligenter, als man bislang annahm. Erst jüngst hat der Verhaltensforscher Christope Boesch zeigen können, daß auch Schimpansen beim Werkzeuggebrauch kulturelle Unterschiede kennen. Der Unterschied bei der Handhabung eines Gegenstandes setzt eine voneinander verschiedene Idee über dessen Gebrauch voraus. Ferner lernen Schimpansenkinder von ihren Müttern nicht nur die verschiedenen Arten genießbarer Pflanzen zu unterscheiden; sie lernen auch, zu welchem Zeitpunkt die jeweiligen Früchte reif sind. Ohne diese „Schulstunden“ sind sie in freier Wildbahn nicht lebensfähig. Handaufgezogene Schimpansen, denen ihre Pfleger ein Leben in Freiheit ermöglichen wollten, wurden auf eine für diesen Zweck reservierte Insel verfrachtet und mußten unter der Obhut des Menschen erst einmal lernen, sich dort selbst zu ernähren.
Wir sollten also gar nicht mehr hinhören, wenn gesagt wird, das Gehirn unserer hominiden Vorfahren hätte „lediglich“ die Größe eines Schimpansenhirns gehabt. Denn gegenüber den Kenntnissen und Fertigkeiten, die ein Schimpansenkind lernt, erscheint, was den Nahrungserwerb anbelangt, unsere Zivilisation als ein Verharren im Säuglingszustand. – Mit dem Supermarkt an der Ecke als ewige Mutterbrust.“ (G. Altenhoff, Australopithecus Superbus Procrustes – Der Mensch – ein Hologramm der Evolution, unv. Manuskript, 2001)
Wer die Frage nach der „Nützlichkeit“ kultureller Errungenschaften im Rahmen der Evolution stellt, muß die Frage nach der „Nützlichkeit“ der Phänomene „Krieg“ und „Staat“ beantworten. Weder Krieg noch Staat bergen einen evolutionären Vorteil in sich. Sie wurden im Evolutionsprozeß bislang mitgeschleift, weil sie den Reproduktionsdruck der Menschen nicht auf einen zum Aussterben notwendigen Wert herabdrücken konnten.
Orcas sind wie Rinder intelligente Lebewesen. Nicht nur, weil sie irgendwo in grauer Vorzeit einen gemeinsamen Vorfahren hatten, sondern auch und vor allem, weil intelligente Lebewesen bei Auseinandersetzungen den Beschädigungskampf meiden. Aus diesem Grunde muß ich selbst Komodowaranen und Krokodilen mehr Intelligenz zubilligen als Menschen.
Konrad Lorenz hat einmal gesagt: „Tiere sind dümmer als wir glauben, aber wir sind ihnen ähnlicher, als wir wahrhaben wollen.“ Ich glaube langsam, wir sind dümmer als die Tierwelt erlaubt:
Der Mensch unterteilt Insektenstaaten in „Königin“ und teilt den Rest des „Staates“ in Funktionseinheiten (Arbeiterinnen, Soldaten etc.) auf. Selbst altgediente Biologen verkennen dabei, daß die „Staatsangehörigen“ eines Insektenvolkes als Abkömmlinge der Königin ohne jede Ausnahme „Prinzessinnen“ sind. Ist Elisabeth Mutter aller Engländer? Ist Juan Carlos Vater aller Spanier?
Auf der anderen Seite wird behauptet, die Familie sei die „Keimzelle des Staates“. Keimzellen wohnt die Tendenz inne, einen kompletten Organismus zu erzeugen. Ist aus Ihrer Familie ein „Staat“ hervorgegangen?
„Der Krieg ist der Vater aller Dinge“, so lautet ein Sprichwort. Was die Evolution technischer Geräte angeht, mag das so sein, aber ich habe noch niemanden gehört, der zum Krieg „Papa“ gesagt hätte.
Aus den oben genannten Gründen ist es ausgeschlossen, daß „El Niño“ den Vormarsch der Deutschen Wehrmacht gestoppt hat. Seine klimatischen Auswirkungen auf den russischen Winter des Jahres 1941 werden mit Sicherheit Einfluß gehabt haben. Verantwortlich für das Desaster der Wehrmacht war nicht die Natur. Weder im Guten wie im Bösen kann man einem nichtmenschlichen Phänomen irgendeine Verantwortung zuschreiben. Ihr Beitrag ist nach allem allerdings ein gewichtiges Indiz für die Richtigkeit meiner These, daß der Mensch dazu neigt, Naturereignissen, deren Auswirkungen er nicht versteht und die er erst recht nicht kontrollieren kann, einfach zu personifizieren und wie einen Menschen zu be- bzw. zu mißhandeln.
Bruno Würtenberger schließt in seinem Buch „Klartext“ jeden seiner Aufsätze mit einem gezeichneten Dialog zwischen einem Igel und einem Engel ab. Es finden sich dort eine Fülle von Wahrheiten, aber die entscheidende fehlt:
„Hallo, Engel!
Warum ist die Welt nicht zu retten?“
„Weil sie nicht in Gefahr ist!“
Mit dieser Feststellung lasse ich Sie nun allein, nicht ohne mich für Ihre Aufmerksamkeit und Bemühungen im voraus zu bedanken.
Mit freundlichen Grüßen
(Das war der Stand vom 5.1.2004)
Nun hat sich Joschka in den Flieger gesetzt, angeblich um in Thailand sich zu informieren, ob und wie die Hilfe der „Bundesregierung“ auch tatsächlich da ankommt, wo sie es soll. – Und er begibt sich damit genau an den falschen Ort. Wenn eine Küstenregion schnellstens wiederaufgebaut wird, dann diese. Daran hat auch die thailändische Regierung ein Interesse. Fischer hat, soweit ich mich erinnere, wie „sein“ Kanzler den Amtseid ohne religiöse Beteuerungsformel geleistet. – Ich schelte niemanden, der nur zu Weihnachten in die Kirche geht, aber ein Atheist, der auf Kosten der Allgemeinheit zum Gottesdienst nach Thailand fliegt – das geht entschieden zu weit.
Aber vielleicht, und dann könnte man Fischer nicht böse sein, ist er der Einlandung Gottes gefolgt, die im 46. Psalm Vers 9 niedergelegt ist:
„Kommt her und schauet die Werke des HERREN, der auf Erden solch ein Zerstören anrichtet.“
Fischer muß dieser Einladung Gottes gefolgt sein, denn sonst hätte er sich zuvor in den Ruinen der tschetschenischen Hauptstadt Grosny über das Ausmaß der Zerstörungkraft der konventionellen menschlichen Waffentechnik informieren lassen.
Zweifel sind auch angebracht an der Ernsthaftigkeit der Hilfszusagen. Godehard Uhlemann schreibt in der RHEINISCHEN POST vom 8.1. 2005: „Zu tief sitzt die Enttäuschung über die Hilfe für das Weihnachten 2003 vom Erdbeben zerstörte iranische Bam. Damals wurden der Uno 117 Millionen Dollar versprochen, eingegangen sind am Ende 17. Das darf sich nicht wiederholen.“
Es wird sich wiederholen, Her Uhlemann. Das Moratorium, das die G7-Länder den Regierungen der betroffenen „Staaten“ gewährt haben, wird mitnichten bei den von der Flut Betroffenen ankommen. Für die freigewordenen Gelder werden die Regierungen der Staaten, an die die Beileidstelegramme der bundesrepublikanischen Fürsten gerichtet waren, ihr Lieblingsspielzeug erwerben, nämlich Waffen. Und es sollte mich nicht wundern, wenn dieselbe Bundesregierung, die den Regierungen in Jakarta und Colombo die Schulden gestundet hat, die Ausfuhrgenehmigung für die begehrten Waffensysteme erteilte.
Mit einer halben Milliarde Euro „Hilfszusagen“ und einer Auslandsreise empfehlen sich Schröder und Fischer als „Krisenmanager“. Goebbels höchstpersönlich hätte dieses falsche Selbstbild nicht medienwirksamer aufbereiten und verbreiten können als die öffentlich-rechtlichen und privaten Sender der Nation. Haben sich die Herren in Berlin eigentlich einmal Gedanken darüber gemacht, wo das Geld, da sie so großzügig verteilen, eigentlich herkommt?
Goebbels glaubte an „seinen“ Führer. Alle andern glauben an die „christliche“ Leitkultur. Zu dieser gehört, und das sei auch Frau Merkel und Herrn Stoiber ins Stammbuch geschrieben, 2. Korinther 10, Vers 18:
„Denn nicht der ist tüchtig, der sich selbst empfiehlt, sondern der, den der Herr empfiehlt.“
– Diese Bemerkung des Apostels Paulus gilt im übrigen uneingeschränkt für die gesamte Schöpfung. –
Damit wären wir wieder beim Ausgangspunkt angelangt, nämlich der Propaganda. Ich brauche kein Prophet zu sein um vorauszusagen, daß das Gros der Menschen in Südasien, die alles verloren haben, am Ende auf ihrem Schaden sitzenbleiben werden. Sobald der Brennpunkt der Weltöffentlichkeit auf andere Ereignisse gerichtet sein wird, wird sich kaum ein Schwanz um die „Flutopfer“ mehr kümmern. – Bam ist überall.<<
Am Gründdonnerstag des Jahres 2005 berichtete die „Rheinische Post“ unter dem Titel „Das Warten der Fluthelfer“ über die einsetzenden bürokratischen Hemmnisse, die zu nichts anderem führen, als daß die Menschen, die ihre Mitmenschen dabei unterstützen wollen, den „Status quo ante“ wiederherzustellen, frustriert ihre Koffer packen und abreisen. – Gegen die Folgen der Bürokratie können sie nichts mehr ausrichten. – Bam ist überall, weil die Bürokratie überall ist.
Die Bürokratie ist überall – auch in der Kirche. Und genau da liegt das Problem, das seit fast 2.000 Jahren den Blick auf den Kern der Osterbotschaft verstellt hat. Die Kirche ist den Weg des Prokrustes gegangen: was nicht paßte, hat sie mit Amboß und Schwert passend gemacht. Sie forderte wie die Hohepriester zu Zeiten Jesu Gehorsam. Sie forderte nicht Gehorsam gegenüber Gott, sondern vielmehr Gehorsam gegenüber der von ihr verkörperten sozialen Dominanz. Das erscheint nahezu grotesk: gerade gegen der Gehorsamsanspruch der Priesterschaft hatte Jesus zu Lebzeiten aufbegehrt. Dem Grunde nach verkörperte im wahrsten Sinne des Wortes den Ungehorsam und die Unbotmäßigkeit; und Jesus ist die Fleisch gewordene Zivilcourage. Jesus brachte der „Obrigkeit“ keinerlei Respekt entgegen. Er hatte zutreffend erkannt, daß er der „Obrigkeit“ gegenüber keinen Respekt schuldet. Er forderte vielmehr Respekt gegenüber seinen Mitmenschen ein: „Was ihr getan habt einem unter meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ Jesus hatte auch keine Berührungsängste gegenüber Ausgestoßenen und Gemiedenen. Nach heutigen Maßstäben würde man wohl sagen, Jesus hätte nicht gerade in den besten Kreisen verkehrt.
Ich hoffe, Sie haben in Erinnerung, daß da lateinische „religio“ auch mit „Skrupel“ übersetzt werden kann: es kann daneben auch die Bedeutung von „Bedenken“ haben.
Skrupellosigkeit ist eines der Kennzeichen der Macht. Wer Macht haben und verteidigen will, der darf eben keine Skrupel haben; darin ist Macchiavelli beizupflichten. Jesus hatte die Mächtigen seiner Zeit herausgefordert und ihre Skrupellosigkeit zu spüren bekommen. Des weiteren bekam er die Bedenkenlosigkeit des Bürokraten Pontius Pilatus zu spüren, der als Gouverneur über ihn zu Gericht sitzen mußte. Es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, daß das Todesurteil des Pilatus damals geltende Gesetze verletzt hätte und ein Willkürakt gewesen wäre. Pilatus hat gehandelt wie fast 2.000 Jahre nach ihm Roland Freisler. Das Todesurteil als Mittel gegen unliebsame und unbequeme Zeitgenossen war auch der Kirche nie fremd; auch nicht die Androhung von Tod und Folter. Wie sagte Chomsky so treffend? – „Wenn Du die Leute unter Kontrolle halten willst, mach’ ihnen Angst“.
Die Kirche konnte seiner nicht habhaft werden, deswegen wurde er auf andere Weise zum Schweigen gebracht: Publius Ovidius Naso. Seine Schöpfungsgeschichte, die mit ihrer Präzision in direkter Konkurrenz zu der biblischen steht, taucht in lateinischen Schulbüchern einfach nicht mehr auf. Natürlich macht man sich als Schüler keine Gedanken darüber, warum Ovids Metamorphosen erst beim „Goldenen Zeitalter“ anfangen. – Ich selbst muß zugeben, daß ich rund 20 Jahre brauchte, um die theologische Brisanz der „Metamorphosen“ zu entdecken. Dann aber ging es Schlag auf Schlag:
Anfang des Jahres reiste ich wieder einmal in das Land, dessen inoffizielles „Nationalsymbol“ der Stier ist. An den Gestaden des Mittelmeers fiel mir dann ein, daß die Bezeichnung „Stellvertreter Christi auf Erden“ für den Papst ein juristisches Problem beinhaltet: Der Bote übermittelt einen fremden Willen, bei der Stellvertretung tritt der Wille des Vertreters an die Stelle des Willens des Vertretenen. Der Papst ist kein Engel, er stellt sich mit seinem Willen vielmehr zwischen die Menschen und Gott. „Gesetzlicher Vertreter“ Christi kann er nicht sein, denn das würde einer Entmündigung Christi gleichkommen. Folglich könnte sich der Papst für seine Handeln nur auf eine göttliche Vollmacht berufen, die inhaltlich den Umfang einer Prokura übertreffen müßte. Denn es gilt zu bedenken, daß in der Vergangenheit die Päpste sich um das 5. Gebot einen feuchten Dreck geschert haben. Es gab in der Weltgeschichte wohl nichts Scheinheiligeres als die „Heilige Inquisition“. Nicht nur im Rahmen der Hexenverfolgung hat die Kirche wiederholt gegen den Grundsatz „non esse facienda mala, ut eveniant bona“ verstoßen – Es darf nichts Böses getan werden, um Gutes hervorzubringen. „Wir müssen – das ist tatsächlich nicht zu bezweifeln – davon Abstand nehmen, die Sünde anderer zu verhindern, wenn wir es nicht tun können, ohne uns selbst zu versündigen.“ Dieses Zitat stammt ausnahmsweise nicht von mir oder von Konfuzius, es stammt von Gottfried Wilhelm Leibniz, der mir auch die auf Latein wiedergegebene Regel zugetragen hat.
Das Abschlachten von Artgenossen ist nicht im Sinne der Schöpfung, sondern, es gefährdete bislang, wie gesagt, lediglich nicht den Fortbestand unserer Art. Deswegen konnte es die Ausmaße annehmen, die es im 20. Jahrhundert angenommen hat. Da es aber unter den Augen und ohne erkennbare „Zivilcourage“ der Päpste geschehen konnte, muß die Frage gestellt werden, ob Päpste nicht lediglich „Vertreter ohne Vertretungsmacht“ sind, die den Kontakt zu ihrem „Geschäftsherren“ verloren haben.
Ferner wäre die Stellung als „Stellvertreter“ nun gar nicht mit dem einem Papst zudiktierten Posten des „Ponitfex“ (Brückenbauer) vereinbar. Denn die Institution „Papst“ verhindert mit ihrer prokrusteischen Neigung jeden Brückenschlag zur Schöpfung.
Also kam mir in den Sinn, vielleicht sollte man für den Papst besser die Bezeichnung „advocatus Christi in Terra“ (Anwalt Christi auf Erden) wählen. Das könnte es mir erleichtern, die Rolle des „advocatus Deorum Gaeaeque“ (Anwalt der Götter und der Mutter Erde) zu übernehmen und der Kirche die Befugnis streitig zu machen, den Posten des Pontifex Maximus mit einem ihrer Leute zu besetzen. Der Gedanke war kaum zuende gedacht, da kamen Dionysos, Nike, Apollo und Eros auf mich zu. Ich traf sie an einer Kaffeebude auf dem Markt von Playa Flamenca. Weder vorher noch nachher noch anderenorts habe ich Zuckertütchen in die Hand bekommen, auf denen olympische Götter abgebildet sind.
Angesichts der Wahrscheinlichkeit, mit der einem die Götter genau dann serviert werden, wenn man an sie denkt, ist das so gut wie eine von ihnen unterschriebene Prozeßvollmacht.
Und kurz darauf wurde der gegenwärtige Papst sprachlos. Was hatte ihn der Sprache beraubt? – Die Ärzte nennen es „Infektion“. Unter Infektion versteht man gemeinhin einen „Angriff“ von Bakterien oder Viren auf den menschlichen Körper. Diese Definition verkennt natürlich, daß auch Bakterien und Viren zu unseren Mitgeschöpfen gehören und denselben dynamischen Gesetzen unterliegen wie wir selbst. Johannes Paul II bekam unter evolutionärem Aspekt keine Infektion, er mußte eine Bevölkerungsexplosion über sich ergehen lassen. Und damit teilt er auf einer anderen Größenskala das Schicksal der Erde, die zur Zeit die Bevölkerungsexplosion des Menschen über sich ergehen lassen muß.
Fürst Rainier von Monaco liegt „im Sterben“, alle Welt macht sich gerade zum Fest der Wiederauferstehung Sorgen, auch der Papst könne in nächster Zukunft sterben.
„Wenn Du die Leute unter Kontrolle halten willst, mach’ ihnen Angst“. Ich halte dagegen: „Fürchtet Euch nicht!“ – Denn es geht nicht darum, den „Tod“ zu überwinden. Das ist nicht möglich und nicht nötig, denn man kann nichts überwinden, was nicht existiert. Es gibt den „Tod“ nicht, er existiert nur in unserem Bild, das wir uns von dieser Welt machen. Das, was wir als „Tod“ empfinden, ist lediglich die zeitliche Grenze eines nach individuellen Merkmalen bestimmbaren Lebensprozesses. Aber das ist nicht das Ende des Lebens. Schließlich bedeutet ein Urteil im Zivilprozeß nicht das Ende der Zivilprozeßordnung.
Dennoch müssen wir für unser subjektives Weltempfinden den „Tod“ akzeptieren, der so einschneidend erlebt wird. Der „Tod“ markiert immer den Verlust von etwas Einmaligem, Unwiederholbarem, vor allem dann, wenn der „Tote“ Mitglied der „eigenen“ Sozialgemeinschaft war. Das „Töten“ von Menschen läuft deswegen den sozialen Instinkten des Menschen in extremer Weise zuwider. Nun verlor der Mensch im Laufe der Evolution vollständig die Tötungshemmung gegenüber Artgenossen, auch gegenüber seinen „Sozialpartnern“. – Ein genetischer Fehler, im Rahmen der Evolution noch neutral, emotional aber immer verheerend. Das ist der Grund für das fünfte Gebot.
Das Leben ist uns nicht „geschenkt“ worden, wir „haben“ es also nicht – wir sind „das Leben“. Wir haben keine Seele und keinen Geist, wir haben auch keinen Körper – wir sind Körper wie Seele wie Geist. Und wenn Jesus sagt, „was ihr getan habt einem unter meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“, dann heißt das in der Umkehrung nichts anderes als „was ihr mir antut, das tut ihr all euren Mitmenschen an“. – Um ein plastischeres Bild zu erzielen, braucht man diese Worte nur auf eine andere Größenskala zu beziehen, zum Beispiel auf den „kollektiven Untergang“, ausgelöst durch das Handeln Einzelner. Ein Ereignis also, von dem alle unterschiedslos betroffen wären. – Ich will das gerne tun, indem ich hier wiederhole, was ich vor vier Jahren geschrieben habe, und zwar noch bevor wegen der Maul-und-Klaue-Seuche Englands Kühe Feuer fingen. Die nachfolgenden Zeilen markieren den Endpunkt meiner fiktiven Reise vom Anbeginn der Welt bis in unsere Tage:
>>Neben uralten Mythen erzählen auch moderne Drehbuchautoren ewige Wahrheiten. Dazu zählt der englische Drehbuchautor und Regisseur Val Guest, der 1963 den Film „Der Tag, an dem die Erde Feuer fing“ produzierte. Der Plot des Films ist simpel: Amerika und Rußland hatten in der Nähe der Pole durch zufällig gleichzeitige Zündung von Wasserstoffbomben den Planeten aus der Umlaufbahn geworfen. Die Politik versuchte das zu vertuschen, die Presse deckte es auf. Am Ende versuchte man, mit Wasserstoffbomben den Fehler zu korrigieren. Ob das gelang, läßt der Film offen.
In der Schlußsequenz läßt der Guest seinen Protagonisten Pete Stanning durchs Telefon diktieren:
»Wir hatten den Wind gesät, jetzt haben wir den Sturm geerntet. Vielleicht wird er in wenigen Stunden die Erinnerung an das Vergangene und die Hoffnung auf die Zukunft ausgelöscht haben. Dann werden alle Werke des Menschen von dem Feuer verschlungen, das er selbst entfacht hat.
Aber vielleicht ist im Herzen des Feuers eine unfaßbare Kraft verborgen, die mehr zu seiner endgültigen Rettung beitragen wird, als er es selbst je konnte.
(Einblendung alternativer Schlagzeilen: „Wird die Welt gerettet? – Die Menschheit betet.“ – „Ist die Welt zum Untergang verdammt? – Die Menschheit betet.“)
Und sollte dem Menschen noch eine neue Zukunft gegeben sein, dann wäre es an der Zeit, daß er seinen erbarmungslosen Stolz und sein Streben nach Macht vergißt. Dann muß er an die Stelle all dessen die Liebe setzen. Vielleicht darf er dann eines Tages wieder sagen „wie schön ist doch das Licht!“ – und seine Augen zur Sonne erheben.«
Ersetzen Sie einfach das Wort „Liebe“ durch „religio“. – Dann haben Sie das Ziel unserer Reise erreicht, von dem auch ich zu Beginn nicht ahnte, daß es überhaupt existiert. <<
Mein Mitgefühl und meine besten Genesungswünsche gelten meinem Mitmenschen Karol Woitila.
Es muß jedoch die Frage erlaubt sein, ob nicht der Vertretene seinem Vertreter Johannes Paul II. die Vollmacht entzogen hat.
Gerhard Altenhoff
Karl-Küffler-Str. 41
41542 Dormagen
Tel. 0 21 82 60 23 8
http://www.bundesadel.de
Kaum 18 Stunden später schlug der Planet wieder einmal mit voller Wucht (Magnitude 8,7 der Richterskala!) zu, und das an gleichem Ort. Wie wahrscheinlich ist es, daß sich die Ereignisse, so, wie sie sich ereignet haben, „rein zufällig“ ereignen können. – Ich schätze, mit den oben wiedergegebenen Daten allein ließe sich eine X-Factor-Folge gestalten.
MfG

Gerhard Altenhoff

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An die WELT (07.03.2003) 7,5 Cent vom Finanzminister

Posted by Gerhard Altenhoff - Juli 17, 2007

 

 

 

 

 

 

Blanker Hans

Die Welt

 

Z. Hd. Herrn Hans-Jürgen Leersch

Brieffach 24 10

 

7.3.2003

 

10888 Berlin

 

„Wer für Eichel wirbt, erhält 7,5 Cent“

 

(DIE WELT v. 31.1.03)

 

Sehr geehrter Herr Leersch,

 

Sie erhalten von mir 7,5 Cent, wenn Sie für mich Werbung machen. – Garantiert BAT (Bar auf Tatze).

 

Aber Sie werden für mich keine Werbung machen, denn dazu bedarf es der wenig verbreiteten Gabe des Lesens.

 

Wären Sie der Gabe des Lesens kundig, hätte Ihnen nicht entgehen dürfen, wer im Impressum der „Zeitschrift“ PROCENT als Herausgeber genannt wird. Und wenn Sie zumindest das Impressum gelesen hätten, wären Sie als Mitarbeiter eines unabhängigen Presseorgans mit ganz anderen Tönen gegen diesen Anschlag auf die Pressefreiheit losgegangen. Diesbezüglich verweise ich auf mein Schreiben an Ihre Medienredaktion v. 28.1.2003.

 

Ich habe für viele Dinge Verständnis, da ich selbst massiv unter sozialer Phobie zu leiden habe. Da kommt manchmal kein Wort heraus. Aber ich habe kein Verständnis für eine Art kollektiver sozialer Phobie bei gleichzeitigen verbalen Eruptionen, die samt und sonders neben der Sache liegen oder Nebensächlichkeiten zu Headlines hochstilisieren.

 

Bisher habe ich DIE WELT und die FAZ für seriöse, der Wahrheit verpflichtete Medien gehalten. Aber weder DIE WELT noch die FAZ sind darauf vorbereitet, das zu tun, was C. Hillgruber unter der Überschrift „Scheinbares Wohlbefinden“ von den Medien fordert: einfach die Wahrheit zu sagen.

 

Die Forderung nach der Wahrheit lauthals herauszuschreien, das ist einfach. Sie aber zu erfüllen, erst das erfordert Mut und Zivilcourage. – Zivilcourage, der „Aufstand der Anständigen“, ist es nicht das, was der „Kanzler“ vor nicht allzu langer Zeit von „seinem“ Volk verlangt hatte? – Ja, dann „Arsch hu un Zäng usenanner“!

 

Die Wahrheit zu sagen, ich gebe es zu, das ist nicht einfach und kostet Überwindung. Hillgruber ist darin beizupflichten, daß die Verkündung eines Sachverhalts, der der Wahrheit näher kommt als die wiedergekäuten „Wahrheiten“ der virtuellen Realität, selbst ein beispielloses Medienevent darstellen würde. – Aber dieses Medienevent will keiner haben. Er zerstört nämlich die zarten Bande zwischen Macht und Medien. – Kein Wunder also, daß die Presse den massiven Anschlag des Finanzministers auf die Pressefreiheit erst gar nicht als solchen wahrnimmt.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

(…)

 

Pünktchen, Pünktchen, Pünktchen kamen in die Welt, weil die WELT just zu dem Zeitpunkt (6.3.03 am Abend), da ich die obigen Zeilen verfaßte, die Rotationsmaschinen anwarf, die auf Seite 1 folgenden Text zu Paper brachte:

 

 

 

Elf Tote bei Vergeltungsschlag der Israelis

 

Nach dem blutigen Selbstmordattentat auf einen Bus in Haifa wurden bei Militäraktionen in Gazastreifen mindestens elf Palästinenser getötet.

 

Nach meinen Feststellungen ist die menschliche Wortsprache ein nach dem Baukastenprinzip organisiertes System zur hochauflösenden akustischen Übertragung von Bildern. Und deswegen kam mir heute morgen bei der Lektüre der WELT der Kaffee hoch: Durch die Verwendung der Worte blutig und Selbstmordattentat bekommt die Handlung eines Menschen einen negativen, dämonischen Beigeschmack. Ganz natürlich und banal wirken demgegenüber Tötungshandlungen, die andere Menschen vorgenommen haben. – Selbstverständlich und wie eine Nachricht auf dem Spiegel einer Damentoilette:

 

Elf Palaestinenser bei Militaeraktion getoetet!

 

Nun, der Tod der (mindestens) elf Palästinenser war mit Sicherheit weder beabsichtigt noch voraussehbar. Man hat sie nicht erschossen, erstochen oder erschlagen, nein! – Wenn überhaupt, dann hat man sie unblutig und human eingeschläfert. Vielleicht sind sie aber auch einfach an Maul- und Klauenseuche gestorben, wer weiß das schon?

Das BILD, das die WELT damit erzeugt, ist in seiner Wirkung so verheerend wie das Bild, das der „Führer“ mit seinen Worten vom 1.9.39 erzeugt hatte: „Seit fünf Uhr fünfundvierzig wird jetzt zurückgeschossen, von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten!“Begründung: Es wird mit der Wortwahl ein Werturteil über die Handelnden und die Betroffenen gefällt. Ohne entsprechendes Werturteil ergibt sich über denselben Vorgang folgende Aussage:

Ein Mensch sprengte sich in Haifa in die Luft. Mindestens 16 andere Menschen kamen dabei ums Leben. Viele Menschen wurden dabei verletzt. Als Folge davon gaben Menschen, die eine soziale Dominanzstellung innehaben, anderen Menschen den Auftrag, Menschen, die mit dem Vorgang selbst nichts zu tun hatten, anzugreifen, deren Eigentum zu zerstören und mit zumindest bedingtem Tötungsvorsatz auf sie zu schießen. – Diese Darstellung des Sachverhalts ist zwar langweiliger, aber realistischer. Aber nur die nüchterne, realistische, ja geradezu zynische Darstellung menschlichen Handelns kann den Sinn dafür wecken, daß es nicht einen einzigen Menschen auf dieser Welt gibt, den man außerhalb einer unmittelbaren Notwehr- oder Notstandshandlung (im engen strafrechtlichen Maßstab) ungestraft umbringen darf.

 

Es gibt weder Israelis noch Palästinenser, es gibt keine Deutschen, Franzosen oder Amerikaner. Es gibt keine Eskimos, keine Pygmäen, keine Sioux, keine Hutus, Tutsis oder Cherokees. Es gibt nur Menschen. Und es gibt „Etiketten“, die Menschen sich selbst und die sie anderen Menschen anheften. – Solange das Etikett, das ein Mensch zu tragen genötigt ist, für wichtiger gehalten wird als die simple und banale Feststellung, daß alle Menschen Artgenossen sind, werden Bush, Blair, Schröder & Co die „Welle machen können“. Und die „Medien“ werden speichelleckend so mitziehen, wie Goebbels es sich immer erträumt hatte: ganz ohne Zwang und Zensur.

 

Direkt unterhalb Ihres von mir inkriminierten Artikels befindet sich der Balkencode Ihrer Zeitung. Nur zwei Buchstaben trennen ihn vom Balkenkot. Und nur ein Buchstabe trennt den Dichter Busch vom Henker Bush:

 

Ach was muß man oft von bösen Buben hören oder lesen, wie zum Beispiel hier von diesen, die Saddam und Osama hießen…

 

Grüßen Sie mir bitte Ihren geschätzten Herrn Zippert.

Mit freundlichen Grüßen

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Auszug Leserbrief vom 30.3.2003 – Irak-Krieg

Posted by Gerhard Altenhoff - Juli 17, 2007

DIE WELT
Z. Hd. Herrn Chefredakteur
Jan-Eric Peters
Brieffach 24 10
30.3.2003
10888 Berlin

Irak-Krieg
Sehr geehrter Herr Peters,
(…)
Und nun geht er bald in die dritte Woche, der Krieg, der diplomatisch nicht zu vermeiden war, weil Bush und Blair mit friedlichen Mitteln nicht zu stoppen waren. Sie erinnern sich:

– Es sieht ganz danach aus, als könne der Wahnsinn des Krieges nur noch durch eine Kugel in die Stirn des George W. aufgehalten werden. Aber vielleicht verhält es sich ja wirklich so, wie ich orakelt hatte: „Caesar bräuchte heute die Iden des März nicht mehr zu fürchten, er würde am Zeitungskiosk erledigt.“ – Und genau das, es kristallisiert sich immer mehr heraus, ist die Aufgabe einer freien Presse: Caesaren erledigen. Und Aufgabe der Justiz wird es sein, die Caesaren schadlos zu „entsorgen“.

Es sah nicht nur danach aus, es war so, alle diplomatischen Bemühungen, alles journalistische Gefrage war überflüssig, das aber war bereits im November 2001 sonnenklar:

1.   Da die „Bündnisfrage“ bereits unmittelbar nach dem Anschlag auf WTC und Pentagon gestellt und positiv beantwortet worden war, wurde meines Erachtens bereits am 11.9.2001 von George Bush die Entscheidung getroffen, einen Krieg anzuzetteln. – Ich hatte bereits damals im Familienkreis orakelt, daß die Entscheidung in Richtung Krieg Voraussetzung für das Stellen der Bündnisfrage ist. Alle anderen Entscheidungen waren damit unausweichlich vorgezeichnet und keine eigentlichen Entscheidungen mehr. Als der Kanzler dann die uneingeschränkte Solidarität „Deutschlands“ verkündete und Peter Struck nebst uns allen Amerikaner wurde, bemerkte ich dazu „August ‘14 läßt grüßen.“ Denn Art. 5 des NATO-Vertrages setzt voraus, daß ein Bündnisstaat mit „Waffengewalt“ angegriffen wird. Aus dem Sinn und Zweck der NATO als Verteidigungsbündnis und damit als „Kampfgemeinschaft“, ergibt sich zwanglos, daß der Waffenbegriff des Art. 5 eng auszulegen ist. Waffe im Sinne des Art 5 kann daher nur ein Gegenstand sein, der geeignet und bestimmt ist, Menschen zu töten oder Sachen zu zerstören. Der Schwerpunkt der Definition liegt dabei auf dem bestimmungsgemäßen Gebrauch des Gegenstandes. Panzer und Kanonen taugen zu nichts anderem als zum Töten von Menschen und zur Zerstörung von Sachen. Das gleiche gilt für ein MG oder eine Kalaschnikow. Ein Jagdgewehr fällt hingegen ebensowenig unter den Waffenbegriff des Art. 5 wie ein Küchenmesser. Beide Sachen können zwar ebenfalls als Waffe gegen Menschen eingesetzt werden, allerdings wäre dieser Gebrauch mit der Zweckbestimmung nicht vereinbar. Verkehrsflugzeuge, auch wenn sie als Kerosinbomben zweckentfremdet werden, können demnach ebenfalls keine Waffen im Sinne des Art. 5 sein. Warum verbietet sich eine weite Auslegung des Waffenbegriffs? – Weil sonst ein randalierender Steinewerfer in Nordirland den Bündnisfall auslösen könnte, sofern er Staatsangehöriger der Republik Irland wäre, denn damit käme nach der gegenwärtigen Lesart des Art. 5 der „Angriff“ von „außen“, vorausgesetzt natürlich, der Stein trifft einen Untertanen Ihrer Majestät. Freilich fand der Anschlag auf WTC und Pentagon auf einer anderen Größenskala statt, das rechtfertigt indes keinen Bruch des Rechts und willkürliche Auslegung internationaler Verträge. Für die Anwendung allgemeiner Rechtsvorschriften ist es ja ebenfalls unerheblich, ob eine beschädigte Lokomotive von Krauss-Maffei oder Märklin stammt.

2.   George W. und seine Verbündeten haben dem „internationalen Terrorismus“ den Kampf angesagt und die Zerschlagung von Osamas „internationalem Terrornetzwerk“ angekündigt. Diesem „Endziel“ dienen die Bombardements in Afgahnistan. Die Medien kolportieren diese Propaganda mit großem Eifer unreflektiert mit einer erschreckenden „Selbstgleichschaltung“. Seitdem es das Internet gibt, weiß fast jedes Kind, daß Netzwerke nicht dadurch vernichtet werden können, daß man den einen oder anderen Knoten zerstört. Das Internet ist ja vom Militär dazu erschaffen worden, auch bei großflächigen Störungen der Kommunikation die Nachrichtenübermittlung sicherzustellen. Ein „Enthauptungsschlag“ gegen Bin Laden könnte folglich nur dann dem „internationalen Terrorismus“ Einhalt gebieten, wenn dessen „Netzwerk“ hierarchisch strukturiert wäre wie einst die SS. Des weiteren ist die Behauptung, man könne einen -ismus mit Waffengewalt bekämpfen, unsinnig. Waffen können Wirkung nur gegen Menschen entfalten, nicht aber gegen geistige Konstrukte. Das haben alle Kriege des 20. Jahrhunderts gezeigt. Und es sind dieselben, die vehement für die Errichtung von Mahnmalen eintreten, die die Mahnung des Mahnmals nicht vernehmen wollen.

3.   Wenn eine Resolution des UN-Sicherheitsrates Bomben auf Afghanistan als „Selbstverteidigung“ überhaupt rechtfertigen kann, mit dem Auswechseln der Kriegsziele auf die „Beseitigung“ des Taliban-Regimes ist die Grenze der Verteidigung mit Sicherheit überschritten, zumal die Afghanen Kollateralschäden im eigenen Interesse (!) hinnehmen sollen. Abstruser kann eine Argumentation eigentlich gar nicht mehr sein. Aber weder für den „Führer“[1] noch für seine engsten Vasallen Tony und Gerhard gibt es ein Zurück. Dieses Triumvirat kann die Kampfhandlungen nicht beenden, ohne das Gesicht zu verlieren. – Und sein Gesicht verliert man nicht, egal, wer und wie viele dabei draufgehen. Am 7.10. 2001 war der Point-of-no-return überschritten.

4.   Thorwald Dethlefsen beschrieb die Methodik der modernen Medizin mit den Worten: „In der Technik gibt es viele Warnsysteme, wie beispielsweise eine rote Lampe an einer Gefriertruhe, die dann aufleuchtet, wenn die Temperatur in der Gefriertruhe ungewöhnlich ansteigt. Kein vernünftiger Mensch würde beim Aufleuchten dieser Lampe hingehen, die Birne locker schrauben und beim Verlöschen des Lichtes stolz verkünden, er habe die Gefriertruhe repariert. Bei der »Reparatur« des Menschen wiederholt sich dieser groteske Vorgang jedoch ständig. Kaum leuchtet ein Symptom auf, schon bringt der Arzt es zum Verschwinden und verbucht diesen Trick als einen Therapie-Erfolg.[2]  Doctores Bush – Blair – Schröder versuchen gegenwärtig, mit der sozialen Krankheit Terrorismus in verblüffend ähnlicher Weise fertigzuwerden. Allein, die Opfer militärischer Antibiotika sind Menschen. Und – Thomas Jefferson hat es in der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika ausdrücklich niedergelegt – alle Menschen haben unveräußerliche Rechte. – Ja sind denn Afghanen keine Menschen? – Offensichtlich nicht, denn der Schutz der Menschenwürde durch das Grundgesetz wird ihnen augenscheinlich ebensowenig zugestanden wie das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit:

5.   40 Milliarden US-$ hat Cowboy George in seiner Satteltasche. Das ist etwa das vierzigfache des Betrages, den Spender und öffentliche Haushalte in aller Welt für die Flüchtlinge in Afghanistan bislang zusammenkratzen konnten. Nach jüngsten Schätzungen hat der texanische Racheengel bereits 2 Mrd $ aus seiner Kriegskasse im wahrsten Sinne des Wortes verpulvert. Angenommen, in Afghanistan gäbe es 6 Millionen Kinder, dann hätte George W. jedes Kind mit bereits $ 333,33 auf dem Luftwege beglückt. Bislang rund $ 10,– pro Tag.. – Eine tolle humanitäre Leistung. Wie schön wäre es, wenn man Bomben auch essen könnte. Auch aus diesem Mißverhältnis der Beträge ergibt sich der Wille des Mr.Bush zum Waffengang, also zum rücksichtslosen Töten von Menschen. Ferner ergibt er sich aus dem Umstand, daß er sich im Kongreß die Kriegskasse hat füllen lassen, während er als aufrechter Amerikaner seine Landsleute aufforderte, Opfer zu bringen und für die Hinterbliebenen des WTC-Anschlages zu spenden. Für jeden, der im WTC zu Tode kam, kassierte der Feldherr Bush vom amerikanischen Steuerzahler fast 10.000.000 Dollar! – Hinzu kommen die Milliarden, die der britische und der deutsche  Steuerzahler für die „dauernde Freiheit“ der Afghanen aufbringen soll.

Gerhard Schröder hat sich später formal aus dem Triumvirat zurückgezogen und bei seinen „Amtskollegen“ prompt das Gesicht verloren. Dennoch ist er weiter am Krieg beteiligt, wenn auch nur als einer, der „Schmiere“ steht; das sei hier nochmals wiederholt.

Der 7.10. sollte Ihnen ins Auge fallen, er ist so wichtig wie der 4.7. Der 4.Juli ist der Geburtstag meiner Mutter, der 7. Oktober der meiner Frau. Und der 11.9. ist der Geburtstag meiner Stiefenkelin.

Lassen wir das Mysterium der Geburtsdaten einmal weg: Fakt ist, daß die tumben Deppen beider Seiten wie vorhergesagt aufeinander eindreschen und die Medien wie gebannt danebenstehen. Sie suchen Informationen, die sie nicht bekommen, sie bekommen statt dessen Informationen, nach denen sie nicht gesucht haben. Und sie verkaufen das Ganze nach außen als „Berichterstattung“. Es werden  Fragen gestellt, die schon längst keine mehr sind. Sie erinnern sich:

Und es soll niemand glauben, der Konflikt sei noch „beherrschbar“, wenn der erste Schuß erst einmal gefallen ist. – Im August 1914 waren meine Großväter ebenso wie der spätere Gefreite Hitler vom „Spaziergang nach Paris“ überzeugt. Am 26.3.2003 äußerte sich ein in Landstuhl behandelter Kriegsversehrter der US-Streitkräfte dahingehend, daß er die Schüsse, die auf ihn abgegeben worden wären, nicht verstehen könnte. ER wäre doch schließlich in den Irak gegangen, um das irakische Volk zu befreien. – Kann mir mal einer erzählen, welch ein Monstermärchen die Lakaien der texanischen Giftspritze den eigenen Soldaten aufgetischt hat? – Der Vormarsch der kaiserlichen Truppen fräste sich 1914 an der Marne fest, 60 km vor Paris, der Stadt, die nur einen „Spaziergang“ entfernt gewesen war…

Noch am 25.3.2003 beklagte sich George W., daß die US-Truppen von Gegnern angegriffen würden, die „sich nicht an die Spielregeln hielten“. – Ja, was denkt der Mann denn? – Haben sich russische, jugoslawische oder französische Widerstandskämpfer an „die Spielregeln“ gehalten?

Erschreckend in diesem Zusammenhang ist, daß die Medien diese durchaus Goebbelssche Sichtweise der Ereignisse stützen, denn da ist die Rede von als „Zivilisten verkleideten Kämpfern“. – Vor 60 Jahren waren „als Zivilisten verkleidete Kämpfer“ noch „heldenhafte Partisanen“.

 

Im allgemeinen ändern sich mit dem Ort und der Zeit der Ereignisse auch der Blickwinkel, unter dem ein Ereignis gesehen wird. Fixiert man indes die Kamera der Geschichte und beobachtet alles aus einer Perspektive, ist das Bild ein völlig anderes. – Sie erinnern sich an das „Urteil des jüngsten Gerichts“?:

 

Und seit dem 11.9.2001 befindet sich das Urteil in der Phase der Vollstreckung. – Ob es richtig oder falsch ist, interessiert nicht mehr, – es ist rechtskräftig. Damit ist es unabhängig von allen menschlichen Regungen ohne jedes Erbarmen zu vollstrecken. – Und in der „aufgeklärten“ und „westlichen“ Welt scheint es keinen dafür geeigneteren „Vollstrecker“ zu geben als

 

 

George W. Bush.

 

Er hat sich für diesen Posten schließlich durch seine Tätigkeit als Gouverneur von Texas als hervorragend geeignet erwiesen, er hat Todesurteile gleich Dutzendweise vollstrecken lassen. Diesmal aber wird er das Urteil zu Ziffer 1.) an sich selbst vollstrecken, denn er schickt sich an, so zu handeln, wie man es von einem überheblichen Südaffen, der sich mit Gewalt alles passend macht, erwartet: er schickt sich an, „den Irak“ auf das Prokrustesbett zu legen.

Volltreffer! – Wie vorausgesagt hat die texanische Giftspritze ihr Amt als Vollstrecker wahrgenommen. Erbarmungslos und ohne Rücksicht auf Verluste. Homo sapiens sapiens hat mit G. W. Bush endgültig und unwiderruflich den Planeten Erde verlassen, Australopithecus superbus Procrustes hat seinen Platz im Evolutionsgeschehen eingenommen. – Keinen Ehrenplatz, eher „unter ferner liefen“…

Sie können sich sicher vorstellen, daß ich trotz allem herzhaft lachen mußte, als George Dabbelju am 26.3.2003 vor seinen Truppen in Tampa/FLA verkündete, daß über Saddam und den Irak das “jüngste Gericht“ kommen würde. – Der Mann merkt nun wirklich nichts mehr, denn auch für ihn gilt, was Paulus an die Römer schrieb: sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten (Römer 3, 23). Bush wird in die Geschichte eingehen als Australopithecus superbus Procrustes Nummer 2, denn die Nummer 1 bin und bleibe ich:

Soweit ein Mensch etwas wissen kann, weiß ich, daß ich ein Australopithecus superbus Procrustes bin. Ich weiß auch, daß ich keine angeborene Tötungshemmung habe. Obgleich ich dies Gott sei Dank nie testen mußte, ergibt sich das ganz einfach aus den Mendelschen Gesetzen: Meine Großväter waren für Kaiser, Volk und Vaterland Feld ins gezogen; mein Vater und seine vier Brüder für Führer, Volk und Vaterland. Und es hätte nicht viel gefehlt – ich wäre Berufssoldat geworden. Nur der Sauhafen, der damals unter „Einsatzkompanie“ firmierte, brachte mich von diesem Gedanken ab. Auf der anderen Seite habe ich auch noch nie von einem Kriegsdienstverweigerer gehört, der sich auf eine angeborene Tötungshemmung berufen hätte. Wenn ich weiß, daß ich keine Tötungshemmung habe, kann ich mich schlecht für Institutionen stark machen, für deren Existenz die fehlende Tötungshemmung unabdingbar ist. Ganz im Gegenteil:

 Als Jurist gewöhnt man sich sehr schnell daran, Menschen zu „beurteilen“, Verhaltensweisen hier und jetzt als rechtswidrig oder verwerflich einzustufen, die an anderen Orten unseres Heimatplaneten gang und gäbe sind. Ein Jurist lernt aber auch, daß man die Verpflichtung haben kann, Gefahrenquellen zu beseitigen oder zumindest soweit unter Kontrolle zu halten, daß Leib und Leben oder Sachwerte Dritter nicht gefährdet werden. Und es kann für den Einzelnen die Pflicht bestehen, vor einer von ihm erkannten, aber nicht beherrschbaren Gefahrenquelle zu warnen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, die Gefahrenabwehr Mutter des Polizeirechts. Das weggeschossene Gesicht und verstreute Fleischfetzen sind die Mutter der Erkennungsmarke. Allein daraus ergibt sich als größte Gefahrenquelle für Leib, Leben und Sachwerte Dritter zwanglos das Militär und vor allem diejenigen, die Angriffsbefehle unterzeichnen. Angesichts der Bilder aus Irak erspare ich mir hier eine ausführliche Begründung.

Als Mensch, als „Patriot“ kann und muß ich, Australopithecus superbus Procrustes Nr. 1, meine Mitmenschen vor dieser gigantischen Gefahrenquelle warnen. Warum als „Patriot“? – Nun, mein „Vaterland“, meine „Patria“ ist der Planet Erde. Und ein anderes „Vaterland“ kann auch kein anderer Mensch haben. Denn die vielen Vaterländer und Nationen mit ihren bunten Fähnchen sind nichts als Hirngespinste, die keinerlei Bezug zu der Welt haben, in der, mit der und von der wir leben. Die politischen „Eliten“ aller Herren Länder sind nichts anderes als lebensgefährliche Sozialparasiten – Abschaum! Fahnen und selbst leibhaftige Präsidenten und Kanzler sind nicht mehr als der Geßlerhut für 6 Mrd. Artgenossen. – Sie verbreiten mit ihrer Macht Angst und Schrecken, aber Respekt, den verdienen sie nicht.

  Die Nummer 1 kann nun schlecht hergehen und der ungezogenen Nummer 2 die dringend notwendigen Leviten lesen. Da sei der Secret Service vor. Es ist aufgrund der Machtverteilung in der Welt also vollkommen ausgeschlossen, daß ich als „Schimmelreiter“ ins Oval Office einziehe und das ungezogene Äffchen Georgie Dabbelju an den Ohren  zum ICC nach Den Haag schleife. Dennoch läßt sich der Schimmel zumindest schon einmal satteln:

11. Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß: Treu und Wahrhaftigkeit, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit.

12. Und seine Augen sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Kronen; und er trug einen Namen geschrieben, den niemand kannte als er selbst.

13. Und er war angetan mit einem Gewand, das mit Blut getränkt war. Und sein Name ist: Das Wort Gottes.

14. Und ihm folgte das Heer des Himmels auf weißen Pferden, angetan mit weißem reinen Leinen.

15. Und aus seinem Munde ging ein scharfes Schwert, daß er damit die Völker schlage; und er wird sie regieren mit eisernem Stabe; und er tritt die Kelter, voll vom Wein des grimmigen Zornes Gottes, des Allmächtigen,

16. und trägt einen Namen geschrieben auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte: König der Könige und Herr aller Herren.

– Soweit die Offenbarung des Johannes, Kapitel 19:

Das Heer des Himmels auf weißen Pferden weckt zumindest bei mir die Assoziation mit den Fahrzeugen der Vereinten Nationen und der Presse. Und beide Institutionen werden langfristig mit den Mitteln von Treu und Wahrhaftigkeit die Wiederanpassung der Menschheit an das Prinzip des geringsten Zwangs und die Einhaltung reziproken Verhaltens in der reglobalisierten Wirtschaft bewachen  müssen. Dazu muß das „Wort“ – der Spruch des Richters, die Feder des Journalisten – die Gewalt der Waffe brechen. Das Recht muß mit der Macht brechen, damit die Mächtigen nicht ständig das Recht brechen können. Den Anfang aber muß die Presse machen, das scharfe Schwert des Wortes.

Stanley Milgram, dessen Experiment wieder einmal ein Feldversuch mit Hunderttausenden von unfreiwilligen Probanden folgt, hat gezeigt, wie man die Bereitschaft zum unbedingten Gehorsam drastisch senken kann: Nämlich durch das Auftreten einer zweiten Autorität, die zur befehlenden in Widerspruch tritt. Es wäre also an der Zeit, daß der Pabst, die Pariarchen, die Imame, aber auch die Rabbiner dieser Welt den Soldaten die Befolgung militärischer Befehle verbieten. Dieselbe Aufgabe müßte auch der UN-Sicherheitsrat wahrnehmen und die Befehle der Kriegsparteien einfach für Null und nichtig erklären. – Aber einstweilen wird es nicht dazu kommen, weil die Menschheit nach wie vor von ihrem Abschaum „regiert“ wird.

Geben Sie sich einen Ruck und der WELT-Öffentlichkeit die Antwort auf die Frage: Was kostet der Krieg? – Nicht 75 Mrd. US-$, die der Kongreß gefälligst zu bewilligen hat! Nein er kostet Menschenleben und wird von George W. Bush  und seinen Spießgesellen in aller Welt finanziert aus Mitteln, die sie ihren eigenen Landsleuten zuvor gestohlen und abgepreßt haben. Angesichts der Unsummen, die im Irak nutzlos in Wärme umgewandelt werden, haben die Bürger keinen realisierbaren Schadenersatzanspruch gegen ihre „Führer“. Aber die Bürger der Welt haben gegenüber der freien Presse einen Anspruch, nämlich den auf die Wahrheit.

„Wer die Wahrheit geigt, dem haut man die Geig’n auf den Kopf“, das muß jeder Chefredakteur einer Zeitung wissen, wenn er seinen Sessel einnimmt. Und genau das ist das Risiko, das er eingehen muß, und für das er erheblich besser bezahlt wird als ein Soldat, der die Rübe hinhalten muß.

Mit freundlichen Grüßen


[1] der westlichen Welt

[2] Dethlefsen, Schicksal als Chance, München 1986 S 150

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Columbia als Menetekel (20.02.03 / 22.02.03)

Posted by Gerhard Altenhoff - Juli 17, 2007

DIE WELT
Z. Hd. Herrn Chefredakteur
Jan-Eric Peters
Brieffach 24 10
10888 Berlin

20.02.03

Columbia als Menetekel (DIE WELT vom 10.02.03)

Sehr geehrter Herr Peters,

Der Absturz der „Columbia“ war mit Sicherheit ein Menetekel. Eine Warnung, vielleicht die letzte Warnung.

Am 8.2.2001 veröffentlichte die Rheinische Post eine Fotomontage, die Schröder als Willem zwo zeigt. Dieses Bild kam mir wie gerufen, denn ich hatte gerade die „Pleiterepublik Schrödereich“ erfunden.

Herzlichen Dank auch an Ihre Kollegen von der Sportredaktion der „WELT“, die den wunderschönen neuen Wappenvogel dieses unseres Landes beigesteuert haben. Das alles kann Zufall gewesen sein.

Aber es gibt eine ganze Reihe von Zufällen, die mich nicht mehr an einen Zufall glauben lassen. Dazu gehören:

  1. mein Schreiben an DIE WELT vom 24./30.1. 2003 und den Absturz der Columbia.
  2. Der Entwurf meines Schreibens an MdB Pflüger als Reaktion auf dessen Artikel „Mit Luther gegen den Tyrannen in DIE WELT v. 7.2.2003-02-12
  3. RP Fotomontage Willem zwo/ Schröder und die BILD – Schlagzeile „Der Kanzler im Chaos“ v. 12.02.2003
  4. der „11.9.2001 – der Tag an dem die Erde Feuer fing?“
  5. Hillgruber: Scheinbares Wohlbefinden – Medien in der Demokratie FAZ 12.02.03 S. 7

Zu Punkt 1.) finden Sie das vollständige Schreiben, aus dem ich hier nur die Worte wiedergebe:

Aber denken Sie daran, ich kann den Lauf der Welt ebensowenig aufhalten wie Sie. Also versuche ich es erst gar nicht. Aber ich kann warnen, das können Sie auch, und Sie sollten es tun. Denn meine Warnung hat die stärkste Macht im Rücken, die man sich vorstellen kann: den 2. Hauptsatz der Thermodynamik. Und es ist die Warnung vor dessen Macht. Denn nichts, aber auch gar nichts, was der Mensch sich einfallen läßt, kann diesem Regenten Schranken setzten:

Atombomben, Autobatterien und Gewitterwolken sehen unterschiedlich aus, aber alle drei sind Energiespeicher und damit kurzfristige Verletzungen des 2. Hauptsatzes. Jeder weiß, daß eine Gewitterwolke Blitz und Donner im Gefolge hat. Jeder weiß, was geschieht, wenn man eine Autobatterie kurzschließt. Keiner aber weiß, wie lange sich die in den nuklearen Knallfröschen eingesperrte Energie darin festhalten läßt. Wie sagt die Werbung so schön? :

Manchmal genügt ein Knopfdruck –

Und Energie wird freigesetzt.

Und sie wird freigesetzt werden, unausweichlich. Die Frage ist nur: Wie? – Delaborieren und das spaltbare Material in Atomkraftwerken verfeuern? – Das würde am heftigen Protest der Atomkraftgegner scheitern. Alle Atomwaffen auf den Weg zur Sonne schicken, wo sie nicht ankommen werden, weil sie vorher verdampfen? – Dafür reicht die Raketenkapazität gegenwärtig nicht aus. Mangels Alternative müssen wir damit rechnen, daß uns die Dinger gleich reihenweise um die Ohren fliegen. Und diese Stunde rückt immer näher, weil der Mensch wieder einmal der große Schwachpunkt des Isolators ist, der die eingepferchte Energie von der übrigen Welt trennt.

Der Brief war keine 24 Stunden auf dem Postweg, da hatte der 2.Hauptsatz der Thermodynamik die „Columbia“, eine außergewöhnlich symbolträchtige Raumfähre, in Einzelteile zerlegt, aber nicht so ordentlich, wie Menschen es tun würden. Normalerweise werden Raumfähren mit dem Schraubenschlüssel zerlegt und nicht durch Überhitzung. Raumfähren sind lineare Muster, die nur dann funktionstüchtig sind, wenn sie linear bleiben. Schleicht sich an irgendeiner Stelle des Musters eine Nichtlinearität ein, sind die Folgen unabsehbar, jedoch nicht unvorhersehbar: Der 2. Hauptsatz der Thermodynamik hält sich ohne jede Ausnahme an eine bestimmte Prozeßordnung, nämlich an die logistische Funktion. Sie gilt für jeden positiv rückgekoppelten, also sich selbst beschleunigenden Energiewandlungsprozeß. Sie ist in der Natur genauso allgegenwärtig wie die Kreiszahl π. Die Bahnkurve ist auf den ersten Blick eine Bifurkationskaskade mit vielfältigen Interferenzen. Die Interferenzmuster auf der kleinsten mit Fractint 17.0 darstellbaren Größenskala können durchaus absonderliche Formen annehmen, die augenscheinlich etwas gänzlich anderes darzustellen scheinen als Bifurkationen. Aber man traue seinen Augen nicht. Alle „Gesichter“ werden durch eine einzige Gleichung erzeugt, es ist immer ein und dasselbe Bild. Und wie es aussieht, gibt es noch reichlich Muster, die ihrer Entdeckung harren. Reine Mathematik, ein und dasselbe Gesetz, dennoch gewaltige Unterschiede in der Erscheinung! 1 x 1 bleibt 1, aber das, was zwischen 0 und 1 liegt, erst da wird es wirklich interessant. War es wirklich Zufall, daß ich das Reich der linearen Mathematik meinem älteren Bruder überlassen mußte? – Mathematische Formeln sind für mich grundsätzlich so unanschaulich wie für einen Mathematiker die Verwandlung einer Hypothek in eine Eigentümergrundschuld, wenn eine hypothekarisch gesicherte Forderung an den Eigentümer fällt…

Das Bifurkationsmuster und das Abgleiten eines Prozesses ins Chaos sind jedem Juristen vertraut. Denn jede Prozeßordnung läßt sich als Bifurkationsdiagramm darstellen. Zufall?

Beim „Columbia“-Absturz konnte man den Anfang der Bifurkationskaskade noch unmittelbar wahrnehmen. Erst der Erdboden setzte ihr ein Ende. Obgleich sich die Bilder erheblich voneinander unterscheiden, auch das WTC wurde genau nach dieser Prozeßordnung zerlegt; und es sind genau die vier Gesetze, die hinter der Evolution der Organismen stehen: Thermodynamik, logistische Funktion, Gravitation und der Komplex Statistik/Wahrscheinlichkeit. Ich habe das in „Der 11.9. 2001 – der Tag, an dem die Erde Feuer fing?“ geschildert, wegen der Einzelheiten sei auf diese Schrift verwiesen.

Die damals angestoßene Rückkopplungsschleife droht jetzt für Hunderttausende zur Todesfalle zu werden, das atlantische Bündnis und die UNO zu zerreißen. Der erste Gabelungspunkt war die Fehlentscheidung der NATO, die USA seinen im Sinne des NATO-Vertrages „mit Waffengewalt“ angegriffen worden. Aus dem Begriff „Waffe“ und aus dem Zweck des NATO-Vertrages ergibt sich ohne jeden vernünftigen Zweifel, daß „Waffe“ im Sinne des Nordatlantikvertrages nur eine solche im technischen Sinne gemeint sein kann: ein Gegenstand, der geeignet und bestimmt ist, Menschen zu töten und Sachen zu zerstören. Die Betonung liegt hier auf bestimmt. Und es soll niemand glauben, der Konflikt sei noch „beherrschbar“, wenn der erste Schuß erst einmal gefallen ist. Sowohl anläßlich des Angriffs auf Jugoslawien als auch in Afghanistan haben wir Glück gehabt. Ob uns dieses Glück treu bleibt, das bleibt abzuwarten. Guido Knopp nannte sein Buch und die Filmreihe über die SS „eine Warnung der Geschichte“. – Die, die aus der Geschichte am meisten lernen sollten, haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Weder Bush noch Blair, weder Schröder noch Chirac kommen ohne genau den „Kadavergehorsam“ aus, vor dem die Geschichte der SS warnen soll. Was ist aber, wenn jemand ganz anderes seine Warnungen sendet, indem er unabhängig vom Zutun politischer und technischer Entscheidungsträger Selbstmörder in Gebäude fliegen läßt und den wohl symbolträchtigsten Flug der „Columbia“ in einen Feuerball verwandelt? Schauen Sie mal in die Offenbarung des Johannes, da ist von sieben Sendschreiben die Rede, vom Buch mit den sieben Siegeln und ab Kapitel 8, Vers 6 ist von sieben Engeln die Rede und von Feuer bzw. Sternen, die vom Himmel fallen. Kapitel 9,15: Und es werden losgelassen die vier Engel, die bereit waren für die Stunde und den Tag und den Monat und das Jahr, zu töten den dritten Teil der Menschen. – Aussichten sind das! – Alles Zufall, könnte man sagen, wäre da nicht das Tier, das gem. 17, 8 „gewesen ist, jetzt nicht ist und wieder aufsteigen wird aus dem Abgrund und in die Verdammnis fahren wird.“ – Eben dieses Tier ist wieder da. Es hatte sich hinter der Maske des Homo sapiens sapiens versteckt und tauchte exakt an dem Tag aus dem Dunkel der Geschichte wieder auf, als die Maul- und Klauenseuche nach England kam. Australopithecus superbus procrustes: der überhebliche Südaffe, der sich mit Gewalt alles passend macht. Und dieses Tier, dessen soziale Instinkte verkrüppelt sind, ist dazu verdammt, auf den Krücken Recht und Moral weiter durch die Evolution zu humpeln.

Bei der Nachricht über die Rückkehr der Maul- und Klauenseuche wäre mir beinahe die Kaffeekanne aus der Hand gefallen. Denn drei Wochen zuvor, nämlich am 6.2.2001 hatte ich in einem Schreiben die Landwirtschaftsministerin des Bundes aufgefordert, BSE nicht länger als Seuche zu betrachten, sondern statt dessen mit der grünen Fahne gegen HPE (humane polymorphe encephalopathie = der ganz normale Wahnsinn) zu kämpfen. BSE kann keine „Seuche“ sein, denn BSE entfaltet keinen Ausbreitungsdruck. Bezüglich der „schlagartig“ auftretenden Massenerkrankung in bestimmten Gebieten drängte sich dadurch eine ganz andere Erklärung auf: – Wieviel Bluter gäbe es wohl heute in Rußland, wenn man mit dem Sperma des letzten Zarewitsch 500.000 Frauen geschwängert hätte? – 500.000, das ist die ungefähre Nachkommenzahl eines „Zuchtbullen“ in der ersten Generation. Gregor Mendel, dessen Gesetze im Zeitalter des Designer-Babys überwunden scheinen, läßt herzlich grüßen. – Aber sie scheinen nur überwunden zu sein, sie sind da, weil niemand sie abschaffen oder aufheben kann. – Erklärung hin, Theorie her, jedenfalls hatte ich am 6.2.2001 das Schreiben an Frau Künast fertig. Ich teilte ihr sogar noch mit, daß ich das für meine Person außergewöhnliche Bedürfnis hatte, eine Kirche aufzusuchen und dort eine Kerze anzuzünden. Das klappte nicht so ganz, denn in der St. Pankratius-Kirche (Dormagen-Nievenheim) fand ich keine Kerze vor, die ich hätte anzünden können. Also legte ich eine Kopie meines Schreibens an Frau Künast – den Urtext meines Urteils über das Wesen der Evolution – in den Kerzenständer; selbstverständlich habe ich das Papier nicht angezündet! – – – Ich könnte mir vorstellen, daß auch Ihnen unter diesen Umständen die Kaffeekanne beinahe aus der Hand gefallen wäre.

Es war nicht das erste, aber auch nicht das letzte Mal, daß mir das „Beweismittel“ für eine Tatsachenbehauptung unmittelbar vor die Füße fiel: Ich hatte gerade aus alten Mythen, dem Vergleich der Gesellschaft bürgerlichen Rechts mit dem „Beuteverteilungsschlüssel“ der Pygmäen und aus dem Phänomen des „gegenseitigen Vertrages“ auf das dem Menschen eigentümliche reziproke Verhalten geschlossen, da berichtet die Zeit am 31.5.2000 unter dem Titel: „Der Mensch, kein Egoist“, von Forschungsergebnissen der Universität Zürich, die dieses bestätigen. Jeder kann sie über das Internet abfragen. Besonders aufschlußreich, aber auch schwer zu lesen ist die Arbeit von Armin Falk: homo reciprocans versus homo oeconomicus.

Und damit ist nach gut und gern zweieinhalb Jahrtausenden die theoretische und empirische Brücke zu den Erkenntnissen des großen chinesischen Philosophen Konfuzius geschlagen: Konfuzius antwortete auf die Frage seines Schülers Zi-gong, ob es ein Wort gäbe, das ein ganzes Leben lang als Richtschnur des Handelns dienen könnte, mit den Worten: „Das ist gegenseitige Rücksichtnahme. Was man mir nicht antun soll, will ich auch nicht anderen Menschen zufügen.“ (Gespräche XV, 24)

Nun schickt sich aber George Bush an, seinen Landsleuten den Befehl zu erteilen, unsere Mitmenschen im Irak willkürlich auszuwählen und zu töten. Im militärischen Sprachgebrauch heißt das euphemistisch: Ziel auffassen und zerstören. Was man mir nicht antun soll, will ich auch nicht anderen Menschen zufügen. – Das ist mehr als der bekannte Spruch: „Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu!“ – Es ist die weise Selbstbeschränkung, die verinnerlichte und unbedingte Beachtung des Übermaßverbots. – George W. hat in seiner Zeit als texanischer Gouverneur wiederholt nachgewiesen, daß ihm derartige Überlegungen fremd sind. Deswegen mag er jeden Sonntag in die Kirche gehen und lauthals „Hosianna“ und „Halleluja“ singen,; das befreit ihn nicht von dem Vorwurf der Gottlosigkeit, den man sich einhandelt, wenn man den Pilatus spielt und Gnadengesuche ablehnt.

Man kann die Worte des Konfuzius auch anders ausdrücken: Niemand hat das Recht, George W. umzubringen, aber auch er hat nicht das Recht, andere zu töten oder den Befehl dazu zu geben. Gibt er den Befehl, stellt er sich außerhalb der Rechtsgemeinschaft aller Menschen, und ab diesem Zeitpunkt sind er und alle, die seinem Befehl folgen, jeglicher Rechte gegenüber den Angegriffenen entkleidet. Das ist die Konsequenz des urtümlichsten aller Menschenrechte, nämlich des Notwehrrechts. Kein Bewohner des Planeten Erde hat gegenüber Angriffen auf seine Menschenrechte eine Duldungspflicht; erst recht dann nicht, wenn es um sein nacktes Überleben geht. Und der Angriffsbefehl beinhaltet auch einen ungerechtfertigten Angriff auf die Menschenrechte des „eigenen“ Soldaten. – Ist denn das so schwer zu verstehen?!

Und George W. geht ja noch weiter in seinem Verrat am christlichen Glauben: Er lügt, daß sich die Balken biegen. Der „Kampf gegen die Achse des Bösen“ war für George W. kein Wahlkampfthema. Erst nach dem 11.9.2001 fiel ihm ein, daß die Menschen im Irak möglicherweise auch Menschenrechte haben könnten, die zu „verteidigen“ sich lohnen könnte. Vor dem elften September gab es keine „Achse des Bösen“, die George W. zu bekämpfen gedachte. Wenn er nun beharrlich behauptet, daß Saddam über „Massenvernichtungsmittel“ verfüge und diese „verheimliche“, besteht angesichts der Geschichte die Möglichkeit, daß die USA Herrn Saddam anläßlich des I. Golfkrieges massiv mit chemischen und biologischen Waffen versorgt hatten. Wider Erwarten wurden die gelieferten Waffen im Golfkrieg gegen den Iran dann doch nicht eingesetzt und sind heute „verschollen“. – Ja Herrgott, wo sind sie denn geblieben? – Bei diesem Szenario würde es mich nicht wundern, wenn das Team des „Weißen Hauses“ herumläuft wie ein Hühnerhaufen und über betagte Lieferscheine gackert: Senfgas, VX, Tabun, Zyklon B, Anthrax, Pocken….

Die Amtsvorgänger des George W. und deren vormalige Moskauer Gegenspieler hielten gern die Fäden in der Hand und ließen die Puppen nach ihrem Willen tanzen. Man nannte das damals „Marionettenregime“. Als ein solches war auch Saddam ursprünglich von den Verantwortlichen in Washington gedacht. – Aber Saddam schnitt die Fäden durch und eröffnete seine eigene Puppenkiste.

Die Computeranimation hat das Puppenspiel abgelöst, heute gibt man die „Befehle“ per Mausklick oder per <Enter>-Taste:

„Walle! walle manche Strecke, daß, zum Zwecke, Wasser fließe und mit reichem, hohem Schwalle zu dem Bade sich ergieße.“ <Enter>

– Schon Goethe warnte vor einer gewaltsamen Lösung, wenn man die Geister, die man rief, nicht mehr loswird: Der Versuch des „Zauberlehrlings“, den eimerschleppenden Besen gewaltsam zu „entwaffnen“, verdoppelte das Problem (Bifurkation!): „Und sie laufen! Naß und nässer wird’s im Saal und auf den Stufen, welch entsetzliches Gewässer!“ – Man soll als Zauberlehrling eben keine Maschinerie in Gang setzen, wenn man den „Aus“-Knopf nicht kennt: „In die Ecke Besen! Besen! Seids gewesen! Denn als Geister ruft euch nur, zu seinem Zwecke, erst hervor der alte Meister.“ – Die Bilder der logistischen Funktion belegen, daß der Mensch nicht der Meister ist, sondern der Lehrling – in der ersten Minute der ersten Stunde des ersten Tages des ersten Lehrjahres.

Im nahen Osten hießen die Besen zweifellos Saddam Hussein und Osama Bin Laden: „Und nun komm, du alter Besen, nimm die schlechten Lumpenhüllen! Bist schon lange Knecht gewesen: Nun erfülle meinen Willen!“, denn nimmt man George W. Bush und seine Amtsvorgänger und personifiziert sie als „der amerikanisch Präsident“, sind die Ähnlichkeiten mit Goethes Phantasiegestalt verblüffend: „O, du Ausgeburt der Hölle! Soll das ganze Haus ersaufen? Seh ich über jede Schwelle doch schon Wasserströme laufen. Ein verruchter Besen, der nicht hören will! Stock, der du gewesen, steh doch wieder still!“ – Walt Disney hat in seinem Film „Phantasia“ die Rückkopplungsschleife, die Goethe nur andeutet, vollständig dargestellt.

Der deutsche Namensvetter des amerikanischen Präsidenten vertritt bezüglich Krieg und gewaltsamer „Entwaffnung“ nach wir vor folgenden Standpunkt:

Ganz unverhofft an einem Hügel

trafen einst sich Fuchs und Igel.

Halt! rief der Fuchs, du Bösewicht,

kennst du des Königs Ordre nicht?

Ist nicht der Frieden längst verkündigt

und weißt du nicht, daß jeder sündigt,

der immer noch gerüstet geht?

Im Namen seiner Majestät:

Geh her und übergib dein Fell! –

Halt! – sprach der Igel, nicht so schnell.

Laß dir erst deine Zähne brechen,

dann wollen wir uns weitersprechen.

Und schnell macht er sich kugelrund,

schließt seinen dichten Stachelbund.

Und trotzt getrost der ganzen Welt –

bewaffnet, doch als Friedensheld.

Wilhelm Busch hat das Aufflammen des Konflikts im Nordirland des ausgehenden zwanzigsten Jahrhunderts nicht miterleben können. Ein Dichterkollege Buschs hat jedoch in der Ballade „Joe McDonnel“ die Antwort des Igels in die Gretchenfrage des „Terroristen“ an die Hegemonialmacht verwandelt. – Wie hätte Busch wohl die nachfolgenden Zeilen ins Deutsche übertragen? :

And you dare to call me a terrorist

while you lock down your gun?

– When I think of all the deeds that you have done:

You have plundered many nations

divided many lands

You have terrorized their peoples

you ruled with an iron hand

and you brought this reign of terror

to my land.

(Und Ihr wagt es, mich einen Terroristen zu nennen, während ihr eure Waffe entsichert ? Wenn ich an all die Taten denke, die ihr getan habt. Ihr habt viele Nationen ausgeplündert, viele Länder geteilt, ihr habt deren Völker terrorisiert, ihr habt mit eiserner Hand regiert. Und ihr brachtet diese Herrschaft des Terrors in mein Land.)

Terroristen brauchen keine nuklearen, keine biologischen oder chemischen Kampfstoffe. Im Gegensatz zum Militär ist es nicht Ziel von Terroristen, möglichst viele Menschen zu töten, es ist vielmehr deren Ziel, mit dem geringst möglichen Aufwand den größtmöglichen Schrecken zu verbreiten. Wie man unschwer erkennen kann, ist das am 11.9.2001 in hervorragender Weise gelungen. Der Terror ist zum Selbstläufer geworden. Jeder Pups, den Bin Laden läßt, potenziert sich in den Medien zum potentiellen Gasangriff. Terroristen brauchen nicht einmal mehr Waffen. Sie brauchen nur noch Informationen über angebliche Waffen und „geplante“ Anschläge an den richtigen Stellen zu deponieren, um ganze Regierungen und Verwaltungsapparate vor sich herzutreiben. Mitunter tut es auch ein Tütchen Backpulver oder Trockenhefe, wenn es nicht als solches ausdrücklich gekennzeichnet ist. Und was meinen Sie, wie sich die Nachrichten überschlagen werden, wenn ein Sprühflugzeug über Frankfurt oder Berlin auftaucht und gewöhnlichen „Federweißen“ versprüht. Allein der Nachweis, daß es sich bei den „freigesetzten“ Mikroben tatsächlich um gewöhnliche Weinhefe und nicht um biologischen Kampfstoff handelt, würde Wochen in Anspruch nehmen und das öffentliche Leben geradezu auf den Kopf stellen. Da man die „Waffen“ für ein paar Cent bei Aldi kaufen kann, ist „Terrorismus“ billiger denn je:

Denn immer wieder wird der „Terror“ durch den „Terror der Aktualität“ überholt. In seinem 1971 erschienenen Band „Widersprüche“ setzte Jean Améry den Aufsatz „Terror der Aktualität“ an die Stelle eines Vorworts und schreibt:

„Wir alle, groß und klein, die wir die Verläufe (der Verwandlungen in der Welt – Anm. d. Verf.) deuteten und um der Deutung willen Zeit drangeben mußten, weil man nun einmal nicht denken kann, wenn man nur hypnotisierten Blicks die Bahnen der Informationsgeschosse verfolgt – wir alle liegen hinten nach und haben nun das Nachsehen“(…)„Wenn also, um ein »aktuelles« Beispiel heranzuziehen, ein Roman wie Erich Segals »Love Story« von den Medien allseitig beleuchtet und interpretiert wurde, dann fühlten die Informatoren sich gehalten, so zu tun, als begänne mit Segal eine neue Epoche erotischer Romantik. Die Wochenzeitschrift »Time« ging gleich aufs Ganze und kündigte in fast solenner Form diese Kehre all-amerikanischen Liebesverhaltens an. Auf solche Weise entsteht dann das, was – in anderem Kontext – der amerikanische Soziologe Daniel Boorstin »pseudoevent« genannt hat. Es kann aber diesem von den Medien zwar nicht fabrizierten, aber ins Enorme geblähten Pseudo-Ereignis kaum jemand sich entziehen, zumal ja immer erst post eventum fixiert werden kann, wie hoch der Realitätsgrad (will sagen: Durabilität, geschichtliches Weiterwirken) eines Begebnisses ist.“ (J Améry „Widersprüche“ Stuttgart 1971)

Der „pseudoevent“ von Moskau bietet den Propagandaministern der „freien“ Welt Anlaß genug, die Angst vor chemischen und biologischen Kampfstoffen in der Hand eines Saddam Hussein zu schüren. Die Herren, denen sie dienen, setzten aber selbst chemische Kampfstoffe unter dem Deckmantel der „Terroristenbekämpfung“ in der skrupellosesten Art und Weise ein, die man sich nur ausdenken kann, nämlich ohne Rücksicht auf eigene Verluste.

Diese Zeilen sind wenige Monate alt, ich hatte sie anläßlich des „Geiseldramas“ von Moskau verfaßt.

Daraus folgt, daß wir uns in Zukunft auf eine Art Verbalterrorismus einzustellen haben. – Nachrichten, die jeder Grundlage entbehren, Angst und Schrecken verbreiten, den Regierungen aber den Vorwand liefern, noch mehr Freiheitsrechte einzuschränken. Und all das verschlingt immense Summen…. Sie glauben mir nicht? – Dann möchte ich Sie doch bitten, einmal all die Statements, die Bundesgummiknüppel Otto Schily anläßlich der wechselnden „Bedrohungslagen“ für „Deutschland“ seit dem 11.9.2001 abgegeben hat, zusammenzutragen und an eine Pinwand zu heften. Wann – bitteschön! – gab es in den vergangenen anderthalb Jahren einen Angriff von Al Qaida – Terroristen in Deutschland?

– Es sieht ganz danach aus, als könne der Wahnsinn des Krieges nur noch durch eine Kugel in die Stirn des George W. aufgehalten werden. Aber vielleicht verhält es sich ja wirklich so, wie ich orakelt hatte: „Caesar bräuchte heute die Iden des März nicht mehr zu fürchten, er würde am Zeitungskiosk erledigt.“ – Und genau das, es kristallisiert sich immer mehr heraus, ist die Aufgabe einer freien Presse: Caesaren erledigen. Und Aufgabe der Justiz wird es sein, die Caesaren schadlos zu „entsorgen“.

Natürlich können Sie alles, was Sie bisher gelesen haben, für völligen Quatsch halten. Das ist Ihr gutes Recht. (…) Man sagt, in Irland sei die unsichtbare Wand, die zwischen den Menschen und den eherjenseitigen Teilen dieser Welt steht, besonders dünn. Ich kann diese Behauptung nicht mehr qualifiziert bestreiten:

Der Nationalheilige Irlands, St. Patrick, soll seinen Landsleuten die Dreifaltigkeit Gottes anhand eines Kleeblatts erläutert haben. Deswegen ist das Kleeblatt Irlands Nationalsymbol. Nun nehme ich das Kleeblatt des St. Patrick und erläutere die Prinzipien der Evolution: Kommunikation (Verständigung), Kooperation (Zusammenarbeit) und Harmonie. – Zufall?

Da gibt es keinen „Kampf ums Dasein“, keine „Selektion“. – Beides sind Projektionen menschlichen Verhaltens in die Natur; ein für Charles Darwin unvermeidlicher Irrtum, weil bis heute das Lieblingskind der Physiker, die Mechanik, eifrig in die Natur projiziert wird. Aber in der Natur gibt es keine Mechanismen, es gibt nicht einen einzigen Mechanismus. Nicht in der Quantenphysik, nicht in der „Himmelsmechanik“. In der Mechanik bewegt sich nämlich nichts, aber auch rein gar nichts, wenn nicht ein mechanischer Gegenstand mit einem nichtlinear-dynamischen System in bestimmter Weise in Wechselwirkung tritt. Und mechanische Systeme sind katastrophenanfällig: Autos, Eisenbahnen (Eschede!), Flugzeuge und Schiffe. – Auch Hochhäuser und Raumfähren. Und sehr zu Leidwesen der Physik, die sich mit Vorliebe den reversiblen (umkehrbaren) Vorgängen widmet, wird es diese letztlich nicht geben: Die Erde dreht sich, sie umkreist die Sonne, diese wiederum umkreist das Zentrum der Milchstraße. Die Milchstraße ihrerseits bewegt sich von den anderen Galaxien fort. – Und alles mit sehr hohen Geschwindigkeiten. Legt man nun ein gigantisches kartesianisches Koordinatensystem über das Universum, stellt man unschwer fest, daß kein Teilchen an den Ort zurückkehren kann, an dem es sich jetzt befindet. Das dürfte der innere Grund für die Heisenbergsche Unschärferelation sein, wonach es unmöglich ist, Ort und Impuls eines Teilchens gleichzeitig zu ermitteln. Und dennoch scheint im Universum eine strenge Ordnung zu herrschen. Der Schein aber trügt. Bei all den Dingen, die uns umgeben, dürfte es sich letztlich um Interferenzmuster handeln. Wenn Das Johannesevangelium mit den Worten beginnt: „Im Anfang war das Wort“, so ist dies nicht unzutreffend. Denn das Wort ist nach dem Baukastenprinzip organisiert. Das Wort ist Teil der Sprache. Die Sprache ihrerseits ist nach meinen Feststellungen ein nach dem Baukastenprinzip organisiertes System zur hochauflösenden akustischen Übermittlung von Bildern. Das Baukastenprinzip findet sich auf allen Größenskalen dieser Welt wieder, bis hinunter in die Welt einzelner Energiequanten. Und wir finden es wieder in den Gesetzen, die der „Gesetzgeber“ erläßt. Und – wie sollte es anders sein? – auch die Welt der Jurisprudenz ist geprägt vom Bifurkationsmuster der Prozesse. Und es ist durchaus kein Zufall, wenn das Bifurkationsmuster, an dessen Ende das richterliche Urteil steht, „Erkenntnisprozeß“ genannt wird. Und genau da, bei der richterlichen Urteilsbildung verläuft die Grenze menschlicher Erkenntnismöglichkeit. Wir können nicht wirklich „wissen“, was in und mit der Welt los ist, wir können uns nur Urteile bilden. Leider ist die Rechtswissenschaft die einzige Wissenschaft, die die eigene Unzulänglichkeit anerkannt und als „Rechtskraft“ institutionalisiert hat. Ein Urteil kann richtig oder falsch sein; ist es aber einmal rechtskräftig, kann es nur unter sehr engen Voraussetzungen wieder aus der Welt geschafft werden. Demgegenüber können die Urteile der Naturwissenschaften nie in Rechtskraft erwachsen, weil sich die naturwissenschaftlichen Erkenntnismöglichkeiten ständig erweitern und verändern. Naturwissenschaften zu betreiben, heißt demnach, einen schier endlosen Erkenntnisprozeß zu führen, Zwischenurteile zu fällen, aber nie zu einem Endurteil gelangen zu können.

Mit einem „Erkenntnisprozeß“ besonderer Art beschäftigt sich auch die Offenbarung des Johannes:

Mit Offenbarung 20, 1 beginnt das „Tausendjährige Reich“, mit Offenbarung 20,11 wird die Verhandlung des Jüngsten Gerichts eröffnet, beide sind untrennbar verklammert durch Offenbarung 20,7, denn da wird der am Ende des „Tausendjährigen Reiches“ der Teufel so richtig losgelassen….

Und nun kommen wir langsam zum Schluß, ich konfrontiere Sie nunmehr mit den letzten(?) Dingen:

An deren Anfang stehen zwei Hunde: Im August 1996 brachte meine Frau eine kleine Hündin mit aus dem Urlaub, die eigentlich nur aus Beinen bestand. Aus unerklärlichen Gründen, aber wohl durch ihre Beine und ihren herausfordernd-unschuldigen Augenaufschlag inspiriert, hatte meine Frau sie „Madonna“ genannt. Madonna wurde unser Hund Nummer drei. Neun Monate später begegneten wir am Strand von Mil Palmeras unserem Hund Nummer vier: Es würde an dieser Stelle zu weit führen, die ganze Geschichte eines Hundes zu erzählen, der offensichtlich bewußt sein „Herrchen“ wechselte; denn es reicht, daß wir nach zwei Wochen den wirklichen Namen unseres „Tristan“ erfuhren: Bobby. ­ – Der Name meines Vaters! – Und jetzt wird es erst richtig mysteriös:

Als ich meine Reise durch die Evolution startete, war mir klar, daß ich Sprengsätze an die Grundfesten des mir eingetrichterten Weltbildes würde legen müssen. Die Zerstörung des Ptolemäischen Weltbildes durch die Astronomen, die Reformation und Darwins großartige Arbeit zeigen, daß das jeweils herrschende Weltbild sich gegen den eigenen Untergang mit Händen und Füßen, mit Zähnen und Klauen zur Wehr setzt. Die Schmähungen, die ein Dr. Semmelweis erfahren mußte, als er versuchte, Sauberkeit in die Krankenhäuser zu bringen; die erbitterte Ablehnung, auf die Alfred Wegener stieß, nachdem er seine Arbeit über die Kontinentaldrift veröffentlicht hatte, sind nur wenige Beispiele für die unendliche Reihe unerbittlicher Abwehrschlachten, die obsolete Weltbilder zu schlagen bereit sind.

Nachdem mir gedämmert hatte, daß einer der „Sprengsätze“ auch den heiligen Stuhl erfassen könnte, versah ich meinen Sachbericht mit einer Art „Eingangsplädoyer“, wie man es aus amerikanischen Gerichtsserien kennt. Freilich verkannte ich die mir zugedachte Prozeßrolle, denn ich eröffnete mit folgenden Worten:

Jüngstes Gericht!

Ja, ich habe die Krone der Schöpfung kaputt gemacht, mit einem Steinwurf. Aber ich konnte nichts dafür, daß der Stein getroffen hat. Vielleicht habe ich auch den Homo sapiens sapiens[1] auf dem Gewissen, trotzdem kann ich ruhig schlafen. Ich habe Homo sapiens sapiens zwar zu fassen versucht, aber als ich seiner habhaft werden wollte, war er verschwunden wie das Einhorn.(…)

Und nun zum Steinwurf:

Es war einer jener lichtdurchfluteten Sommersonntage des Jahres 1999. Wie üblich unternahm ich mit meinen Hunden Bobby und Madonna einen ausgedehnten Spaziergang durch die Felder. Während Madonna einem ihrer Hobbys nachging, nämlich dem untauglichen Versuch, Wühlmäuse oder Maulwürfe auszugraben, forderte Bobby mich unmißverständlich auf, Stöckchen oder Steine zu werfen, denen er dann nachjagte. Auf diese Weise hatte ich den Hund zu einer Reihe von Sprints veranlaßt, bis er plötzlich mitten im Lauf innehielt, die Richtung wechselte und das nächste schattige Plätzchen aufsuchte. Dort legte er sich hin und hechelte, was das Zeug hielt. Ab und zu rutschte er einen Meter vor, weil ihm der Boden unter dem Bauch buchstäblich zu heiß geworden war. Mehr als eine halbe Stunde versuchte der Hund verzweifelt, seine überschüssige Wärme an die warme Luft abzugeben. Mir war auch warm geworden, aber ich hatte es einfacher: ich zog mein Hemd aus und schwitzte vor mich hin. – Wasser, das ich dem Hund hätte geben können, war nicht in der Nähe; ich muß wohl irgendwie versucht haben, ihn durch eine dumme Bemerkung aufzuheitern, jedenfalls entfuhr mir der Satz: „Siehst Du, Dicker, das ist der Nachteil, wenn man ein Fell hat.“ Ich blickte in die mitleiderregenden Augen meines Hundes, der augenscheinlich hilf- und wehrlos auf dem Boden lag, sah aber einen Trupp kleiner Männchen. Es waren aber keine kleinen grünen Männchen, sondern dunkelhäutige, die ein unbekanntes Tier, das erheblich größer war als sie selbst, durch dessen eigene Körperwärme zu Boden gezwungen hatten. Damit war für mich eine Frage beantwortet, die nicht erst seit Charles Darwin Biologen in aller Welt beschäftigt, nämlich warum wir Menschen kein Fell haben.

Für mich jedenfalls stand seitdem fest, daß der Prozeß dessen, was wir als „Menschwerdung“ bezeichnen, untrennbar mit der merkwürdigen Gestaltung unserer Körperoberfläche verbunden sein mußte. Ein nach besten Kräften hechelnder Hund ist freilich kein Beweis für eine solche Behauptung. Weitere Beweismittel hielt die Gegenwart auf den ersten Blick nicht zur Verfügung. Folglich unternahm ich eine Reise in die Vergangenheit.

(…)

Das Leben als Australopithecus hat freilich auch Vorteile, denn – um vorab nur ein Beispiel zu nennen – eine der wesentlichen Errungenschaften der Aufklärung, nämlich die Menschenrechte, erscheinen plötzlich als Grundbedürfnisse des Menschen, die im Verlaufe der Kulturgeschichte unter die Räder kamen. Sie gehören damit zur Natur des Menschen und nicht zu seinem kulturellen Überbau. Man kann sie negieren und auch zeitweise gewaltsam unterdrücken. Sie sind dennoch allgegenwärtig wie der Sex – und den hat schließlich auch keiner abschaffen können.

Was Staaten anbelangt, so werden langfristig nur die überleben können, die ein demokratisch verfaßtes Gemeinwesen repräsentieren, sehr wahrscheinlich wird die Verfassung dieser Gemeinwesen nur das sogenannte Mehrheitswahlrecht kennen und Parteien nur eine untergeordnete Rolle spielen. Deren Einfluß wird auf das für notwendige Polarisierung erforderliche Maß reduziert sein. Mit Australopithecinen ist eben auf lange Sicht kein anderer Staat zu machen. Es wird freilich noch lange dauern, bis die Menschheit das Machtstreben und die Herrschsucht ihrer Häuptlinge auf ein gesundes Maß zurechtgestutzt und unter Kontrolle gebracht hat.

In der Welt des Australopithecus ist kein Raum für Rassismus; dieser schrumpft auf die Dimension einer Familienfehde. Denn aus der Sicht des Australopithecus ist auch der „weiße Mann“, diese merkwürdige „Herrenrasse“, nichts anderes als ein verkrüppelter Neger; der „Weiße“ ist unvollständig, weil ihm Hautpigmente fehlen. Die Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern, zwischen Hutus und Tutsis erscheinen als ins Groteske übertriebener Bruderzwist. – Und damit steht dieser Konfliktherd nicht allein da. – Allerdings, erst wenn diese Erkenntnis Eingang in die Köpfe unserer Mitmenschen gefunden hat, können Schwerter zu Pflugscharen werden.

Damit aber ist in absehbarer Zeit nicht zu rechnen, deshalb wird die Menschheit bis dahin noch einen unermeßlichen Blutzoll zu zahlen haben; für den sind weniger die Völker, desto mehr aber deren „Repräsentanten“ verantwortlich. Dennoch wird die Natur sich nicht aufhalten lassen; nicht einmal die nuklearen Knallfrösche sind in der Lage, alle Menschen zu vernichten.

Als Referendar hatte ich nicht nur in den Räumen des Europarats laut darüber nachgedacht, daß auch „der Henker ein Recht auf Arbeit haben könnte“; ich hatte auch gefrozzelt, daß Anwälte nicht sterben können, sie bekämen lediglich ihre Zulassung zum Jüngsten Gericht.

Ich hätte es mir im Traum nicht einfallen lassen, noch zu Lebzeiten die Rolle des „Chefanklägers“ beim „Jüngsten Gericht“ übernehmen zu müssen. – Aber ich muß sie wohl oder übel akzeptieren:

Nehmen wir zu Protokoll: Die Revision des Verfahrens Darwin ./. Schöpfung begann an einem Sommersonntag des Jahres 1999 mit einem Steinwurf. Am 6.2.2001 wurde die Revisionsschrift durch St. Pankratius (Nievenheim) an das Jüngste Gericht übermittelt. Am Tag, als Englands Kühe Feuer fingen, sprach die Maul- und Klauenseuche das Urteil:

1. Der Mensch wird verurteilt, den Namen homo sapiens sapiens abzulegen und künftig den Namen australopithecus superbus procrustes zu führen.

2. Der Mensch wird verurteilt zu unterlassen, den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik zu verletzen, zu mißachten oder im Einzelfall für unanwendbar zu erklären. Für jeden Fall der Zuwiderhandlung wird eine Katastrophe unbestimmten Ausmaßes angedroht.

Am 11.9.2001 wurde diesem Urteil vor den Augen der Welt das Rechtskraftzeugnis erteilt. – Es ist schon merkwürdig, daß die „Urkundsbeamten der Geschäftsstelle“ sich selbst als „Gotteskrieger“ bezeichneten.

Und seit dem 11.9.2001 befindet sich das Urteil in der Phase der Vollstreckung. – Ob es richtig oder falsch ist, interessiert nicht mehr, – es ist rechtskräftig. Damit ist es unabhängig von allen menschlichen Regungen ohne jedes Erbarmen zu vollstrecken. – Und in der „aufgeklärten“ und „westlichen“ Welt scheint es keinen dafür geeigneteren „Vollstrecker“ zu geben als

George W. Bush.

Er hat sich für diesen Posten schließlich durch seine Tätigkeit als Gouverneur von Texas als hervorragend geeignet erwiesen, er hat Todesurteile gleich Dutzendweise vollstrecken lassen. Diesmal aber wird er das Urteil zu Ziffer 1.) an sich selbst vollstrecken, denn er schickt sich an, so zu handeln, wie man es von einem überheblichen Südaffen, der sich mit Gewalt alles passend macht, erwartet: er schickt sich an, „den Irak“ auf das Prokrustesbett zu legen.

Zur Auffindung eventueller „X-Faktoren“ stelle ich gern mein Blut zur Verfügung. Das größte Problem für Gentechniker bei der „Entschlüsselung“ meines „Genoms“ wird sein, die einzelnen Gene nach „Nationen“ zu trennen. Mütterlicherseits mendelten bei mir nämlich noch Holländer und Franzosen mit. Nun sagen die Genetiker, daß die DNA der Mitochondríen nur von der Mutter vererbt werden können. Welchen natürlichen „Paß“ haben deren Gene? – Bin ich trotz der obigen Ausführungen, die einen deutlichen Hinweis auf die Grüne Insel in sich tragen, nach dem genetischen „Paß“ vielleicht doch nur Holländer oder französischer Käse? Nach „Nationen“ geordnet, bin ich entweder der „Bastard“ par exellence – oder aber ich habe Europa in den Genen. – Sie können sich das aussuchen. – Sie sehen, daß viele Dinge, die für wichtig gehalten werden, nämlich Nationalität, Staatsangehörigkeit und ähnlicher Unsinn, nichts mit der Welt, in der, mit der und von der wir leben, zu tun haben.

Nach allem stelle ich einmal eine Frage, die mit mir nichts zu tun hat: Was ist der „freien Presse“ wichtiger:

Die Nachrichten über einen unnötigen Krieg, darauf fußend die Nachrichten aus einem unnötigen Krieg, beides basierend auf durchsichtiger Propaganda der Politik?

Oder aber ist die Wahrheit wichtiger, die zur „Erledigung“ der Caesaren führt? – Sie erinnern sich: : „Caesar bräuchte heute die Iden des März nicht mehr zu fürchten, er würde am Zeitungskiosk erledigt.“ – Und genau das, es kristallisiert sich immer mehr heraus, ist die Aufgabe einer freien Presse: Caesaren erledigen. Und Aufgabe der Justiz wird es sein, die Caesaren schadlos zu „entsorgen“.

Ich hatte es an anderer Stelle bereits hervorgehoben: Die Pressefreiheit ist der Unabhängigkeit des Richters ebenbürtig. Ein Richter wird sauer, wenn man ihn belügt. Die Verletzung der prozessualen Wahrheitspflicht ist aus gutem Grund strafbewehrt. Bislang haben die „Medien“ klaglos hingenommen, daß sie von „denen da oben“ nach Strich und Faden belogen werden. Sie „verbiegen“ die Wahrheit für ein Interview. – Ich esse für mein Leben gern Linsensuppe, aber für ein Linsengericht würde ich die Freiheit meiner Berichterstattung nicht hergeben.

Prof. Dr. Christian Hillgruber stellt in seinem Beitrag „Scheinbares Wohlbefinden“ fest, daß das Aussprechen der Wahrheit durch die Medien selbst ein Medienereignis ersten Ranges darstellt, weil es eben nicht dem Erwartungshorizont entspricht, sondern aus dem Rahmen fällt. Und wenn ein renommierter Staatsrechtler meiner Alma Mater diese Wahrheit ausspricht, dann sollte Sie das verdammt nachdenklich stimmen.

Wenn die „freie“ Presse Propaganda nicht „bestraft“, degradiert sie sich selbst zum „Völkischen Beobachter“, zum „Neuen Deutschland“, zur „Prawda“ und schaut zu, wenn Tausende den Popanz, den die Propaganda der Politik aufbaut, mit dem Leben bezahlen! – Ist Ihnen das die „Berichterstattung“, die Auflage wert?

Ich habe meinerseits alles Erforderliche getan, um drohenden Schaden abzuwenden. Mehr Mittel als das Urteil, das ich mir habe bilden müssen, stehen mir nicht zur Verfügung. Jetzt lege ich die Verantwortung der Verkündung in Ihre Hände. – Mal sehen, was Herr Hillgruber dazu sagt.

Und ausgerechnet heute, an dem Tag, an dem die letzten Zeilen dieses Briefes geschrieben werden, finde ich unter Ihren Leserbriefen die apolalyptischen Gedanken Erich Kästners: Das letzte Kapitel. – Zufall?

Mit freundlichen Grüßen

 

 

DIE WELT
Z. Hd. Herrn Chefredakteur
Jan-Eric Peters
Brieffach 24 10
10888 Berlin
22.02.03

Columbia als Menetekel (DIE WELT vom 10.02.03)

(Nachtrag zu meinem Schreiben vom 20.02.03)

Sehr geehrter Herr Peters,

Mein o.a. Schreiben war wieder einmal weniger als 24 Stunden auf dem Postweg, da ereignete sich in New York nicht nur eine spektakuläre Manifestation des 2. Hauptsatzes der Thermodynamik, die Anzahl der Ereignisse hatte sich verdoppelt. Alles Zufall?

Ich bin kein Mathematiker und kein Statistiker. Aber die Wahrscheinlichkeit dürfte sehr gering sein, daß im Angesicht eines drohenden Krieges vor der unwiderstehlichen Gewalt des 2. Hauptsatzes gewarnt wird und unmittelbar darauf eine Raumfähre abschmiert – mit sieben Astronauten an Bord. Wie wahrscheinlich ist es, daß das Verglühen gerade die Raumfähre trifft, die den ersten Astronauten beherbergt, der die israelische Staatsbürgerschaft besitzt?

Irgendwo in Ihrem Hause dürfte jemand aufzutreiben sein, der berechnen kann, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, daß keine drei Wochen später erneut vor der Macht des 2. Hauptsatzes gewarnt wird und binnen weniger als 24 Stunden nach Postversand gleich zwei spektakuläre Feuer entstehen, die über die Tatsache der Verdoppelung hinaus beide auf dem „Blindgängereffekt“ beruhen. Und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß beide Ereignisse am selben Tage in New York eintreten? – Und wie wahrscheinlich ist es, daß dies quasi an dem Tag geschieht, an dem festgestellt wird, daß das Verhalten der Regierung der USA dem vom Goethes „Zauberlehrling“ bis aufs Haar gleicht?

Und auch bezüglich meiner Feststellung, daß die deutschen Medien nicht einmal mitbekommen, daß unser „Staat“ massiv in die Pressefreiheit eingreift, lieferte mir Ihre Zeitung den Beweis: Schauen Sie nur mal auf das Titelblatt der Ausgabe vom 31.1.2003.

Mit freundlichen Grüßen

 

 


[1] Biologischer Name des heutigen Menschen (dt. der weise, weise Mensch)

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Bewaffneter Frieden – Wilhelm Busch an George W. Bush

Posted by Gerhard Altenhoff - Juli 17, 2007

Ganz unverhofft an einem Hügel
sind sich begegnet Fuchs und Igel.
Halt, rief der Fuchs, du Bösewicht!
Kennst du des Königs Ordre nicht?
Ist nicht der Friede längst verkündigt,
und weißt du nicht, daß jeder sündigt,
der immer noch gerüstet geht?
Im Namen seiner Majestät,
geh her und übergib dein Fell.

 

 

 

 

 

 

Der Igel sprach: Nur nicht so schnell.
Laß dir erst deine Zähne brechen,
dann wollen wir uns weiter sprechen!
Und allsogleich macht er sich rund,
schließt seinen dichten Stachelbund
und trotzt getrost der ganzen Welt,
bewaffnet, doch als Friedensheld.

 

 

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Mail an die Giordano-Bruno-Stiftung – G.B.-Institut

Posted by Gerhard Altenhoff - Juli 17, 2007

Von: gerhard.altenhoff@email.de
An: info@giordano-bruno-stiftung.de
Datum: 11.07.07 00:25:24
Betreff: Gründung des Giordano-Bruno-Institut für rechtswissenschaftliche Grundlagenforschung.
Inhalt:
Received: from [217.185.162.77] by freemailng5301.web.de with HTTP;
Wed, 11 Jul 2007 00:25:24 +0200
Date: Wed, 11 Jul 2007 00:25:24 +0200
Message-Id: <712666148@web.de>

——

Lieber Herr Steffen,
Ich habe mit sofortiger Wirkung das

Giordano-Bruno-Institut für rechtswissenschaftliche Grundlagenforschung

ins Leben gerufen.
Initiiert wurde das Giordano-Bruno-Institut für rechtswissenschaftliche Grundlagenforschung durch die Entscheidung der Glaubenskongregation, die katholische Kirche wäre die einzig wahre Kirche.
Diese Haltung ist dieselbe wie zu Brunos Zeiten, sie offenbart erneut die Überheblichkeit des Menschen und seine Neigung, alles, was nicht paßt, passend zu machen.
Die von der Glaubenskongregation verbreitete Auffassung läßt sich in einem Satz zusammenfassen: „Ich will nicht mehr dein Bruder sein, drum schlag‘ ich dir den Schädel ein.“ – Dieser Attitüde ist Bruno schließlich zum Opfer gefallen, weil die „weltlichen“ Richter das von der Kirche gewünschte Urteil gefällt und willfährige Henker es vollstreckt hatten.
Ähnliches darf sich – auch in veränderter und „abgemilderter“ Form nicht wiederholen, denn es hat sich zu oft wiederholt: Der bekannteste Fall dieser Wiederholung ist der Fall Filbinger. Er tat bei der Vollstreckung von Todesurteilen nur seine „Pflicht“. – Das taten Pontius Pilatus und die Henker Jesu übrigens auch. Hätte der Papst sie gefragt, warum sie Jesus ans Kreuz schlugen, hätten sie mit Sicherheit geantwortet: „Was damals Recht war, kann heute kein Unrecht sein!“
De jure darf sich die römische Kurie nicht einmal als „Glaubensgemeinschaft des Friedens“ bezeichnen, denn der von ihr mit Vehemenz beanspruchte „Alleinvertretungsanspruch“ für das „wahre Christentum“ wurde durch den Codex Theodosianus mit den Mitteln der „Staatsgewalt“ in Rom eingeführt:
Wir haben beschlossen, daß überall und in allen Städten auf der Stelle die Tempel geschlossen werden und daß, dadurch daß allen der Zutritt verboten wird, den Verworfenen die Freiheit genommen wird, sich zu vergehen. Wir wollen auch, daß sich alle der Opfer enthalten. Wenn aber jemand etwas derartiges begehen sollte, so soll er durch das rächende Schwert hingestreckt werden. Das Vermögen des Hingerichteten soll dem Fiskus anheimfallen, und die Leiter der Provinzen sollen ähnlich bestraft werden, wenn sie es versäumen, diese Verbrechen zu ahnden. (Codex Theodosianus 16,10,4)
Der „Paragraphenterror“ des Codex Tehodosianus war schon zum damaligen Zeitpunkt nicht neu. Er wurde schon von Aristoteles beschrieben. – Er zieht sich seit den Anfängen der Antike als roter Faden durch die Kulturgeschichte.
Obwohl die Regelungen des bürgerlichen Rechts von einer Beobachtungsgabe zeugen, die sich nur über Jahrtausende entwickelt haben kann, hat bis heute kein Rechtswissenschaftler sich mit den natürlichen Grundlagen des menschlichen Verhaltens beschäftigt; im Gegenzug ist bisher noch kein Humanethologe oder vergleichender Verhaltensforscher angetreten, den biologischen Hintergrund des Rechts zu beleuchten.
Forschungsbedarf ist in nahezu unermeßlichem Umfang vorhanden, denn zur Zeit wird das „Gesetz“ in aller Welt bedenkenlos als reines Herrschaftsinstrument eingesetzt und nicht als Mittel, das Ziel größtmöglicher Gerechtigkeit zu verwirklichen.
Über das Verhältnis von Recht und Gesetz hatte sich u.a. auch Rechtsanwalt Gottfried Wilhelm Leibniz Gedanken gemacht:
Das Bonner Grundgesetz bindet zwar den Richter an Recht und Gesetz, was aber „Recht“ ist, teilt das Grundgesetz nicht mit. Auch auf den Universitäten gibt es keine Vorlesung über „Recht“. Ich kenne auch keinen Juristen, mit dem man über die nachfolgenden Worte Leibnizens diskutieren könnte, weil sie im gewöhnlichen Juristengehirn nicht präsent sind:

Ebenso steht es mit der Gerechtigkeit. Wenn dies ein fester Ausdruck ist, der eine bestimmte Bedeutung hat, mit einem Worte, wenn dies Wort nicht einfacher, sinnloser Schall ist, wie »blitiri«, dann wird sich dieser Ausdruck oder dieses Wort »Gerechtigkeit« doch irgendwie definieren oder durch einen verständlichen Begriff erklären lassen. Aus jeder Definition aber kann man, indem man sich der unbestreitbaren logischen Regeln bedient, sichere Folgerungen ziehen. Und eben das tut man im Aufbau der notwendigen und streng beweisenden Wissenschaften, die nicht von den Tat­sachen, sondern allein von der Vernunft abhängen, wie dies für die Logik, die Metaphysik, die Arithmetik, die Geometrie, die Wissenschaft von der Bewegung und auch für die Wissenschaft vom Rechte gilt. Denn diese alle haben ihr Fundament nicht in Erfahrungen und Tatsachen, sondern dienen dazu, von den Tatsachen selbst Rechenschaft zu geben und sie im voraus zu regeln; und das hätte für das Recht selbst dann Geltung, wenn es auch in der ganzen Welt kein Gesetz gäbe.
Der Fehler derer, welche die Gerechtigkeit von der Macht abhängig gemacht haben, kommt zum Teil daher, daß sie Recht und Gesetz verwechselt haben. Das Recht kann nicht ungerecht sein — das wäre ein Widerspruch —, aber das Gesetz kann es sein. Denn das Gesetz wird durch einen Machtspruch eingeführt und aufrechterhalten. Und wenn es der Macht nun an Weisheit oder gutem Willen fehlt, so kann sie recht schlechte Gesetze einführen und aufrechterhalten. Zum Glück für das Ganze der Welt sind die Gesetze Gottes stets gerecht, und er ist imstande, sie aufrechtzuerhalten, wie er das auch zweifellos tut, obgleich dies nicht stets in sichtbarer und unmittelbarer Weise geschieht, wofür er sicherlich gewichtige Gründe hat.
Es handelt sich also darum, endlich den Formalgrund der Gerechtigkeit und den Maßstab zu bestimmen, an dem wir die Handlungen abmessen müssen, um zu erfahren, ob sie gerecht sind oder
nicht. Nach allen vorhergehenden Erörterungen nun konnte man diesen schon voraussehen: »gerecht« ist, was in gleichem Maße der Weisheit und der Güte gemäß ist. Die Güte geht darauf aus, das größtmögliche Gute zu erreichen; um dies jedoch zu erkennen, bedarf sie der Weisheit, die nichts andres als die Erkenntnis des Guten ist, so wie die Güte nichts andres ist als die Neigung, allen Gutes zu erweisen und das Böse zu verhindern, wofern es nicht für ein größeres Gutes oder zur Verhinderung eines größeren Übels notwendig ist. Es wohnt demnach die Weisheit dem Verstande und die Güte dem Willen, die Gerechtigkeit somit ihnen beiden inne. Die Macht ist etwas ganz andres. Wenn sie jedoch hinzutritt, so bewirkt sie, daß aus dem Rechte eine Tatsache wird, und daß, was sein soll, auch wirklich existiert, soweit wenigstens, als die Natur der Dinge dies erlaubt. Und eben dies ist Gottes Tätigkeit mit Bezug auf die Welt.
Da aber die Gerechtigkeit auf das Gute geht, und Weisheit und Güte, die vereint die Gerechtigkeit bilden, sich auf das Gute beziehen, so wird man fragen, was denn eigentlich das wahre Gute ist. Ich antworte, daß es nichts andres ist, als was der Vervollkommnung der verstandesbegabten Substanzen dient. Demnach sind offenbar Ordnung, Zufriedenheit, Freude, Güte und Tugend ihrem Wesen nach etwas Gutes und können niemals schlecht sein, während die Macht, von sich aus, gleichfalls ein Gut ist, weil es, wenn alles übrige gleichbleibt, besser ist, sie zu haben, als sie nicht zu haben. Sie wird indessen ein sicheres Gut nur dann, wenn sie mit Weisheit und Güte vereinigt ist . . . Man wird also vielleicht sagen können, daß die Vorschrift, niemand Unrecht zu tun, »neminem laedere«, die des sogenannten ius strictum ist, daß es indessen eine Forderung der Billigkeit ist, auch am rechten Platze Gutes zu tun, und daß eben dies der Sinn der Vorschrift ist, die uns befiehlt, jedem das zukommen zu lassen, was ihm gehört, »suum cuique tribuere«. Was aber hier das Rechte ist, das läßt sich aus der Regel der Billigkeit oder der sozialen Gleichheit erkennen: »Quod tibi non vis fieri aut quod tibi vis fieri, neque aliis facito aut negato.« Es ist dies die Regel der Vernunft sowohl wie unsres Herrn. Versetze dich an die Stelle des andern und du wirst den rechten Gesichtspunkt einnehmen, um zu beurteilen, was gerecht ist oder nicht. (Leibniz, von der Allmacht und Allwissenheit Gottes und der Freiheit des Menschen –1670-1671, zitiert nach Friedrich Heer, Leibniz, Hamburg-Wandsbek 1958, S. 194)
Die Form der „Rechtswissenschaft“, die sich seit der Antike gebildet hat und sich in erster Linie den von einer Phantasiefigur mit den Mitteln der „Staatsgewalt“ gesetzten „Normen“ beschäftigt, ist für die Lösung der zwischenmenschlichen Probleme, die sich nicht erst seit der „Globalisierung“ ergeben haben, völlig ungeeignet.
Der Forschungsansatz des Instituts ergibt sich aus der Frage, warum der Ablauf eines Beutezugs der Pygmäen, die zu den ältesten Völkern gehören, sich mit den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches detailgetreu beschreiben lassen:

Merkwürdigerweise finden wir das, was wir weiter oben als Team beschrieben haben, unter dem Begriff Gesellschaft im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) wieder; dort findet sich unter § 705 folgende Definition der Gesellschaft:
„Durch den Gesellschaftsvertrag verpflichten sich die Gesellschafter gegenseitig, die Erreichung eines gemeinsamen Zweckes in der durch den Vertrag bestimmten Weise zu fördern,…“
Lassen wir den Gesellschaftsvertrag als Rechtsinstitut einmal weg, so haben wir hier eine Beschreibung des Musters des ursprünglichen Jägertrupps. Demzufolge bestimmt das BGB, in § 726, daß die Gesellschaft endet, wenn der Zweck erreicht ist oder die Erreichung des Zwecks unmöglich geworden ist. – Und jetzt wird es interessant, denn in § 734 BGB regelt das Gesetz die Verteilung der „Beute“. Spontan würde man meinen, daß die Verteilung des Überschusses (Beute) einer Gesellschaft zu gleichen Teilen erfolgen würde. Das Gesetz sagt in § 734 BGB jedoch, daß der Überschuß den Gesellschaftern nach dem Verhältnis ihrer Anteile gebührt. Dem Gießkannenprinzip, das alle „gleich“ behandelt, folgt das Gesetz also nicht, vielmehr tariert es die Verteilung des Gewinns sehr fein aus.
Daß es sich bei der Gewinnverteilung im Rahmen der bürgerlich-rechtlichen Gesellschaft um ein aus unvordenklichen Zeiten stammendes Muster handelt, wird durch einen verblüffend ähnlichen Beuteverteilungsschlüssel der Pygmäen im südlichen Afrika belegt:
„Bei den Bayaka-Pygmäen gehört ein bei der Treibjagd erbeutetes Tier auf jeden Fall dem Besitzer des Netzes, in dem es sich gefangen hat. Der Töter bekommt Kopf und Hals. Das sind meist die älteren Männer, die mit ihren Speeren hinter dem Netz in Wartestellung hocken. Wer sonst beim Töten mitgeholfen hat, bekommt ein Stück Brust. Der Netzbesitzer, dem nach Traditionsrecht der ganze restliche Körper gehört, behält im allgemeinen einen Keule und alle Innereien einschließlich der Gedärme, bei den Pygmäen eine echte Delikatesse. Den Rest des Körpers teilt er dann nach eigenem Ermessen unter den an der Jagd beteiligten Leuten auf. Bei den Efe-Pygmäen im Ituri hat der Schütze auch Anrecht auf den Hauptteil der Beute, nämlich auf das Lendenstück mit den Hinterläufen. Der Organisator der Jagd erhält den Rücken, der Eigentümer des Hundes, der das Wild aufgestöbert hat, bekommt Kopf und Hals. Der Rest wird an die übrigen Jagdteilnehmer verteilt. Man sollte annehmen, daß es sich in den verschiedenen Gemeinschaften um festgelegte Regeln handelt, doch ganz ohne Streit geht eine solche Verteilung der Beute nie aus. Auch bei den Bayaka-Pygmäen war ich häufig Zeuge, wie es beim Verteilen zu wilden und lautstarken Streitereien kam. Man beschimpfte sich mit den übelsten Verbalinjurien, zumal es den Pygmäen an einem lockeren Mundwerk nicht fehlt. Man bedrohte sich auf Distanz mit den Fäusten und ging auch einmal aufeinander los, ohne daß es dabei aber zu wirklichen Handgreiflichkeiten kam. Man blieb meist in etwa 2 m Abstand voneinander stehen und drohte und schimpfte mit einer ausdrucksstarken Gesichtsmimik. Dabei wurde laut und für alle hörbar hoch und heilig verkündet, daß man niemals mit dem da auf die Jagd gehen werde. Doch am gleichen Abend noch, ins Wohnlager zurückgekehrt, saßen alle wieder friedlich am Feuer vor ihren Hütten, verspeisten den Gemüse-Eintopf mit dem wohlschmeckenden Flesich und stopften sich genüßlich schmatzend die Bäuche voll. Wer beim Verteilen der Gazelle im Wald zu kurz gekommen war oder gar nichts abbekommen hatte, konnte dann spätestens beim Abendessen seinen Anteil verzehren…“
In dieser Schilderung können Sie nicht nur die Ähnlichkeit des Musters bei der „Beuteverteilung“ in einer reinen Jäger- und Sammlerkultur und bei der „zivilisierten“ Variante erkennen, Sie sehen auch den hohen Respekt, den das Eigentum des erfolgreichen Jägers genießt, was wiederum die Nahtstelle zu unseren felltragenden Vettern erahnen läßt. Die Ähnlichkeit eines von hochgebildeten Juristen ersonnenen Gesetzes  und naturverbundenem Gerechtigkeitsempfinden zeigt überdies, wie nahe wir alle den Pygmäen sind, die als einer der ältesten lebenden Volksstämme gelten. Wir mit unserer „fortschrittlichen“ Zivilisation sind im sozialen Bereich keinen Schritt weiter! – Die Fülle von Gerichtsentscheidungen zu § 734 BGB belegt nämlich ebenfalls unsere Nähe zu den Pygmäen.
Die Parallele der Verhaltensweisen rechtfertigt den Schluß, daß es sich um ein Verhalten handelt, das einer biologischen Wurzel entspringt und damit in den Tiefen des menschlichen Gehirns verankert ist. Es ist damit der Natur des Menschen zuzurechnen. Der hier wie dort auftretende Streit belegt ebenfalls, daß hier nicht kaltes Kalkül und nüchterner Verstand am Werke sind, sondern emotionale Antriebsmuster.
Das „Austarieren“ der Anteile, das Gewichten von Geben und Nehmen hat innerhalb der menschlichen Gemeinschaften überall auf der Welt einen hohen Stellenwert. Eibl-Eibesfeld hat das anhand vieler Beispiele aus verschiedenen Kulturkreisen und im Rahmen von Untersuchungen mit Kindern nachweisen können.  Das Phänomen des Austauschs wird unter dem Begriff des reziproken Altruismus diskutiert. – Selbstverständlich passen die Ergebnisse der Humanethologie nicht in unsere vom Streit über die Richtigkeit miteinander wetteifernder Ideologien geprägte Zeit. Also schweigt man sie am liebsten tot und leugnet die Ergebnisse weg. Denn nur mit dem Homo oeconomicus, dem streng egoistisch und streng rational handelnden Menschen, lassen sich Ideologien von Kapitalismus bis Kommunismus rational begründen und verteidigen.
Und dennoch finden wir in unserer Zivilisation eine genaue Entsprechung für das Muster des reziproken Altruismus:
Sie gehen frühmorgens zum Büdchen. „Eine Bild-Zeitung, bitte.“ – „Siebzig Pfennig.“ – „Danke, Tschüs!“ – „Vielen Dank auch, schönen Tag!“ In diesem Augenblick haben Sie den ersten Vertrag des Tages schon hinter sich. Gegen Mitternacht verspüren Sie Hunger und bestellen eine Pizza. Wenn Sie den Pizzafahrer bezahlt haben, war das für diesen Tag der letzte Vertrag.
Wir sind unablässig damit beschäftigt, Verträge zu schließen und zu erfüllen. Das System des Gebens, damit der andere gibt, ist die Keimzelle dessen, das weltweit unter dem Begriff Zivilrecht bekannt ist. Es ist vollkommen gleichgültig, in welchen Winkel der Welt sie sich begeben. Überall, wo Sie auf Menschen treffen, können Sie deren reziproken Altruismus mit den dürren Worten der §§ 145 ff  des § 305 BGB beschreiben: Die §§ 145 ff BGB beschreiben das Zustandekommen eines Vertrages durch die unmißverständlich erklärte Willensübereinstimmung zweier oder mehrerer Menschen. § 305 BGB spiegelt das Bedürfnis des Menschen zu reziprokem Verhalten wider: „Zur Begründung eines Schuldverhältnisses sowie zur Änderung des Inhalts eines Schuldverhältnisses ist ein Vertrag zwischen den Parteien erforderlich, soweit nicht das Gesetz ein anderes vorschreibt.“
Sie werden unschwer feststellen, daß Vertrag etwas damit zu tun hat, daß man sich verträgt. Denn nur wer sich mit einem anderen verträgt, kann einen mit diesem übereinstimmenden Willen haben.
Allerdings wird die Unzahl von Verträgen, in die der Mensch in seinem Leben verwickelt wird, in der Regel nicht bemerkt. Daß es sich um „Schuldverhältnisse“ handelt, merkt der Mensch erst, wenn bei dessen Abwicklung etwas schiefläuft. – Bleiben wir bei unserem Beispiel: wenn Sie die Pizza in Empfang nehmen, dem Boten aber die Tür vor der Nase zuschlagen anstatt zu bezahlen, verletzen Sie die Regeln. Der Bote wird aber nicht zum Gesetzbuch greifen um festzustellen, gegen welche Regel Sie verstoßen haben, sondern sich spontan fürchterlich aufregen. Das wiederum zeigt, daß der gegenseitige Vertrag, wie ihn das BGB beschreibt, kein Konstrukt der Ratio des Menschen ist; seine Wurzeln reichen vielmehr tief in den animalischen Teil des menschlichen Gehirns hinein.
Damit kam allerdings nichts grundsätzlich Neues in die Welt, denn das Prinzip des gegenseitigen Vertrages ist den Juristen unter der Bezeichnung Synallagma geläufig, die biologische Entsprechung heißt Symbiose. Auch die Partner in einer Symbiose geben, weil und damit der Partner gibt.(G. Altenhoff, Australopithecus Superbus – der Mensch im Licht nichtlinear-thermodynamischer Evolution)
Grundlagenforschung bedeutet, wie der Name schon sagt, den Dingen auf den Grund zu gehen. In der Rechts- wie in den Geisteswissenschaften ist das „Tieftauchen“ indes nicht weit verbreitet. – Bislang wird in stupider Einfalt immer wieder versucht, ein beliebiges Einzelbild eines Films aus sich heraus zu erklären. Der ganze Film, der die Szene erhellen könnte, wird einfach hinwegprokrustiert.
Bevor man über die Gültigkeit von Theorien diskutiert, muß man prüfen, ob die Prämissen, auf denen sie beruhen, tragfähig sind.
In der Rechtswissenschaft der Gegenwart, deren Horizont mit dem „Willen des Gesetzgebers“ erreicht ist, stimmen die Grundannahmen mit Sicherheit nicht.
Deswegen ist ein Institut, das sich auf dem Gebiet der Geisteswissenschaft, insbesondere der Rechtswissenschaft, mit Grundlagenforschung befaßt, nicht nur sinnvoll, es ist zwingend erforderlich.
Aus diesem Grunde wurde das Girodano-Bruno-Institut  ins Leben gerufen, wenn auch die personelle und sachliche Ausstattung zur Zeit noch sehr dürftig ist.
Die Anschrift lautet:
Giordano-Bruno-Institut für rechtswissenschaftliche Grundlagenforschung
Bismarckstr.40
41542 Dormagen
Tel. 02133 97 30 29
Sie können entscheiden, entweder trägt die Girodano-Bruno-Stiftung mit ihrem Anspruch auf Verwirklichung eines evolutionären Humanismus die Personal- und Sachkosten des Instituts, oder sie tut es nicht. – Wie dem auch sei, die Forschungsergebnisse des Giordano-Bruno-Institus sind bereits jetzt der Zeit soweit voraus, wie der Namenspatron seiner eigenen Zeit.
Mit der „modernen Version“ des Scheiterhaufens bin ich seit meinen Erlebnissen auf Rügen bestens vertraut. – Ein zweites Mal, das können Sie mir glauben, lasse ich mich nicht ans Kreuz nageln.
Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Altenhoff
Bismarckstr. 40
41542 Dormagen
Tel. 0 21 33 97 30 29
http://www.advocatusdeorum.wordpress.com

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